Full text : Deutschlands Schuld am Weltkriege.

Schlesische  Zeitung  (Nr.  126  vom  10.3.  1921):

...Gerade  in  diesen  Tagen,  da  die  Verhandlungen  in  London  beginnen,  Ist  ein
Buch  erschienen,  In  dem  die  Schuldfrage  am  Weltkriege  auf  Grund  der  belgischen
Dokumente  eingehend  chronologisch  untersucht  und  gezeigt  wird,  wie  sich  die  politische
Lage  in  der  Auffassung  der  belgischen  Diplomaten  darstellte.

...Wer  die  lange  Reihe  der  belgischen  Berichte  unbefangen  liest,  muß  zu  der
Überzeugung  kommen,  daß  Deutschland  den  Weltkrieg  nicht  verursacht  und  hervorgerufen
  hat,  daß  es  im  Gegenteil  alles  getan  hat,  ihn  zu  vermeiden.  Frankreich  und
Rußland  sind  es  gewesen,  die  unablässig  und  bewußt  auf  den  Krieg  hingearbeitet
haben.  Sie  sind  die  eigentlichen  Kriegshetzer  gewesen.  Möge  das  endlich  die  Welt
erkennen,  Mit  dieser  Erkenntnis  fällt  auch  jeder  Grund  weg,  der  den  Ententeforderungen
  überhaupt  eine  Berechtigung  geben  könnte.  Der  Versalller  Vertrag  enthält
einen  Fehispruch,  den  die  Geschichte  rlchtig  stellen  wird.  Deutschland  muß  aber  immer
wieder  gegen  das  ihm  zugefügte  Unrecht  laut  Widerspruch  erheben.  In  den  belgischen
Berichten  hat  es  einen  klassischen  Zeugen  seiner  Friedensliebe  und  seiner  Friedensbestrebungen
  gefunden.

Großdeutsche  Korrespondenz  (3.  3.  1921):

...Wie  eine  wahre  Erlösung  in  all  dem  Jammer,  den  wir  jetzt  durchmachen
müssen,  wirkt  das  herrliche  Buch  Schwertfegers  „Der  Fehlspruch  von  Versailles“.
Dieses  Buch  muß  auf  den  Tisch  eines  jeden  Politikers,  Beamten,  Lehrers,  Arbeiterführers,
  es  muß  in  jeder  deutschen  Familie  wie  der  ganze  Versailler  Schandvertrag
gelesen  werden...  Oberst  Schwertfeger  reißt  mit  kerndeutscher,  gründlicher  Rücksichtslosigkeit
  denen  um  Lloyd  George,  Clemenceau,  Briand  usw.  die  Fälscher-  und
Heuchlermaske  vom  Gesicht.  Er  schleudert  ihnen  und  den  eipenen  Vaterlandsverrätern
  die  Tatsachen  aus  den  Berichten  der  belgischen  Diplomaten  während  Jahrzehnten
  vor  dem  Weltkriege  bis  in  die  Julitage  des  Jahres  1914  ins  Gesicht  und  beweist,
  daß  das  deutsche  Volk  zum  allermindesten  um  nichts  schlechter  war  als  seine
Weltkriegsgegner.  Damit  entzieht  Oberst  Schwertfeger  aber  auch  den  von  teuflischem
Haß  gegen  Deutschland  erfüllten  Lloyd  George,  Clemenceau,  Poincar&  und  Briand
ein  für  allemal  die  Grundlage,  daß  der  Weltkrieg  nicht  Deutschland  und  seinen  Verbündeten
  allein  zur  Last  gelegt  werden  kann.  In  seinen  fünf  Bänden  „Zur  europäischen
Politik‘  ist  Schwertfeger  ausführlich  auf  die  Schuld  am  Weltkrlege  eingegangen  und
hat  drastisch  gezeigt,  wie  der  Herd  zum  Weltkrieg  in  seiner  ersten  Entstehung  bei  der
Entente  gesucht  werden  muß.  Interessant  ist  es,  daß  die  belgische  Regierung  gegen
die  Veröffentlichung  der  fünf  Bände  Schwertfegers  Einspruch  erhob  und  bei  dieser
Gelegenheit  die  Schriftstücke  aus  den  sogenannten  belgischen  Gesandtschaftsberichten
als  politische  Dokumente  von  höchster  Wichtigkeit  bezeichnete.  Und  die  amtlichen
deutschen  Stellen  erklärten  sie  für  Dokumente  von  unschätzbarem  Wert.  In  Deutschland
  ist  dieses  Werk  leider  gänzlich  unbekannt,  auch  unsere  verantwortlichen  Männer
in  der  Diplomatie  und  Politik  hätten  in  ihnen  nicht  allein  ein  vorzügliches  Material]
zur  Volksaufklärung,  sondern  vor  allem  auch  eine  scharfe  Verteldigungswaffe  nach
allen  Seiten...

Für  uns  Deutsche  gibt  es  heute  nur  eine  Aufgabe,  die  jeden  angeht,  am  allermeisten
  unsere  Arbeiterschaft;  wir  müssen  den  Kampf  um  das  Wlederaufnahmeverfahren
  in  der  Schuldfrage  auf  uns  nehmen.  Es  muß  immer  und  Immer  betont  werden,
daß  es  die  Gesandten  Belgiens  gewesen  sind,  die  bis  in  die  Sommertage  des  Schicksalsjahres
  1914  hinein  auf  die  großen  Gefahren  der  französischen  Revanchepelitik,  auf
den  russischen  Panstawismus,  auf  die  Verwicklung  der  Donaumonarchie  in  die  Balkanwirren
  und  die  unheilvolle  Einkreisungspolitik  König  Eduards  VII.  lange  vor  dem
Krieg  hingewiesen  und  dessen  Ausbruch  prophezeit  haben.  Der  Hauptsinn  der  belgischen
  Berichterstattung  aber  ist,  daß  Deutschland  und  sein  Kaiser  stets  für  die  Erhaltung
  des  Friedens  eingetreten  sind,  weil  sie  von  einer  kriegerischen  Auseinandersetzung
  von  vornherein  nichts  zu  erhoffen  hatten.

Was  lehrt  nun  der  Versailler  Friedensvertrag?  Die  Entente  hat  es  in  Versailles
abgelehnt,  mit  ihrer  Beweiserhebung  für  Deutschlands  Kriegsschuld  weiter  zurückzugehen,
  als  bis  auf  den  Besuch  des  belgischen  Königs  beim  deutschen  Kaiser  im  Herbst
1y  Die  geht  in  ihrer  Beweisführung  unmittelbar  auf  die  Ereignisse  nach  dem  28.  Juni

ein.

Diese  Tatsache  hat  ihren  guten  Grund!  Die  Entente  ist  sich  dessen  bewußt,
daß  eine  Schuld  am  Weltkrieg  Deutschland  nicht  nachzuweisen  ist,  wenn  ınan  die  ganze
historisch  beglaubigte  Entwicklung  in  der  internationalen  Politik  vor  dem  Weltkrieg
mit  heranzieht.  Sie  vermeidet  es  daher,  von  diesen  Dingen  auch  nur  zu  sprechen.

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