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die Deutsch-Russen Kaffeegärten anzulegen, da die Kaffeekultur sich im
Kilimandscharo-Gebiet als ganz besonders ergiebig erweist und sehr wohl
für die Siedler als Einnahmequelle dienen kann. Jeder Ansiedler ist
ferner im Besitz von sechs bis sieben Rindern, zwanzig Stück Kleinvieh
und einer Menge von Enten und Hühnern. Surrah und Texasfieber sind
bis jetzt nicht vorgekommen. Das Klima des Landes ist herrlich. Trotzdem
ich mich auf der Siedlung im heißesten Monat des Jahres auf—
hielt, so sah ich mich doch morgens und abends gezwungen, über meine
weiße Tropenkleidung einen europäischen Rock anzuziehen. Im Zelte
beobachtete ich um diese Zeit stets 120 R., und nur um die Mittagszeit
nahm die Temperatur einen mehr tropischen Charakter an. Über Nacht
wurde ich kaum unter zwei Kamelhaardecken warm! Nach Aussage der
Deutsch -Russen soll es überhaupt am Meru lange nicht so heiß sein,
wie sie es vom Kaukasus her gewöhnt sind. Moskitos gibt es nicht.
Das Wasser der selbst in der Trockenheit fußtiesen Quellflüsse, aus denen
die Ansiedler ihren Bedarf schöpfen, ist so kalt, wie man es nur wünschen
kann. Dabei ist es kristallklar und im Geschmack erfrischend. Kein Wunder,
wenn unter diesen Umständen der Gesundheitszustand auf der Siedlung
ein vorzüglicher ist. Abgesehen von der Sandflohplage, unter der die
Leute anfangs gelitten haben, hat sie kein Übel betroffen. — — Wie
wohl sich die Deutsch-Russen in Ostafrika fühlen, zeigt schon der Umstand,
daß sowohl die erste wie die zweite Partie ihre Verwandten nachkommen
lassen will und daß zwischen beiden Gruppen infolgedessen eine
gewisse Rivalität herrscht. Mit der Bevölkerung stehen sich die Ansiedler
aufs beste. Die Arbeiterverhältnisse sind sehr günstige zu nennen.
Die Wameru kommen sehr gern zur Arbeit und der Lohn beträgt nur
10 Heller = 13 Pfennige pro Tag und Kopf.
Was den Gesundheitszustand im allgemeinen anbetrifft, so zeigen
die 53 Todesfälle auf 2465 Weiße nichts anormales. Der Bahnbau
nach Morogoro zeitigte viele Fieberfälle, die aber gutartig blieben. Auch
hat die Pest in Sansibar, die Schlafkrankheit am Viktoria-Nyansa und
Tanganyika an unsern Grenzen Halt gemacht. Unser großer Bakteriologe
Koch hat sogar gegen die letztere ein Spezifikum gefunden, dem unfre
Krankenanstalten Ruhm und Zulauf verdanken.
Die Einnahmen der Kolonie betrugen im Jahre 1905 5⅛ Millionen
und fast 6 Millionen Reichszuschuß.
Der Wert des Gesamthandels hielt sich bis 1902 zwischen 10 und
Beta, Das Buch von unsern Kolonien. 10