Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Num̃mer  246
—————
Die  Russen  in  Rumänien.

Budapest.  19.  Okt.  „A#§  Est“  meldet:
Die  Russen  richten  in  Rumänien  einen  eicenen
Etappendienst  ein  und  requtrierten  alle  Lebensmittelvorräte
  die  jedoch  nicht  für  das  Militär
rermendet  werden,  sondern  nach  Rußland  verfrachtet
  und  dort  unter  die  notleidende  Bevöllerung
  verteilt  werden.  Die  Rumänen  sind  darüber
  6  erbittert,  daß  in  manchen  Orten  nach
dem  Abzug  der  Russen  Unruhen  entstanden.
Oefters  machten  die  Russen  von  ihren  Waffen
Gebrauch,  wie  sie  überhaupt  mit  der  Bevöllerung
roh  umgingen.  Einzelne  Ortschaften  sind  schon
ganz  entoölkert.  (3)

Das  tote  Bukarest.

Lamburg,  19.  Okt.  Das  „Hamb.  Fremdenbl.“
  meldet  aus  Sofia:  Ein  kriegsgesangener
  Offizier  erzählt,  daß  keine  20.000  Einwohner
  mehr  in  Bukarest  wohnen.  Die  bemittelten
  Klassen  haben  gleich  beim  ersten  Jeppelinangriss
  die  Stadt  verlassen,  welche  wie  ausgestorLen
  ist.  Die  meisten  Geschäfte  haben  geschlolien.
  Nur  die  Läden,  die  Lebenemittel  verlaufen,
  mußten  auf  polizeiliche  Anordnung  offen
bleiben.  Waren  sind  kaum  vorhanden,  so  daß
die  Verpflegung  höchst  mangelhaft  cst.

Das  Ballan-Unlernehmen.
Die  enolisch-französischen
kulturbringer.

Seres,  19.  Okt.  (Von  einem  betonberen
Korrespondenten  des  WITB.)  Wie  der  bulaarische

  Heeresbericht  gemeldet  hat,  schofsen  die-Engländer

  mit  weittragenden  Kanonen  in  die
Tiudi  Seres.  Sie  wiederholen  das  seitdem  mit
dertelben  Regelmaßigleil,  mit  der  sie  in  Belaten
  Vomben  auf  die  unbeteiligten  Einwohner
##en;  denn  Seres  ist,  wie  alle  Welt  weiß,  von
Bulgaren  nicht  besenzt.  Die  Opfer  sind  denn  auch
schon  lechl  vetrachtlich  und  betragen  an  Toten
und  Verwundeten  etwa  57  Personen.  —  Es  sind
sichere  Nachrichten  eingelaufen,  daß  die  Franzosen
  auf  der  Strumafront  m  turkischen  Dörfern
nach  dem  rumöänischen  Beispiel  hausten,  die
Fraucn  vergewaltigten  und  die  Manner  schlachteten.
  Die  unter  sie  verteilten  griechischen  Resolutionäre
  mussen  das  ruhig  mit  ansehen.

III  (

Griechenisnd.

Versuch!  Venizelos  einen
Handstreich?
Genfs,  19.  Okt.  Die  Lyoner  Presse  meldet:
In  Athen  wird  man  einen  Theatercoup  erleben,
  weil  jenzt  Venizelos  und  Konduriotis  beschlossen
  haben,  angesichts  der  ruhigen  Lage  in
Athen  einen  letzten  Versuch  zur  lsurpierung
der  Regierungegemwalt  zu  machen.  Sie  rerließen
beide  inlognito  Saloniki  und  sollen  auf  einem
Kriegsschiffe  der  Entente  im  Piräus-Hasen  ungetummen
  sein,  was  das  Kabinelt  Lambros  beäng.
stigt.

 

„Nafere  Freunde  uond  Feinde.“

Magdeburg,  19.  Olt.  In  einer  vom
Auesch  uh  für  vaterländische  Kundgebungen  i#eni
.  gebäude  veranstalieten  großen  offentlichen
Versammlung  hielt  Reicstagsabgeordneter
Schisser-Magdeburg  einen  Vortrag  über  „Unsete
  Freunde  und  Feinde“.  Er  besprach  ausführlich
  die  Natur  und  die  Antriebe  des  Zusammengehens
  unserer  Feinde,  insbesondere  die
englische  Auffassung  vom  Kriege  und  ging  auf
die  kekannten  Angriffe  gegen  den  Reichskanzler
  ein.  Er  erklärte  dabei,  es  sei  beschimend  für
die  große  Zeit,  in  der  wir  leben,  wenn  die
Meinung  auflommen  tonnte,  als  ob  unser  deutsehes
  Volk  in  dieser  Zeit  von  Lügnern,  Trotteln
  oder  Verräteri  geleitet  würde,  wenn  man
leden  Klatsch  aufgegriffen,  jeden  Tratsch  dreitgeireten
  und  wabllos  Falsches  und  Wahres  gemischt
  habe,  um  denen  etwas  anzuhängen,  gegen
die  man  vorgehen  wollte,  wenn  man  sogar  ror
der  persönlichen  Ehre  dieser  Männer  nucht  Hall
Lemachl,  sondern  sie  in  den  Kot  gezogen  und
auf  vieje  Weise  Gist  in  die  Seele  des  Voltes
gespritzl  habe.  Der  Reichtstag,  der  berujene
Vertreier  des  Volles,  habe  einmütig  und  ohne
Unierschied  der  Parteien  sich  abgewendet  von
diesem  Treiben  (Bravo!).  Kein  Volksrertre.
ler  habe  auch  nur  ein  Wort  gefunden  zur  Verleidigung
  dieses  das  Vaterland  aufs  tiefste  schädigenden
  Treibens.  Es  sei  hoffentlich  für  u#nmer
  abgetan.  Aber  auch  bei  den  wahren  Patrioten
  seien  Zweifel  entstanden,  ob  die  Art
und  die  Anwendung  der  Kriegsmittel  gegen
England  immer  die  richlige  gewesen  seien  Auch
noch  dieser  Hinsicht  hätten  die  letzten  Reickstagsverhandlungen
  Klärung  gebracht.  Der  Reichslanzler
  habe  mit  seinen  bekannten  Auslassunden
  seine  Stellung  in  unzweideutiger  Weise  dargelan,
  sodaß  kein  Zweisel  mehr  für  Billigdeniende
  übrig  bleiben  könne.  Er  hade  mut  Recht
seine  Verachtung  gegen  Diejenigen  ausaesprochen,
  die  ihm  noch  zutrauen,  daß  er  Cuoland

 

—
schonen  wolle.  Dem  deutschen  Volk  wollen  wir
die  Sorgen  von  der  Seele  nehmen,  als  ob  es
anders  sein  könnte.  Die  noch  bestehenden  Zweifel
  über  das  Ob  und  Wann  der  verschäcften
Anwendung  der  U-Bootswaffen  seien  auch  in
den  Verhandlungen  des  Reichstages  hervorgeten,
  dessen  Behandlung  der  Sache  vorbildlich
gewesen  sei  und  dem  rorzeirigen  ZJubel  der  feindlichen
  Presse  uber  einen  drohenden  Rih  im  deutscahen
  Volke  ein  rasches  Ende  bereilet  hätten.
Redner  schloß:  Wir  wollen  nicht  ehrenroll  unterlienen,
  wie  die  Franzosen  bei  Leipzig,  sondern
ehrenvoll  siegen.  Wir  wollen  einen  Frieden,  bei
dem  wir  gewinnen  und  die  Ehre  behallen  und
die  Sicherheit,  daß  wir  im  Frieden  mit  Ehren
bestehen,  daß  unsere  Krässe  sich  entfalten  ldner.
Der  Reichskanzler  hat  für  die  Politik  das  Wort
„Freie  Bahn  für  jeden  Tüchtigen“  geprägt.
Freie  Bahn  für  den  Tüchtigen  auch  im  Waltverkehr
  verlangen  wir  für  unser  Volk.  Dethalb
brauchen  wir  für  uns  ohne  alle  Eroberungegelüste
  aus  der  Notwendigkeit  unseres  Seins  heraus
  die  Unterlagen  für  einen  Frieden  in
Ehren.  Außer  Faust's  „freiem  Volk  auf  freiem
Grund“  brauchen  wir  aber  auch  ein  freie#  Mcer
zum  Austausch  der  Früchte  unseres  Fieiß:s.
(Lang  andauernder  Beifall.).

 

Die  Lebensmiteelf,  age  im  Reichshanshallsausschuß.


Verlin,  19.  Okt.  Der  Reichshaushalts#ausschuß
  begann  heute  vormittag  die  Beratungen
über  die  Ernährungsftagen.  Der  Berichterslalter
  söh#r##  u.  a.  aus,  daß  das  Kriegsernährung:-amt
  stark  ausgebaut  wurde  und  gegenwirtig
eima  2%0  höhere  und  mittere  Bramte  umfatt.
Von  den  Parleirednern  murden  vers#ch'edene
nafde  und  Anregungen  ausgesprochen,  auf  de
der  Bräsident  des  Kriegsernährungsamtes,  Q###r
1  Bat#l,  antmorteie.  Er  gab  sein  Besterden
kund,  ein  moglichst  lu4kenlos.  Ernährungosustem
auszubauen,  sprach  auch  uber  die  Maßregeln
vegen  den  Mucher  und  betonte,  daß  es  pratte  scher
sei,  nur  den  Verkäufer,  nicht  aber  den  Käufer  we-9e.##
  Ueberschreitung  der  Höchstpreise  zu  beurasen,
  wen  sonst  zahlreiche  Fälle  verborgen  blieten.
Er  gab  zu,  daß  mit  der  Beschlagnahme  von  B.#1
ter,  Milch  und  Eiern  erst  begonnen  murde,  als
die  beile  Zeit  vorüber  war.  Nationiert  werden
sollen  auch  die  sogenannten  Streichmittel  (Marmeladeh),
  Graupen,  Grutze  usw.  Eine  Beschlagnahlne
  aller  Nahrungsmittel  sei  unmöglich.  Doch
soll  eine  Art  Zuventur  angeilellt  werden  uber
das,  was  wir  in  Nahrungsmittein  haben  Auf
Grund  dieser  Inventur  mird  der  Wirtschefterlan
  ausgestellt  werden.  Bis  Mitte  NJovember
hosft  #an  rollige  Klarheit  zu  haben.  Weiter
jagte  Leir  u.  Batocki  zu,  daß  die  Fultermittei
bald  biliiger  werden  würden.  Die  Verhandlunden
  Bi#crüber  seien  abgeschlossen.  Das  Kontindent
  der  Brauereien  werde  herabgescht  werden,
  uenn  das  Ernleergebnis  festitehen  werd.
Die  Karloffelverladungen  haben  in  der  letzien
z  wesentlich  zugenommen.  Unter  kemen  lm
länden  wird  mehr  Spiri#us  hergestelll  werden.
als  die  Heercsrerwaltung  nöt  g  hat.  Die  Preise
fur  gile  Prodnk.e  aus  Mehl  seien  her#ubgesetzt.
Dar  Zeutrum  beantragte  die  Vorlegung  ciner
Statihii  über  die  Zahl  der  beim  RKriegser
nahrungsamt  und  den  Kriegsgesellsckaften  be
scäfungten  Personen,  uber  ihr  Gchalt  und  ilre
##eton.  Der  Antrag  nmurde  gegen  de  Süninen
  der  Fortschritiler  und  der  Soz  aldemokte#en
angenemmen.  Präsident  Batocki  erklärte  in  lan
gerer  Nede,  bei  Festsetzung  der  Höchsipreise  sri
Vorffähr  am  Platze,  da  unangebrachte  Hochst
nreiie  die  Ware  verdrängten.  Ueber  die  Art  der
Beilraiung  des  Wuchers  schwebten  Erwäg.ingen.
Die  gesamie  landwirtschaftliche  Erzeugung  sei
Kunderarerweis  sehr  hoch  geblieben,  krobdem
es  an  Arbeitsträften,  Pferden  uswm.  mangelt.
Eme  Cthöhung  der  Höchstpreise  lonne  nicht  beu
  imig"  werden.  Die  Getreideversorgung  verdiene
  alles  Lob.  Die  Fleischrationierung  sen
jetzt  durchgeführt.  Noch  größere  Schwierigleilen
  stunden  der  Rationierung  von  Butter  und
Milch  entgegen.  Auf  Rückschläge  musse  man  iich
gefaßt  machen.  Fur  alle  Nahrungsmittel  sei  ein
umfassender  Wirischaftsplan  bereits  ausgearbeitet.
  Er  nerde  baldigst  vorgelegt.  Vor  einem
zu  großen  O  ptimismus  hinsichtlich  der  Körnerernte
  müsse  gewarnt  werden.  Die  örtlschen
Sckwier  gkeiten  in  der  Kartoffelversorgung  seien
jetzt  im  allgeme  nen  überwunden.  Der  Kartoffelpreis
  sei  angesichts  des  Erntcergebnisses  sehr
wWahl  zu  verantworten.

 

Berschledene  Nachrichten.

Verlin,  19.  Oktob-r.  Die  Beratungen  de
Verliner  Magistrats  über  die  Monopolisierung
der  Wurstberstellung  sind  nunmehr  beendel.  Tie
städtische  Verwaltung  wird  schon  in  allernäch
sier  Zeit  mit  der  Einrichtung  der  notwendigen
Vorleyrungen  auf  dem  städlischen  Schlacht=  und
Viehhof  beginnen,  um  die  gesamte  für  Berkin  ersorderliche
  Wurstfabrikation  in  die  Hand  nelmen
  zu  können.  Dieser  Entschluß  hat  nn  den  Kreisen
  der  Berliner  Ladenschlächter  große  ErregLung
  hervorgerufen.  Ein  Einspruch  der  Berliner
Gieschemeer  gegen  wird  vorbereitet.

 

—ss—.
——————.—.—————————  ——

Die  „vertragliche“  Schweinemafl.

(Von  Direktor  Jesei  Anger##twer.  Lorstand  der
Futtermittel-Abtellung  der  landw.  Zentralgenoslen#chaft
Regensburg).

n  letzter  Zeit  ging  durch  die  eesse  eine
nch  en  kiSei-  für  die  Mästung  von  inen
  Helermittel  bereit  gestellt  werden.  Das  aus
diesen  Futtermitteln  erzeugte  Schweinefleisch  soll
in  erster  Linie  für  die  Heeresverpflegung  gesichert
  werden  und  dann  auch  der  Zivilbevölkerung
dienen.  Um  diese  Sache  nun  recht  bald  in  wirksamer
  Weise  zur  Durchführung  zu  bringen,  hat
für  eine  ganze  Reihe  von  Kommnnalverbänden
die  Landw.  Zentralgenossenschaft  Regensburg  es
übernommen,  alle  für  die  Haltung  von  Schweinen
  in  Betracht  kommenden  Kreise  zu  interessieren
  und  das  notige  Futter  zu  besorgen.
Die  Landwirtschaftliche  Zentralgenossenschaft  Regensburg
  hat  einen  Vertrag  zur  Lieferung  von
380000  Stück  Feitschweinen  innerhalb  Jahresfrist
  eingegangen  und  verpflichtet  #brerseils  nun
Einzelmäsier  zur  Haltung  und  Ablieferung  von
Schweinen.  Für  je  ein  Schwein,  welches  bei
Ablieferung  mindestens  180  Pfund  Lebendaewicht
aufweisen  muß.  werden  von  der  Boyer.  Futtermittel-Verteilung
  G.  m.  b  H.  u.  Co.  München
4  Zir.  Mais,  Gerste  oder  Getreideschrot  für  die
Mästungzur  Verfügung  gestellt,  welche  bei  Abnahme
bar  bezahlt  werden  müsien.  Für  landwirtschaftliche
Betriebe  und  größere  Mästereien  ist  die  durchführung
  der  Futterzuteilung  des  größeren  Bezuges
  wegen  sehr  einfoch.  Es  genügt  aber  nicht.
v  nur  größere  Betriebe  masten,  sondern  es
müssen  auch  kleinere  Wirtschaften  und  alle  Kreise.
welche  uber  irgend  ein  geeignetes  Plätzchen  zur
Schweinehaltung  versügen,  hiezu  herangezogen
werden.  Dem  sogenannten  Schwein  des  „kleinen
Mannes“  steht  in  der  Fleisch=  und  Fettversorgung
  eine  wichtige  Aufgabe  zu.  Nun  weiß  aber
jedermann,  daß  zwei  oder  drei  Schweine  zu
halten  und  zu  füttern  nicht  viel  mehr  Arbeit
macht.  als  wenn  nur  ein  Schwein  cingestellt  wird.
Die  Mast=  und  Heranfütterung  von  Schweinen
nur  für  andere  Leute  und  blos  des  Geldes  wegen
kann  das  Interesse  solcher  Kreise  allein  nicht
genügend  entsachen.  Es  soll  deshalb  jedermann
möglich  sein,  außer  dem  sogen.  „Vertragsschwein“
aut  noch  nebenher  ein  Schweinchen  für  den
eigenen  Haushalt  zu  füttern.  Hier  versucht  nun
die  Landw.  Zentralgenossenschaft  heisend  einzuspringen
  und  sichert  jedem  kleinen  Schweinehalter
  im  vorneherein  pro  Vertragtsschwein  nicht
4  Zentner  sondern  5  Zentner  Schweinejutter  zu.
Wenn  nun  alle  Küchenabfälle.  Speisereste  und
sonstige  zur  Fütterung  geeigneten  Stoffe  in  jedem
Haushalt  sorgsam  gesammelt  werden.  ist  die
Durchhaltung  einer  z#eigenen  Saur  neben
dem  Vertrags  schwein  vollig  gesichert  Tas  Futter
wird  für  die  kleineren  Schweine  in  einem  sogen.
Trankfutter  zu  bestchen  haben,  welches  in  der  ersten
Zeit  der  Mast  ctwas  eiweisreicher  sein  muß.  Für  den
Schluß  der  Mast  wird  mehr  Koörnerfutter  gereicht.
  um  guics  Fleisch  und  besonders  kernigen
Speck  zu  gewährleisten.  Die  nötigen  Futtermengen
  sind  vollständig  gesichert.  Es
kann  also  jedermann  sich  darauf  verlassen.  daß
die  einmal  begonnene  Mast  auch  vollständeg  durchgeführt
  werden  kann.  Ta  die  Anichaffungskosten  für
Schweine  ohnehin  schon  großere  Barauslagen  notig
machen,  ist  dafür  gesorgt,  daß  die  benötigten  Futtermengen
  in  kleineren  Parlien  auch  wochen-  und
monateweise  dezogen  werden  können.  Auch
das  finanzielle  Verlustrisiko  kann  eventl  durch
eine  nicht  zu  teuene  Versicherung  gedeckt  werden.
Die  Uebernahme  der  ausgemästeten  Ae#tragsschweine
  erjolgt  zu  den  jeweils  geltenden  gesetzlichen
  Hochsipreisen.  Für  Schweine.  welche  mehr
als  200  Pfund  Lebendgewicht  bringen.  wird  eine
Ertraprämie  von?  Mark  und  für  solche  uber  250
Pfund  eine  Prömie  von  10  Mark  rio  Stück
gewährt.

Wenn  der  Schrei  nach  Fett  und  Fleisch  einigermaßen
  verstummen  soll.  so  trachte  jeder,  der
nur  kann,  cin  pnassendes  Platchen  für  mindestens
zwei  Schweine  iu  finden.  6s  ist  wirklich  eine
raterlanoische  Tat.  Schweine  zu  halten.  zumal
unsere  wackeren  Trupven  damit  in  erster  Linie
versorgt  werden  sollen.  Außerdem  wird  von
diesen  Schweinen  der  Zioinbevolkerung  zugewicsen
werden.  was  befonders  den  großeren  Städten  zu
Gute  kommen  wird.  Ter  eigene  Haushalt  ist
dabei  aber  auch  nicht  vergessen.  wenn  nebenher
  auch  noch  das  „  Familienschwein“  gehalten
werden  kann.  Hausschlachlungen  sind  in  diciem
Falle  zulässig  und  ersolat  die  Anrechnung  für
das  erste  nach  dem  2.  Oklober  10#1.  zu  ichlach.
tende  Schwein  nur  zu  ein  halb  und  für  dies  #olgenden
  au  dreifünftel  des  Schlachtgewichtes

Auf  diese  Woije  ist  die  Fleischversorgung  bebesonders
  für  Winter  und  Frühijahr  einigermaßen
  sicherzustellen.  Gerade  durch  die  Haltung
  von  Schweinen  in  moglichst  kleinen  Betrieden
  und  Haushaltungen  tritt  die  wirksamfte
Verteilung  des  Risikos,  welches  bei  großeren
Mastunternehmen  durch  Seuchengefahr  usw  besonders
  groß  ist,  cin.  Die  Fleischversorgung  ist
augenblicklich  eines  der  wichtigsten  Kapitel  und
besonders  seit  2.  Oktober  geht  es  recht  „mager'
her.  Wer  „setteren“  Zeiten  entgegengehen  will.
begnüge  sich  nicht  mit  Schimufen  über  Verordnungen,
  sondern  vertreibe  diese  Zeit  wirksamer
durch  praktische  Selbsthilfe,  der  möglichn  eigenen
Schweinehaltung.  Der  alte  Bauernwahrspruch
„EGhret  die  Säue  in  Liche  und  Krene“

sollte  in  dieser  Zeit  wieder  zur  Geltung  kommen.

Näaimskas,  27.  M####ße##  1##

Alle  zweckdienlichen  Aufschlüsse,  wie  Abschluß
von  Verträgen,  tterzuteilung  etce.  erteilt  für
den  Bezirk  Rosenheim  die  4Et  telle  des
Konmunalserbanes  Nosenhelm-Land  (Kal.
Eegirksamt,  Zimmer  22),  das  Benernvereinslagerhams
  Eudorf  und  Herr  Gg.  Fiusterwalder,
Landlunuble.

SEluchener  Neussteilen

münchen.  19.  Cktober.  Wie  wir  von  der
Schlachl--  und  Viehhofdirektion  erfahren,  ist  das
neue  Fieischlontingent  für  München  derart  ge
gen  das  bieherige  zurückgesetzt  worden,  daß  es
pro  Kopf  und  Woche  eine  große  Schmäierung
bedeuiel.  Infolgedessen  sieht  sich  der  Magistrat
München  reranlaßt,  schon  in  den  nächslen  Tagen
  zu  dieser  neuen  Festsetzung  Slellung  zu
nebmen.

münchen.  19.  O#.  Wie  bereits  berichtet.
hat  die  Preisprusungsstelle  München  die  Abgabe
von  Radattmarten  beim  Schuhemkauf  verbe
len.  Zett  giebt  der  Handelsschutz=  und  Radattrarrerein
  München  bekannt,  daß  gese#liche  Be
flimmungen  die  Abgabe  von  Rabattmarken  nien
rerbieien  und  daß  gegen  den  Beschluß  der  Preis
vrufangssteile  bei  der  zuständigen  Behörde  Be—
schwerde  eingereicht  wurde.

Bawerische  Nachrichten.

Immenstadt,  19.  Olt.  In  der  Nachi  vom
16.  ium  17.  Cl#lober  brannte  aus  bisher  undelaunter
  Ursache  die  Besler'sch:  Kistenfabr  in
Langenwang  bei  O  beritdorf  ab.  Infolge  Wer
windes  Lerbreitele  sich  da  Feuer  ungemein  rasch
von  der  Säge  aus  uber  die  Werknäne,  einen
Örciterl#adl,  den  Stall  und  die  Scheune.  D#
Wo#huhaus  konnte  gercitei  werden,  ebenso  das
M.#ulinenhaus,  wahrend  das  Orkonomiegebäude
dem  Zeuer  zum  O  pfer  fiel.

Ampfing,  19.  Onn.  Ats  der  3  jahrige  Sohn
des  Landwirres  Egglhammer  in  Oberhornlirchen
  nach  Eiern  suchte,  kam  er  dem  Treibriemen
des  Futtermorors  zu  nahe,  wurde  erfaßt  und
zerauelicht.

Rod  enbach  i.  Pf.,  19.  Olt.  Die  Wiitwe
Linn  war  im  Walde  mit  dem  Entharzen  von
Bäamen  beschäftigt.  Dabei  kam  i#se  mil  ihren
mit  Harz  getränkten  Kleidern  dem  Feuer  zu
nahe  und  im  Nu  stand  sie  in  hellen  Flammen.
Waldarbeiler,  die  in  der  Näße  waren,  kamen
zwor  der  Unglücklichen  sofort  zu  Hilfe,  sie  hane
jedoch  schon  so  schmere  Verbrennungen  erlitten,
  daß  sie  nach  ihrer  Verbringung  ins  Kranlenliaus
  in  Kaiserslautern  flarb.

UNittenau,  19.  Olt.  Ein  riesiges  Schadenieuer,
  desen  Herd  die  Scheune  des  Oek#nomicn
  Seb.  Michel  war,  vernichtete  in  der  Bodenfleinersiraße
  dahier  14  mi:  (Getreide  und  Fu#ieiborrülen
  vollgefüllte  Städel.  auch  viel  Gejiuael
  terbrannic,  da  der  Brand  nachts  wütete.
Der  Brandschaden  beziffert  sich  auf  viele  Tcu
sende  von  Mark  und  trifft  durchwegs  Ue##
Fueler.

 

 

 

35  serisches  Cbterier

Mrottenmühl,  19.  Ol:.  Das  Oelonemie—
amnscn  der  Familic  Kolwanger  in  Reiic##
lei  Urnersiegsdorf  ging  durch  die  Vermi#llung
dem  Immobilienburo  Ed.  Bachberger.  München.
Tal  12.  in  den  Besin  des  Herrn  Verer  Huver.
Canofociiger  in  Krollenmuhl  a.  S.  über.  Pro
btolollierung  hat  bereit?  staitgesunden.

Enderif,  19.  Ckiober.  Das  „Bauern##iiter
Anwesen“"  dahler  ging  kurzlich  aus  dem  Beine
es  Lerrn  Vrauereibeigers  Ludmig  Sengmi:
ler  in  Lalfing  an  Herrn  Joseph  Bartl.  Courage.
handler  in  Endorf  uber,  welcher  dasselbe  bew  r.
icheftel.

Kolbermoer,  18.  Olt.  Der  Katholische  Aubeiterverein
  feierte  in  aller  Stille  jein  25  jam:
ges  Suftungssen,  verbunden  mit  dem  :2chn
jähnigen  Stiftungsfeit  des  Kath.  Burichenre.
r#eins.  Früh  6  Uhr  fand  gemeinsame  Generalfkommunion
  ülatt.  um  1½  Uhr  war  gemeinschafiii
cher  Kirchenzug  und  Hochkamt.  Bei  der  gutdenichten
  Fenrersammlung  sprach  H.  H.  Bezirt
prases  Lohr  aus  Muünchen.  Von  den  43  Grüundungomitgliedern
  waren  15  anwesend.

Nas  Aibling,  19.  Olu.  Ein  Gärinerson
inn  gelegentlich  des  Besuches  der  Fortbildunge.
schulc  einen  Kameraden  mit  einem  Messer  jo
in  den  Oderschentel  gestochen,  daß  er  nach  Anlegung
  eines  Nowerbandes  ins  Krantkendans
gedracht  werden  mußte.

mictraching,  19.  Okt.  Aus  der  Haft  einlassen
  wurde  die  wegen  Meineids  ven  der  -
barmerie  in  das  Amtzgerichtsgefängni=  cinne
Leserte  Gütlerstochter  Anna  Bachmater  dah  er-Es
  handelt  sich  zweiscllos  um  einen  Rachra##.

Dolzkirchen,  19.  Ou.  HJeute  Nacht  staltelen
  Diebe  der  Schweinczuchlanstalt  ver  Oberbayrischen
  Dampfmoltkerei  im  nahen  Haid  (früheres
  Liebhaberanwesen)  einen  Besuch  ab,  in.
dem  sie  die  Stallung  einbrachen  und  darane
zwei  schöne  trächtige  Zuchtschweine  fortschlepp
ten.  Verdachtemaomente  auf  die  Diebe  liegen

 

Poör.  –