Volltext : Das Buch von unsern Kolonien.

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Die  Gebirge  schwanken  zwischen  3000  und  6000  m.  Der  gletscherbedeckte
Kilimandscharo  hat  eine  Höhe  von  rund  6000  m.  Er  wurde  1889  von
Dr.  H.  Meyer  und  Dr.  Purtscheller  zum  erstenmal  erstiegen  und  Kaiser-Wilhelmsspitze
  getauft.  Der  einheimische  Name  dieses  höchsten  Berges
in  dem  sonnendurchglühten  Erdteil  ist  Kibo,  der  Helle.  Er  ist  das  geheimnisvolle
  Mondgebirge  der  Alten  und  erhielt  diesen  Namen  wegen
der  Sichelform  seiner  Schneekuppe.  Er  war  als  Vater  der  Nilquellen
berühmt.  Ostlich  ihm  gegenüber  steht  der  Mawensi,  der  Dunkle,  mit
5355  m  Höhe.  Zwischen  beiden  Höhen  etwa  liegt  die  tropische  Schneegrenze.
  Der  nördlich,  schon  auf  englischem  Gebiete  liegende  Kenia  oder
Ruwanzero  mit  5600  m  trägt  ebenfalls  eine  Schneekuppe.  Sie  sind
Brüder  der  im  Westen  des  Viktoria  Nyansa  sich  erhebenden,  noch  tätigen
Gruppe  von  Vulkanen  an  der  Grenze  unseres  Gebiets  und  des  Kongostaates,
  mit  dem  4000  m  hohen  Mfumbiro.

Die  Küste  besteht  aus  Korallen.  Parallel  mit  ihr  zieht  sich  ein
breiter  Gürtel  von  mittlerer  Höhe,  das  Randgebirge  mit  Vorbergen  und
Hügeln  hin.  Es  ist  zum  großen  Teile  ebenso  wie  die  uns  gehörige  Insel
Mafia  (523  qkm)  der  Sitz  von  Fiebersümpfen.

Die  Mrima  (Küste)  ist  sandig,  mit  mächtigen  kaum  bewachsenen
Dünen.  Dahinter  staut  sich,  wie  an  den  Flachküsten  des  Westens,  vielfach
  auch  hier  das  Süßwasser,  in  welchen  mit  hohen  Stelzwurzeln  unser
alter  Bekannter,  der  Mangrovebaum  wuchert,  dessen  Holz  dem  Anschein
nach  zu  nützlicher  Verwendung  kommen  wird,  und  dessen  Rinde  als
Gerbstoff  Aufnahme  fand.  Die  Böschungen  sind  mit  Busch  und  Bäumen
bewachsen,  darunter  die  erst  in  späteren  Zeiten  eingeführte  Ol=  oder
Kokospalme,  deren  Kultur  alle  Förderung  erfährt.  Die  Araber  haben
hier  auch  den  Mangobaum  aus  Indien  heimisch  gemacht,  dessen  wohlschmeckende
  Steinfrüchte  bis  zu  1  kg  schwer  werden.  Die  Rinde  enthält
Tannin,  das  Holz  ist  dem  der  Eiche  ähnlich.  Die  Samen  sind  ölhaltig
und  werden  auf  Martinique  zu  Stärkemehl  verarbeitet.  Der  Kopalbaum
ist  ebenfalls  häufig.  Das  Handelsprodukt  wird,  wie  erwähnt,  aus
der  Erde  gegraben.  Agaven  liefern  einen  vorzüglichen  Hanf.  Reis,
Zuckerrohr,  Mais,  Maniok,  Durra  werden  in  dieser  Küstenregion  fleißig
angebaut.  Es  ist  eine  fruchtbare  Niederung,  die  sich  im  Süden  unseres
Gebiets  sogar  weit  inland  bis  zum  Nyassasee  ausbreitet.  Dahinter
dehnt  sich  die  Steppe  bis  an  das  meist  steil  abfallende  Randgebirge.
Auf  deren  Rücken  befindet  sich  eine  tafelförmige  Hochebene,  welche  in