Friedrich (Kaiser und Könige).
cenz veranlaßte sofort die geistlichen Fürsten
Deutschlands zur Wahl des Grafen
Wilhelm von Holland, der bald auch in
Süddeutschland Anhänger fand. In Italien
begann nach den Niederlagen bei
Parma (1248) und am Fossalta. 24
in deren letzterer König Enzio gefangen
wurde, die Lage des Kaisers sich wieder
günstiger zu gestalten, als derselbe 19.
Dez. 1250 uhouentino bei Luceria an
der Ruhr starb. Vorher hatte ihn noch
sein Freund, der Erzbischof von Palermo,
vom Bann freigesprochen. Im Testament
hatte F. seinen ältesten Sohn, Konrad IV.,
und für den Fall, daß dieser kinderlos
sterben würde, Isabellas Sohn Heinrich,
der ihm 1253 im Tod nachfolgte, endlich
Manfred zu Erben ernannt. Bh Schirrmacher,
Kaiser F. II. (1859—65, 4Bde.);
Winkelmann, Kaiser F. II. (Bd. 1,
1863; Bd. 2, 1865).
3) F. III., der Schöne, Sohn König
Albrechts I. und der Elisabeth von Kärnten,
geb. 1286, übernahm nach der Ermordung
seines Vaters 1308 als der
älteste noch lebende Sohn die Regierun
des Herzogtums Österreich für S( un
seine jüngern Brüder. An seinen Vetter
Ludwig von Bayern, mit dem er zusammen
erzogen, war er durch ein inniges
Freundschtzpand gebunden. 1313 geriet
er wegen der Vormundschaft über die
—*' von Niederbayern mit ihm in
treit, entsagte derselben aber nach der
Niederlage bei Gamelsdorf. Nach dem
Tod Heinrichs VII. ward F. von der Minderheit
der Kurfürsten gegen Ludwig zum
deutschen König erwählt und 25. Nov.
1314 in Bonn Ferrönt. Nach mehrjähriem,
blutigem Bürgerkrieg, in dem F. bei
Feinem Bruder Leopold und dem Papst
Johann XXlII. nachhaltige Unterstützung
fand, wurde durch die Schlacht bei Mühldorf
(s. d.) 1322 eine Entscheidung zu
Gunsten Ludwigs herbeigeführt. F. wurde
in der Schlacht gefangen und drei Jahre
lang auf der Burg Trausnitz in der
Oberpfalz fessgehalten, bis er Ludwig als
rechtmäßigen König anerkannte und foine
Brüder zur Unterwerfung zu bewegen
versprach. Als ihm dies nicht gelang,
kehrle er, wie er geschworen, in die Ge-137
fangenschaft zurück, wurde aber von Ludwig,
der ob solches Edelmutsgerührt war,
1325 zum Mitregenten angenommen.
Als der Papst und die deutschen Kurfürsten
sich dagegen erklärten, einigten sich
die nun versöhnten Feinde dahin, daß F.
als römischer König Deutschland verwalten
Lece, während * Ai
zur Kaiserkrönung gehe. Doch zog sich F.
nach Leopolds Tod (1326) gen zurück
und beschäftigte sich mit der Verwaltung
seiner Stammlande. Er starb 13. Jan.
1330. In Österreich setzte sein jüngerer
Bruder, Herzog Albrecht II., das Geschlecht
fort. Vgl. Kopp, Die Gegenkönige F.
und Ludwig und ihre Zeit (1858).
4) F. IV., als deutscher Kaiser F. III.,
Sohn Herzog Ernsts des Eisernen von
Osterreich und der Cimbarka von Masovien,
wurde 1415 zu Innsbruck geboren
und folgte 1424 seinem Vater nach dessen
Tod unter Vormundschaft in den Herzogtümern
Steiermark, Kärnten und Krain.
1435 trat er mit seinem Bruder Albrecht
dem Verschwender die Regierung selbständig
an und war zugleich Vormund
für seinen Vetter Siegmund von Tirol
und später für Ladislaus Posthumus von
Niederösterreich, Ungarn und Böhmen.
Nach Albrechts II. Tod 2. Febr. 1440 zum
deutschen König erwählt, kam er erst 1442
in das Reich und ward zu Aachen gekrönt.
Während auf dem Reichstag zu Nürnberg
ein Teil der Kurfürsten zunächst Neutralität
und sodann zur Beseitigung des
Schiemas ein allgemeines Konzil vorschlug,
trat F. durch Vermittelung des
Enea Silvio Piccolomini mit Papst Euen
IV., den das Baseler Konzil abgesetzt
tte, in Unterhandlung und gab begen
ahlung von 221,000 Dukaten und das
ersprechen der Kaiserkrönung die Interessen
Deutschlands und der Kirchenreform
preis (1446). Als dann der Papst die
Erkischöft von Köln und Trier absetzte,
schlossen die Kurfürsten einen Kurverein,
gerftelen dann aber infolge der Intrifen
es Papstes unter sich, und Eugen 1V.
nahm noch auf seinem Sterbelager 1447
die Unterwerfung der deutschen Fürsten
entgegen, nachdem er die Berufung eines
neuen Konzils verheißen und die Supe-