Full text : Das Buch von unsern Kolonien.

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Chinin-Prophylaxe  oder  Vorkehrungslehre  die  Malariagefahr  so  gut  wie
beseitigt.  Auch  die  Eingeborenen,  die  Papua,  von  denen  man  auf  unserem
Gebiet  etwa  einen  auf  den  Quadratkilometer  rechnet,  leiden  darunter.
Sie  fallen  den  klimatischen  Krankheiten,  Ruhr,  Malaria  und  den  schwer—
heilenden  Geschwüren,  die  durch  den  Ringwurm  herbeigeführt  werden,
vielfach  zum  Opfer.  Sie  sind  wenig  zutraulich  und  trotz  aller  Kindlichkeit
voll  Heimtücke,  so  daß  die  Reisen  ins  Innere  schon  viele  Opfer  gekostet
haben.  Von  allen  Melanesiern,  Leuten  mit  schokoladenfarbiger  Haut  und
von  untersetztem  Körperbau  und  korkzieherartig  gedrehtem  langem  Lockenhaar,
  sind  sie  die  am  wenigsten  wirtschaftlichen.  Sie  haben  keine  Bedürfnisse.
Der  Brotfruchtbaum  gibt  ihnen  Nahrung  und  das  wenige,  was  sie  zur
Kleidung  brauchen.  Sie  besteht  aus  einem  rotgefärbten  Lendengürtel
für  die  Männer  und  einem  Schurz  für  die  Frauen.  Dieser  ist  in  der
ganzen  Südsee  „Tabu“.  Alles,  was  „Tabu“  ist,  wird  in  der  ganzen
Südsee  mit  nachahmenswerter  frommer  Scheu  und  Gewissenhaftigkeit
heilig  gehalten  und  ist  so  diebessicher  wie  bei  uns  nicht  einmal  ein
eiserner  Geldschrank.  Man  könnte  fast  von  einer  Tabureligion  reden.
Dieser  Schurz  wird  mit  vieler  Geschicklichkeit  aus  Fasern  gewebt,  welche
die  Sagopalme  liefert.  Er  wird  auch  nur  bei  besonderen  Gelegenheiten
getragen,  etwa  wie  die  Schuhe  unserer  Spreewälderinnen.  Die  Frauen
legen  ihn  erst  an,  wenn  sie  ein  festliches  Haus  betreten.  Die  gesamte
Südsee  starrt  von  Zieraten  aller  Art,  die  man  aus  Muscheln,  Hundsund
  Eberzähnen  herstellt,  auch  aus  farbigen  Gräsern,  welche  die  Papuafrauen
  vorzüglich  zu  flechten  verstehen,  ebenso  wie  ihr  langes  krauses
Haar.  Die  Frisur,  die  Färbung  ihres  Leibes  mit  farbigen  Erden,  auf
den  Inseln  auch  die  Tätowierung,  ist  ihre  vornehmste  Sorge.  Solche
Tätowierungen  nehmen  viele  Jahre  in  Anspruch  und  bekunden  Rang
und  Reichtum  des  betreffenden  Opfers  dieser  nebenher  schmerzhaften
Operation.  Ein  Bananenblatt  dient  ihnen  als  Schirm.  Die  Papua
wohnen  in  kleinen  Dorfgemeinden,  in  Häusern,  die  leicht  und  luftig  aus
Bambusstäben  aufgerichtet  und  mit  Matten  aus  Palmblattrippen  gedeckt
werden,  und  in  denen  als  Schutz  gegen  die  Stechfliegen  und  Moskitos
—  die  Träger  der  Malaria-Infektion  —  ewige  Feuer  schwelen.

Ein  vornehmster  Gegenstand  des  Handels  sind  die  zierlichen  gebrannten
  Tongeräte,  die  auf  den  Inseln  der  Astrolabe-Bai  angefertigt
werden.  Mit  diesen  fahren  die  Männer  in  ihren  langen  schmalen  Einbäumen
  oder  „Lakatois“  weithin  übers  Mcer,  und  jedesmal  gibt  es