eine Verwechselung mit Dokumenten aus den „Kaiserlich
russischen“ Archiven, mit den Aussagen des Suchomlinow-Prozesses
untergelaufen? Soll etwa die Publikation
aus Süddeutschland — Wiedergabe der Eindrücke
eines jungen Diplomaten aus Gesprächen, nicht mie den
verantwortlichen Stellen, dem Kanzler oder mir, sondern
mit einem nachgeordneten Beamten und mit fremden
Diplomaten — zu der Ungeheuerlichkeit inkerpretiert
werden, daß die Reichsleitung blutdürstend zum Kriege
getrieben habe! Nur Hypokrisie oder böser Wille oder
völlige Unkenntnis der im entscheidenden Augenblick bei
uns vorwaltenden Motive kann es wagen, solche Behauptungen
aufzustellen. Vom Kaiser herab bis zum
letzten Beamten des Auswärtigen Amtes bestand der
Wunsch und die Hoffnung, dem Blutvergießen auszuweichen,
wenn es ohne Gefährdung unseres Bundesgenossen
und unserer selbst geschehen konnte. Einzig und
allein die beabsichtigte Uberstärzung der russischen Mobilmachung
zwang uns zu dem Entschluß des Uleimatums
und der Kriegserklärung an Rußland. Der Entschluß
war gewißlich der schwerste, der sich denken ließ, aber
Deutschland konnte der Stunde der Entscheidung nicht
ausweichen, es mußte den aufgezwungenen Kampf für
seine Selbstverteidigung annehmen.
Oas Wort Prestige ist oft mißbraucht worden, aber
die Großmachtstellung einer Nation, deren Betätigungsmöglichkeit
nach außen hänge von ihrem Ansehen
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