Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Zehnter Band. (10)

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einem  sterilen,  scharfen  Löffel  in  langen  Zügen  abgenommen.  Die  Abnahme  erfolgte  in  der
Regel  nach  5  Tagen.  Der  Rohstoff  wurde  dann  sofort  enthaart  und  meist  auch  an  demselben
  Tage,  nachdem  die  Schlachtung  und  Untersuchung  durch  den  Tierarzt  erfolgt  war,
unter  Zusatz  von  4  Teilen  Glyzerin  in  der  Döringschen  Mühle  verarbeitet.  In  den
Fällen,  in  denen  eine  Schlachtung  der  Tiere  erst  am  Tage  darauf  erfolgen  konnte,  wurde
der  Rohstoff  mit  Glyzerin  übergossen  und  erst  am  folgenden  Tage  verarbeitet.  Die  fertige
Emulsion  wurde  sofort  nach  der  Herstellung  in  Tuben  von  50  und  100  Portionen  gefüllt.
Der  an  einem  Tage  gewonnene  Rohstoff  wurde  meist  zusammen  verarbeitet.

In  Berlin  erfolgte  die  Abnahme  bei  den  mit  Menschenlymphe  geimpften  Tieren  in
der  ersten  Hälfte  des  4.  Tages  2mal,  in  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Tages  4mal,  nach  etwa
4  Tagen  Lmal,  bei  den  mit  Retrovakzine  geimpften  Tieren  nach  3  Tagen  1  mal,  in  der
ersten  Hälfte  des  4.  Tages  24  mal,  in  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Tages  32mal,  nicht  abgenommen
  wurde  7  mal.

In  dem  vorjährigen  Berichte  befinden  sich  zwei  Schreibfehler  an  der  gleichen  Stelle.
Es  muß  heißen:  In  der  ersten  und  zweiten  Hälfte  des  4.  Tages,  nicht  des  dritten  Tages.

Der  Abnahme,  welche  am  lebenden  Tiere  mit  scharfen  Löffeln  erfolgte,  ging  eine  gründliche
  Waschung  voran,  bei  welcher  —  wie  seit  Jahren  —  Marmorstaubseife  zur  Verwendung
kam.  Da  diese  die  Schorfe  aus  den  Impfsschnitten  rasch  entfernt,  kürzt  ihre  Benutzung  das
ganze  Reinigungsverfahren  ab.

Die  fertige  Lymphe  enthielt  immer  40  Gewichtsteile  Glyzerin.  Sie  war  in  der  überwiegenden
  Zahl  der  Fälle  aus  einem  Teile  unpräparierten  Impfstoffes  und  5  Teilen  Zusatzflüssigkeit
  (Glyzerin  und  sterilisiertes  Wasser)  hergestellt.  Nur  in  der  Zeit,  während  welcher
Retrovakzine  1.  Generation  zur  Ausgabe  gelangte,  wurden  größere  Verdünnungen  vorgenommen
  und  zwar  zweimal  1:  6,,  einmal  1:6,5,  dreimal  1:7.

Die  Verreibung  erfolgte  unter  Benutzung  des  schon  früher  beschriebenen  Lückeschen
Apparates.

Die  von  2  Tieren  oder  von  mehreren  Kälbern  am  gleichen  Tage  gewonnene  Lymphe
wurde  14  mal  gemischt  und  zwar:

die  Lymphe  von  2  Kälbern  7  mal,
W  3  nu  2  1

7  „  3„

Der  unpräparierte  Stoff  von  mehreren  Kälbern  konnte  fünfmal  —  dreimal  von  7,
je  einmal  von  4  und  von  3  Kälbern  —  zusammen  auf  der  Maschine  verrieben  werden,  da
die  tierärztliche  Untersuchung  schon  vor  der  Zubereitung  stattgefunden  hatte.  In  den  anderen
  Fällen  wurde  die  Lymphe  von  jedem  einzelnen  Kalbe  fertig  gemacht,  und  die  Vermischung
  erfolgte  erst  später.  Zum  Abfüllen  diente  der  Lückesche  Füllapparat.

In  Stettin  geschah  die  Abnahme  durchschnittlich  nach  4  9  24  Stunden.  Vorher  fand
eine  Waschung  der  Pocken  mit  abgekochtem  Wasser  statt.  Der  Rohstoff  wurde  in  der
Döringschen  Lymphemühle,  zum  Teil  in  der  Csokorschen  verrieben  und  durch  ein  feinmaschiges,
metallenes  Sieb  geschickt.  Dem  Rohstoff  waren  5  Teile  einer  aus  2  Teilen  Glyzerin  und
1  Teil  destilliertem  Wasser  bestehenden  Mischung  zugesetzt  worden.  Zum  Abfüllen  wurde
ein  mit  Deckel  versehenes  Becherglas  benutzt.  Jede  Ernte  wurde  für  sich  besonders  verarbeitet.


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