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(s. d.), auf dem Huß verbrannt wurde, und
ließ den Papst Johann XXIII. absetzen. In
Konstanz verlieh er auch 1415 dem Burg-
grafen Friedrich von Nürnberg die Mark
randenburg, welche 1388—1414 an Jobst
von Mähren verpfändet gewesen war. Die
Erhebung der Hussiten in Böhmen nach
Wenzels Tod verwickelte S. in einen lau-
gen und unglücklichen Krieg (s. Hussi-
ten). 1423 Hresat- er Friedrich den Streit-
baren von Meißen mit Kursachsen. Noch
während des Hussitenkriegs vpog er 1431 nach
Italien, ward in Mailand mit der lom-
bardischen und 31. Mai 1433 in Rom mit
der Kaiserkrone gekrönt. Nachdem er die
1433 vereinbarten Prager Kompaktaten
(s. d.) den Hussiten bewilligt, empfing er
1436 die Huldigung als König von Böh-
men. Er starb 9. Dez. 1437 in Znaim
und hinterließ aus seiner zweiten Ehe mit
Barbara, Techter des Grafen von Cilli,
eine Tochter, Elisabeth, welche seit 1422 mit
dem Erzherzog Albrecht von Osterreich ver-
mählt war. Mit S. erlosch das Haus der
Luxemburger, und Albrecht von Oster-
reich wurde sein Erbe und Nachfolger in
Deutschland. Vgl. Aschbach, Geschichte
Kaiser Sigismunds (1838—45, 4 Bde.).
Sievershausen, Dorf in der preuß.
Landdrostei Lüneburg, Amt Burgdorf,
im Süden von Celle, bekannt durch die
Schlacht 9. Juli 1553 woischen dem
Markzrasen Albrecht von Brandenburg-
Kulm l. und dem Kurfürsten Moritz
von Sa Ven letzterer mußte den Sieg
mit dem Leben bezahlen.
Sigámbrer, germanisches Volk, zum
Stamm der Istävonen gehörig, wohnteim
1. Jahrh. v. Chr. wicchen Ruhr und Sieg,
machte schon zu Cäsars Zeit Einfälle in
Gallien, wurde aber vom ältern Drusus
12 v. Chr. zur Ruhe gebracht und von
Tiberius zum Teil nach Gallien verpflanzt.
Im 5. Jahrh. erscheinen sie am Nieder-
rhein in den alten Sitzen der Bataver mit
anken verschmolzen.
mund, f. Siegmund.
Simmern, ehemaliges Fürstentum im
oberrheinischen Kreis, auf dem Hunsrücken,
gehörte ursrüngich- ur Kurpfalz und
war seit 1436 der Sitz einer Nebenlinie
der Wittelsbacher, welche 1559 nach dem
den
Sievershausen — Skalitz.
Aussterben der Kurlinie in der Kurpfahz
folgte. 1801 kam es an Frankreich, 181
an Preußen und bildet jetzt einen Teil
des Regierungsbezirks Koblenz, in dem
die Stadt S. selbst Kreisstadt ist.
Simson, Martin Eduard, deutscher
Rechtsgelehrter und Politiker, geb. 10.
Nov. 1810 zu Königsberg i. Pr., buierte
hier und in Berlin, Bonn und Paris
Staats= und Rechtswissenschaft und erhielt
1836 eine furisiiche Professur in Königs-
berg. 1 wurde er Rat am ostreuh=
schen Tribunal in Königsberg. Diese
Stadt schickte ihn 1848 ins Frankfurter
Parlament, in welchem er vom 19. Dez.
1848 bis zu seinem Austritt im Mai 1849
als Präsident wirkte. Als olchr führte
er die Deputation, welche 3. April 1849
dem König von Preußen seine Wahl zum
deutschen aiser ankündigte. Königsberg
wählte ihn 1849 für das preußische Abge-
ordnetenhaus und 1850 in das rter
Parlament, wo er wiederum den Vorsitz
führte. Nachdem er mehrere Jahre lang dem
parlamentarischen Leben fern gestanden
hatte, trat er 1859 wieder in das Abgeord-
netenhaus und übernahm 1860 und 1861
de.). wieder das Präsidium. Dasselbe führte
er später im Reichstag des Norddeutschen
Bundes und im Zollparlament, und wie-
derum geleitete er die Vertreter des Volks
zum König ron Preußen, als diesem 1867
nach der Begründung des Norddeutschen
Bundes eine Adresse des Reichstags auf
der Burg Hohenzollern überreicht wurde,
sodann, als 18. Dez. 1870 der Reichstag
dem Künig die deutstze Kaiserwürde an-
trug. Auch der deutsche Reichstag wählte
dann S. zum Präsidenten. 1874 lehnte
dieser aber die Wiederwahl ab und zog
sich 1877 ganz vom politischen Leben zu-
rück. Inzwischen war er 1869 Chefprä-
hrn des Appellationsgerichts in Frank-
a. O. geworden. Aus diesem Amt
wurde er 1879 zum ersten Präsidenten des
Reicherrichts in Leipzig berufen.
Skalitz, Stadt im böhm. Bezirk Neu-
stadt, an der Aupa, bekannt durch den
Sieg der Preußen (5. Armeekorps) unter
General v. Steinmetz über die Osterreicher
6. und 8. Armeekorps) unter Erzherzog
eopold 28. Juni 1866.