Freundschaft, damit „gute Freunde und getreue Nachbarn“
nicht mangeln, Schmuck und Schutz des Hauses
zumal. Wie lebt Luther für seine Freunde und mit ihnen!
Er trägt schwer an Melanchthons Unbeständigkeit und
Zaghaftigkeit, weil er „die Sorge so gierig in sich sauge
wie der Blutegel das Blut und das Gebet Luthers so
kraftlos mache“ (27. Juni 1530), er versteht den Freund
nicht, der nur begreifen will, wie die Sache Ende und
Ausgang nehmen werde, so doch Gott den Ausgang
(der Reformation) in einen Begriff gestellt hat, der heißt
fides (Glaube) 29. Juni). Und schon tags darauf tadelt
er ihn, weil er sich allein glaube, Luther aber und den
Freunden nicht. „Aber es muß nicht heißen: So ich Phi—
lippus. Das „Ich“ ist zu gering. Es heißt: So ich: Das
ist sein Name: der ich sein werde. Man sieht nicht, was
er ist, aber Er wirds sein. So werden wir sehen (an
Spalatin 30. Juni 1530).“ Wie wünscht er, daß Melanchthon
aufhören wollte, die „Welt zu regieren,“ d. i. sich
selbst zu kreuzigen und zu martern (Brief an Brenz).
Aber die Freundschaft hat er ihm nie gehündigt, sondern
treulich durch alle Fährlichkeiten bewahrt, in streitbarer
Fürbitte zu Weimar erwiesen und noch über seinem Grabe
von dem also Geehrten bezeugt erhalten. „Eure Söhne,“
schreibt er weiter an Dr. Rühel, den Kanzler (29. Juni 1534)
„werden bei mir sein, wie die meinigen. Ihr seid ja nicht
mein falscher Freund, so will ich ja auch nicht falsch gegen
euch und die Euren alle werden, so lange mir Gott den
Odem läßt.“ Und dem also Gestärkten gibt er den großen
Trost aus Röm. 14, 8. „Domini sumus“, ja wohl im
Genetiv und Nominativ, des Herrn, weil wir sein Haus,
ja seine Glieder sind und Herren sind wir, „weil wir über
alles herrschen durch den Glauben, der unser Sieg ist“.
Den Studierenden der Theologie, Hieronymus Weller, den
Lehrer seines Hänschens tröstet er in seiner Schwermut,
er solle Sorgengedanken nicht anblichen, nicht in ihnen
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