Volltext : Erinnerungen an die Kriegsjahre im Königlich Preußischen Kriegsministerium. Dritter Band. Wehr und Waffen 1914-1918. (3)

Die  Feldpost  157

Schwierigkeiten  zu  kämpfen;  die  schnellen  Bewegungen  des  Heeres,
besonders  des  rechten  Heeresflügels,  im  Westen,  die  zahlreichen  plötzlichen
  Verschiebungen  kleinerer  und  größerer  Truppenkörper,  die  Neuaufstellungen,
  und  endlich  die  sich  zuweilen  als  notwendig  ergebenden
Umbezeichnungen  von  Truppenteilen  machten  der  Feldpost  ihre  Aufgabe
unendlich  schwer.  Hinzu  kam  noch  die  sehr  häufige  falsche  Adressierung
der  Sendungen.  Dies  alles  ist  bei  Beurteilung  ihrer  Leistungen  zu  berücksichtigen.
  Jedenfalls  waren  viele  der  damals  gegen  die  Feldpost
erhobenen  Klagen  nicht  berechtigt.  Die  Einführung  der  Feldpostpäckchen
von  250  Gramm,  später  500  Gramm,  von  Feldpostkarten  mit  angebogener
  Antwortkarte  und  Kartenbriefen,  die  in  gleicher  Weise,  wie
die  Feldpostkarten  fast  unentgeltlich  an  die  Truppen  im  Felde  ausgegeben
  wurden,
die  Herabsetzung  des  Portos  für  Briefe  und  Pakete,
die  Zuleitung  der  Pakete  von  und  nach  der  Front  lediglich  auf  dem
Wege  über  die  Militär-Paketdepots,
die  Einrichtungen  für  die  Weihnachtssendungen,
die  Einschränkungen  des  Bargeldverkehrs  zwischen  den  Kassen  des
Feldheeres  und  der  Versendung  von  Postpaketen  als  Heeressache,
das  Verbot  der  Versendung  feuergefährlicher  Gegenstände,  insbesondere
  von  Streichhölzern  von  und  zum  Feldheere,
die  Annahme  von  Noten  der  deutschen  Privatnotenbanken  durch  die
Feldpostanstalten,  sowie
die  Portofreiheit  für  Feldpostsendungen  Heeresangehöriger  an  ihre
Familienmitglieder,  die  in  neutralen  Ländern  wohnten,
alles  dies  waren  Maßnahmen,  die  wesentlich  zur  Erleichterung  des
Postverkehrs  dienten.  Die  Post  hat  für  das  Heer  viel  geleistet,  das
darf  ihr  nicht  vergessen  werden.
Der  Abteilung  A.E.  aber  und  ihrem  tatkräftigen  Chef  Major  Fleck
möchte  ich  hier  besonders  meine  Anerkennung  für  ihre  erfolgreiche  Arbeit
aussprechen.