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möglich. Die kritische Auflösung ist insofern gewiß, als sie die Frage
nicht objektiv betrachtet, sondern nach dem Fundament der Erkenntnis,
auf dem sie gegründet ist.
Kant löst die Antinomien durch die Subjektivität der Erscheinung,
d. h. durch Unterscheidung zwischen Erscheinung und dem Ding
an sich, die er umgekehrt damit beweist und erklärt. Nach dem transzendentalen
Idealismus ist alles in Raum und Zeit Angeschaute nur
Erscheinung, das als bloße Vorstellung einer Reihe von Veränderungen
außer unseren Gedanken keine an sich gegründete Existenz hat. Die
Gegenstände der Erfahrung sind nur in dieser gegeben und nicht an
sich selbst, sie existieren also außer derselben nicht.
In den ersten beiden Antinomien widersprechen die Behauptungen
der Antithesis nicht nur denjenigen der Thesis, sondern sie sagen
darüber hinaus noch etwas Synthetisches aus. Dieses nennt Kant die
dialektische Opposition im Gegensatz zur analhtischen, bei der der Gegensatz
nur den Widerspruch enthält. In zwei dialektisch einander entgegengesetzten
Urteilen können aber alle beide falsch sein, und dieses ist
der Fall bei den ersten beiden Antinomien. Da in den ersten beiden
Antinomien die Behauptungen auf Raum und Zeit basieren, diese aber
subjektive Formen der Anschauung sind, so ist die Welt in bezug auf
diese ein Noumenon, d. h. intelligibel und als solches selbst die Grenze
unserer Erkenntnis. Dasselbe gilt für das unendlich Kleine. Die
unendliche Größe der Welt und das unendlich Kleine der Teile ist als
Grenzbegriff unserer Vernunft nichts weiter als ein regulatives Prinzip
derselben. .
In den beiden ersten Antinomien hat man es mit einer Syn—
thefis von Gleichartigem inbezug auf sinnliche und übersinnliche Gegenstände
zu tun, in den letzten beiden, in den dynamischen, liegt dagegen
eine von Ungleichartigem vor. Während jene es mit der Größe zu tun
baben, befassen sich diese mit dem Dasein und mit dem Verhältnis der
jekte.
Da an einem Gegenstand der Sinne dasjenige intelligibel ist,
was nicht selbst Erscheinung ist. so kann letzteres, wenn es Substrat der
Erscheinung ist, von zwei Seiten betrachtet werden und zwar als intelligibel
nach der Handlung des Ding an sich und sensibel nach der Wirkung
als Erscheinung der Sinnenwelt. Da die intelligible Seite unter
keinem Zeitverhältnis steht und letzteres das Kriterium für die Notwendigkeit
der Kausalität ist, so fällt die Kategorie der Notwendigkeit
fort und man kann auf Unabhängigkeit und Freiheit schließen, die aber
inbezug auf den intelligiblen Charakter nicht erkannt, sondern nur
gedacht werden kann, d. h. man kann wohl die Möglichkeit aber nicht die
Wirklichkeit der Freiheit nachweisen. Inbezug auf den phänomenalen