— 157 —
Chinin-Prophylaxe oder Vorkehrungslehre die Malariagefahr so gut wie
beseitigt. Auch die Eingeborenen, die Papua, von denen man auf unserem
Gebiet etwa einen auf den Quadratkilometer rechnet, leiden darunter.
Sie fallen den klimatischen Krankheiten, Ruhr, Malaria und den schwer—
heilenden Geschwüren, die durch den Ringwurm herbeigeführt werden,
vielfach zum Opfer. Sie sind wenig zutraulich und trotz aller Kindlichkeit
voll Heimtücke, so daß die Reisen ins Innere schon viele Opfer gekostet
haben. Von allen Melanesiern, Leuten mit schokoladenfarbiger Haut und
von untersetztem Körperbau und korkzieherartig gedrehtem langem Lockenhaar,
sind sie die am wenigsten wirtschaftlichen. Sie haben keine Bedürfnisse.
Der Brotfruchtbaum gibt ihnen Nahrung und das wenige, was sie zur
Kleidung brauchen. Sie besteht aus einem rotgefärbten Lendengürtel
für die Männer und einem Schurz für die Frauen. Dieser ist in der
ganzen Südsee „Tabu“. Alles, was „Tabu“ ist, wird in der ganzen
Südsee mit nachahmenswerter frommer Scheu und Gewissenhaftigkeit
heilig gehalten und ist so diebessicher wie bei uns nicht einmal ein
eiserner Geldschrank. Man könnte fast von einer Tabureligion reden.
Dieser Schurz wird mit vieler Geschicklichkeit aus Fasern gewebt, welche
die Sagopalme liefert. Er wird auch nur bei besonderen Gelegenheiten
getragen, etwa wie die Schuhe unserer Spreewälderinnen. Die Frauen
legen ihn erst an, wenn sie ein festliches Haus betreten. Die gesamte
Südsee starrt von Zieraten aller Art, die man aus Muscheln, Hundsund
Eberzähnen herstellt, auch aus farbigen Gräsern, welche die Papuafrauen
vorzüglich zu flechten verstehen, ebenso wie ihr langes krauses
Haar. Die Frisur, die Färbung ihres Leibes mit farbigen Erden, auf
den Inseln auch die Tätowierung, ist ihre vornehmste Sorge. Solche
Tätowierungen nehmen viele Jahre in Anspruch und bekunden Rang
und Reichtum des betreffenden Opfers dieser nebenher schmerzhaften
Operation. Ein Bananenblatt dient ihnen als Schirm. Die Papua
wohnen in kleinen Dorfgemeinden, in Häusern, die leicht und luftig aus
Bambusstäben aufgerichtet und mit Matten aus Palmblattrippen gedeckt
werden, und in denen als Schutz gegen die Stechfliegen und Moskitos
— die Träger der Malaria-Infektion — ewige Feuer schwelen.
Ein vornehmster Gegenstand des Handels sind die zierlichen gebrannten
Tongeräte, die auf den Inseln der Astrolabe-Bai angefertigt
werden. Mit diesen fahren die Männer in ihren langen schmalen Einbäumen
oder „Lakatois“ weithin übers Mcer, und jedesmal gibt es