Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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So,  wird  Christianismus  so  weit  gelehrt,“  als  er  zugleich
als,  Republikation  der  natuͤrlichen  Religionzerscheint.  Wenn
nun  aber  Naturalisten  und  Atheisten?  muß  nicht  hier  gemeinschaftlicher
  Unterricht  unmoglich  seyn  ?  Es  bleibt  voch
noch  wohl  Eines  gemeinschaftlich  —  die  Moral;  denn  diese
ist,  unabhängig  von  den  religidsen  Jdecn,  erweisbar.  Demungeachtet
  könnte  aber  hier  ein  solcher  gemeinschaftlicher
Unterricht  nicht  statthaben,  auf  keinen  Fall  ausreichen.  Denn
4a)  bloße  Moral  ohne  alles  Vehikel  von  Relilgion  bält
sich  bei  einem  Volke  nicht.  Bielleicht  bei  einzelnen  Menschen;
  aber  auch  bei  diesen  schwer,  denn  einestheils  verschwindet
  die  Moral,  wenn  nicht  ein  solches  Vehikel  sie
unterstützt  auch  hier,  anderntheils  fübrt  die  Moral,  wenn
sie  sich  hält,  nothwendig  auf  Religion  hin.  Der  Mensch
macht  sich  also  eine  solche  Basis  zu  seiner  Moral,  wenn
man,  sie  ihm  nicht  giebt;  insbesondere  das  Volk,  mag  es
noch  so  viel  moralischen  Sinn  besitzen,  will  ein  unbekanntes
  Etwas  haben,  vor  dem  es  gleichsam  einen  heiligen
Schauer  empfindet,  will  immer  noch  eine  mysteridse  Wolke.
will  Wunder  aufzuldsen  haben.  Gewiß  moͤchte  auch  nirgends
das  einzige  Moralpredigen  Stich  halten;  nichts  langweilt
geschwinder;  Niemand  hört  gewiß  leicht  mehr  als  höchstens
drei  Frühlings-Predigten;  und  gerade  je  kulrivirter  das  Volk
ist,  desto  weniger  bedarf  es  der  Stimme  des  Predigers,  um
Moral  zu.  hören.  p)  Selbst  natürliche  Religion  alleinhält
  sich  bei  einem  ganzen,  Volke  nicht.  Ein  ganzes
hat  noch  kein.  Volk  mit  jener  sich  begnügt,  —  und  man.
mag  ein  noch  so  großer  Gegner  der  christlichen  Religion  seyn,
über  ihre  Wahrheit  denken  wie  man  will,  so  ist  sie  unläug“
bar  unter  allen  positiven  Religionen,  die  je  waren  und  wahr