560 Spezieller Teil.
Abschnitt VIII.
Namenführung und Ehrernrechte.
g 101.
Führung und Abänderung von Vor= und Familiennamen, sowie
Bezeichnungen von Vereinen usw.
Der Familienname wird durch die Geburt erworben und
ergibt sich aus den Standesamtsregistern.D) Das eheliche
Kind erhält den Familiennamen des Vaters.2) Das uneheliche
Kind führt den Familiennamen der Mutter. Hat die Mutter
infolge ihrer Verheiratung einen anderen Namen, so erhält das
uneheliche Kind den Familiennamen, den die Mutter vor der Verheiratung
geführt hat. Der Ehemann der Mutter kann durch
Erklärung gegenüber der zuständigen Behörde dem Kinde mit
Einwilligung des Kindes und der Mutter seinen Namen erteilen.3)
Das an Kindes Statt angenommene Kind erhält den
Familiennamen des Annehmenden. Wird das Kind von einer
Frau angenommen, die infolge ihrer Verheiratung einen anderen
Namen führt, so erhält es den Familiennamen, den die Frau
vor der Verheiratung geführt hat. Das Kind darf dem neuen
Namen seinen früheren Familiennamen hinzufügen, sofern nicht
in dem Annahmevertrage ein anderes bestimmt ist.“) Die Frau
erhält den Familiennamen des Mannes.ö5)
Die geschiedene Frau behält den Familiennamen des
Mannes. Die Frau kann ihren Familiennamen wieder annehmen.
War sie vor der Eingehung der geschiedenen Ehe verheiratet,
so kann sie auch den Namen wieder annehmen, den sie
zur Zeit der Eingehung dieser Ehe hatte, es sei denn, daß sie
allein für schuldig erklärt ist. Die Wiederannahme des Namens
erfolgt durch Erklärung gegenüber der zuständigen Behörde; die
Erklärung ist in öffentlich beglaubigter Form abzugeben. Ist die
Frau allein für schuldig erklärt, so kann der Mann ihr die Führung
seines Namens untersagen. Mit dem Verluste des Namens des
Mannes erhält die Frau ihren Familiennamen wieder.“)
1) § 15 Weß vom 6. Februar 4) § 1758 BGB.
1875, Rel. S. 2 5) § 1355 BGB.
)% 161 S 5 F 1577 BGB.
1706 BGB.