Full text : Amtliche Kriegsdepeschen Band 1 (1)

 

Die  Kriegsanleihe.

Berlin,  18.  September.  Das  Ergebnis  der  Zeichnungen  auf  die  Kriegs—  8
anleihen  kann  zur  Stunde  noch  nicht  endgültig  festgestellt  werden,  doch  ergeben  die
bls  jetzt  eingelaufenen  Anzeigen  schon  ein  Zeichnungeresultat  von  zwetieinhalb
Milliarden  Reichsanleihe  und  von  über  eine  Milliarde  Mark  Schatzanweisungen,  6tn
zusammen  also  von  über  dreieinhalb  Milliarden  Mark.  Diese  Ziffern  werden  sich  noch  be-  6.

deutend  erhöhen.  Der  Erfolg  übersteigt  alle  Erwartungen  und  ist  ein  machtvoller  Beweis  sfuͤr
  die  Kapitalkraft,  aber  auch  für  die  vaterländische  Begeisterung  des  deutschen  Volles.

(W.  T.  B.)  l
Die  Einigkeit  der  Bölker  Oesterreich-Ungarns.  *

Wien,  19.  September.  Antlich  wird  verlautbart:  Einzelne  ausländische  hre.
organe  behaupten,  in  unserem  Heere  hätten  Truppen  der  einen  ober  der  anderen  7
Nationalität  im  Kriege  nicht  voll  entsprochen.  Eine  englische  Quelle,  die  sich  auch  *
sonst  durch  Verbreitung  der  unsinnigsten  Tartarennachrichten  auszeichnet,  wußte
sogar  von  einer  Meuterei  böhmischer  Regimenter  zu  berichten.  Diesen  iendenziösen
Entstellungen  gegenüber,  die  auf  mancherorts  bestehende  IUnkenntnis  der  Verhältnisse  *
der  Monarchie  berechnet  sind,  muß  mit  aller  Entschiedenhelt  erklärt  werden,  daß,  *
wie  in  früheren  Zeiten,  so  auch  im  gegenwärtigen  aufgezwungenen  Kampfe  alle  *
Bölker  unserer  ehrwürdigen  Monarchie,  wie  unser  Soldateneid  sagt  „Gegen  seden  8
Feind“,  wer  es  immer  sei,  in  Tapferkeit  wetteifernd  einmütig  zusammenstehen.  Ob  *
auf  den  russisch-galizischen  Schlachtfeldern,  ob  auf  dem  Balkankriegsschauplatze,  es  “
kämpfen  Deutsche,  Madjaren,  Nord-  und  Südslawen,  Italiener  und  Kumänen  in  Eä
kreuer  Anhänglichkeit  an  den  Allerhöchsten  Kriegsherrn  und  im  Bewußtsein,  welch  *

hohe  Güter  wir  verteidigen,  mit  gleich  bewunderungswürdigem  Heldenmut,  der  *
unseren  Truppen  selbst  die  Anerkennung  unseres  gefährlichsten,  numerisch  weit  über-  3
legenen  Gegners  errungen  hat.

So  hat  im  Norden,  um  nur  ein  Beispiel  anzuführen,  das  aus  Slowenen,

Kroaten  und  Italienern  zusammengesetzte  Infanterieregiment  Nr.  901  bei  Lemberg

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mit  hervorragender  Bravour  und  Zähigkeit  gefochten  und  schwere  Verluffe  standhaft  7
ertragen.  Wenn  noch  des  Otocsaner  Insanterieregiments  Nr.  79,  das  sich  ebenso

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wacker  im  Süden  in  den  schweren  Kämpfen  an  der  unteren  Drina  hielt,  gedacht
wird,  so  geschieht  dies  nur,  um  den  von  serbischer  Seite  verbreiteten,  sehr  übertriebenen
  Angaben  über  die  Verluste  dieses  Truppenkörpers  entgegenzutreten.  Während
die  Serben  von  3000  Toten  dieses  Regiments  berichten,  beträgt  der  bisherige  Ge-S


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samtverlust  der  braven  Truppe  nach  amtlicher  Fesistellung  1424  an  Toten,  VBerwun-  5
deten  und  Vermißten.  Nachrichten,  wie  die  aus  russischer  Quelle  stammende,  von  *8
70000  österreichisch  ungarischen  Gefangenen  in  den  Schlachten  von  Lemberg,  bedürfen
nach  den  bisherigen  amtlichen  Richtigstellungen  wohl  keines  Dementis  mehr.  8
Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes.

v.  Hoefer,  Generalmasor.  (W.  T.  B.)

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