Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Aummer  79

Rosenlelmex  Angzelgen.

Sonntag,  4.  April  1818

 

ob  das  Bündnis  auch  nach  dem  Krieg  in  oer
jetzgen  Form  bestehe.  Ferner  wirft  Tokutomi
die  Frage  auf,  welche  Haltung  Engtand  in  dem
Streite  zwischen  Japan  und  Nordamerika  einnehme.
  Schon  bei  der  letzten  Erneuerung  des
Bündnisses  schien  England  geneigt,  Japan  den
Amerilanern  zu  opfern.  Jedenfalls  werde  das
.Bündnis  in  einem  solchen  Streitfalle  für  Japan
wenig  Wert  haben.  In  den  chinesischen  Angelegeneiten
  sei  England  vielfach  ein  Konkurrent,
  wenn  nicht  ein  Gegner  Japans,  und
der  Konkurrent  verwandle  sich  leicht  in  einen
Feind.  Die  Engländer  Chinas  zeigten  schon
frũher  und  auch  jetzt  eine  Abneigung  gegen
Japan.  Für  Jaypan  sei  daher  ein  englisch-japanische-
  Zusarimenwirken  in  der  Lösung  der
chinesischen  Frage  praltisch,  unmöglich,  und
schließlich  müsse  sich  Japan  fragen,  welche  Haltung
  England  nach  dem  Friedeneschluß  in  der
Welt  einnehmen  werde.  Tokutomi  wiill  nicht
gerade  sagen,  daß  England  unzuverlässig  sei,
aber  er  weist  auf  den  brilischen  Egoismus  hin,
der  sich  schon  früher  zeigte,  ehe  England  sich
in  den  Krieg  einmischte.  Man  müsse  sich  daher
die  Frage  vorlegen,  wie  England,  ausschließlich
an  die  einenen  Interesse  denkend,  Japans  Interessen
  schützen  werde.  Das  eine  Mal  fehle  es
England  an  Macht,  Japan  beizustehen,  ein  anderes
  Mal  fehle  der  Wille  und  wieder  ein  anderes
  Mal  beides.  (Z.).
Cochinchinaund  Tongkin  im  Belagerrungszustand.


Saigon.  2.  April.  Der  Generalgouverneur
von  Indochina  verhängte  den  Belagerungszustand
  über  Cochimina  und  Tongkin  und  ordnete
  die  Mobilmachung  aller  Klassen  der  Reserve

  an.  (J.).
2

"“  "
der  Krieg  gegen  Eugland
Weitere  englisch-französische

Schiffeverluste.

London.  2.  April.  (Reuter.)  Der  englische
Dampfer  „Seven  Seas“  ist  auf  der  Höhe  von
Beacky  Head  ohne  vorberige  Warnung  durch
ein  deutiches  Unterseeboot  zum  Sinken  gebracht
worden:  das  Schiff  sank  innerhalb  drei  Minuten.
  Von  der  18  Mann  starken  Besatzung
sind  11  ertrunken.  Drei  britische  Fischdampfer
wurden  heute  früh  durch  ein  deutsches  Unterseeboot
  auf  der  Höhe  von  Skields  zum  Sinken
gebrackzt,  Die  Mannschaften  wurden  gerettet.
Der  französische  Schoner  Madelaine,  nach
Swansea  unterwegs,  kenterte  bei  der  Einfahrt
in  den  Hasfen  von  Leiroes  durch  eine  Sturmbö.
Vier  Mann  der  Besatzung  wurden  gerettet,  zwei
ertranlen.  Der  englisce  Dampfer  „South  Paific“,
  von  lasao  nach  Neunork  unterwegs,
ist  am  Dienste  bei  der  Infel  Arran  mit
einem  unbelannten  Schiff  zusammengestoßen.
Die  Vesatzung  wurde  gerette#.  Im  Kanal  ist
ein  unbekannter  französischer  Dampser  torpediert
  worden.  Zmei  Milfahrende  und  zwei  Leichen
  find  nach  Dover  gebracht  worden;  die
meisten  auf  dem  Schisse  Bekindlichen  scheinen
ertrunten  zu  sein.  Es  handelt  sich  anscheinend
um  den  Ddampfer  „Emma“,  von  dem  bereits
berichte:  wurde.  (J.)

—

Dieschwe  ren  englisäccn  Verluste.

  
 

„Dailn  Telezgraph“
Verluste  vom  24.

London.,  2.  Ayril.
verössentlichi  di-Fer



iritischen

 

ziere  und  4496  Mann  an  Toten.  Die  Gesamtverluste
  für  diese  Zeit  betragen  1081  Offiziere
und  18793  Mamschaften.  Die  Gesamtverluste
der  Marine  während  des  letzten  Monats  belaufen
  sich,  soweit  sie  veröfjentlicht  sind,  in
den  Kämpfen  im  önlichen  Mittelnteer  auf  220
(7)  Mann,  wozu  noch  182  Mann  vom  Hilfskreuzer
  „Ba)ano“  und  6  Mann  vom  Minenfischer
  „Ter.“  komen.  Die  Gesamtverluste  an
Offizieren  cif  dert  westlichen  Kriegsschauplatz
betragen  sei.  den  10.  März  900  Mann.  ()3.)
"  2  e

Som  ölschen  Eriegsschanpsaßz.
Die  rustliscken  Offiziere  verluste
in  der  zveiten  Masurenschlacht.
Berlin,  2.  April.  In  Petersburg  wird
nunmehr  die  latastropl  ale  Niederlage  in  der
Winterschlacht  an  den  Masurischen  Seen  offen
zugegeben.  Am  28.  März  wurde  die  letzte  Liste
der  Ofsiziersverluste  aus  dieser  Schlacht  veröffentlicht.
  ie  Ausescheidung  der  auf  die
Kämpfe  zwischen  Weichsel  und  Njemen  entfallenden
  Verluste  aus  den  22  Listen  war  ziemlich
leicht,  da  die  Listen  geschlossen  mit  jenen  von
anderen  Kriegsschauplätzen  abwechselten,  wie  sich
aus  dem  Vergleich  mit  der  Armee-Rangiiste
(mittels  der  Namen  höherer  Offiziere  ergab).
In  der  Winterschlacht  sielen:  3  Generäle  (Generalleutnants
  und  Generalmajore!,  11  Obersten
und  Oberstleutnats,  19  Majore,  297  Hauptleute.
463  andere  Osfiziere.  Verwundet  wurde  :  10
Ceneräle  (auch  General  Bulgakoff,  Korpsionmandeur),
  32  Obersten  und  Oberstleutnanks,
57  Majore,  381  Hauptleute  und  1107  andere
Offiziere.  Nur  ein  schwaches  Drittel  dieser  verwundeten
  Offiziere  ist  an  der  Front  geblieben.
Als  vermist  bezw.  gefanden  wurden  keine  Generäle
  gemeldet  (obwohl  sich  mehr  alo  &#-Dutzend
  in  deutscher  Gefangenschaft  besindet)?,
dagegen  werden  10  Obersten  und  Oberstleutnants,
  28  Majore,  211  Hauptleule  und  381
andere  Offiziere  als  gefangen  gemeldet.  Es
ergibt  sich  also  ein  Gesam:miabgang  von  733
getöteten,  1587  verwundeten  und  630  vermißten
  Ofsizieren,  zusammen  2950  Ofsfizieren.  (3.)

10

i  re
Non  den  ößerr.  Kriegsschaupläten.
Der  amtliche  österr.  Bericht.

WITB.  Wien,  2.  April.  Amtlich  wird  verlautbart:
  An  der  Front  in  den  Ostbeskiden
herrscht  i#e#n  allgemeinen  Ruhe,  da  alle  russischen
Angriffe  in  den  letzten  Tagen  blutig  abgewiesen
wurden.

In  den  östlich  anschliegzenden  Abschnitten  der
Karpathenfront,  wo  starke  russische  Kräfte  angreisen,
  wird  gekämpft.

An  der  Reichsgrenze  zwischen  Pruth  und
Dujeitr  schlugen  unsere  Truppen  einen  überlegenen
  Angriff  der  Russen  zurück.  In  10  bis
15  Reihen  hintereinander  griff  der  Feind  tagsüber
  an  mehreren  Stellen  der  Schlachtfront  an.
Vis  abends  währte  der  Kampf.  Unter  schweren
Verlusten  wurde  der  Gegner  überall  zum  Rück- 



rnar  bis  .  .  Darnach  verioren  die  zug  gezwungen  und  wich  namentlich  vor  dem
W-  auf  allen  Friegeschauplägen  390  Offi-  südlichsten  Albschnitt  fluchtartig  zurück.
Vortenno

V  wartt  Nahiraktr.
i1  26
EEEAIIBIIIIILIIX,IT
###  #s

r  mirnter  kaum,  was  er  ihr  erwidert  hatte:
wußte  luter,  daß  er  den  innigen  Druc
"1—uu  weichen  Ddaud  zurül-  gegeben  und  ihr
irarndeine  neue  L#  uige  gesagt.  Wie  ein  Missetäter,
  den  Jurtt  und  ieue  von  dem  Orte  leiner
Verfehlung  binweg:reit  en,  moillte  er  sich  davonstehlen.
  UAber  er  ##te  nicht  verbindern.  daß
ihn  draußen  im  Irner  auch)  Mannel  del
Vasco  norh  jur  in:  ge  Selun  den  zurückbielt.

„Ci  D.  s·

29

Varii

     
  

 

ei.  verucr.  e  der  liebenswindige
  Duu  honr.  in  iter::  droh  ndem
Tene.  „Ein  Kontein.  das  orauften  im  Batio
ge  ssen,  b  mir  gar  mun  d.  ilune  #ucchriten
ins  Ohr  g  siert.  Wenn  es  nicht  gelogen  hat,

mißie  ich  Innen  ewaltig  bose  sein.  Aber
ich  dorftete  wich  schlecht  darauf,  und  ich  fürchte,
dan  mir  schließtich  doch  nichts  anderes  übrigbleiden
  wird,  al-  Ihnen  zu  V##rzeihen.

Er  wußte  alio  *  dcnbar  beruie  alles,  und
es  ivar  kein  zIn-  en  l,  daf,  er  es  hnur  von  Jsabella
  r*  nren“  1  aur  «  tout  s  luis  ils-tu  uchtc

 

 
   

 

»·t1":  11  O  klu.11,ute
ein«  Col-IT  i  lH  I1  UtANUOH
hielt.  aber  Don  iata  ram  ihm  zuvor:

Wir  werden  morgen
darüber  reden,  nicht

Andere  lamen  hin  zu;  ein  etwas  angebeiterter
  Deputterter  schob  seinen  Arm  unter
Deal'#unn  und  zog  ihn  ahnungsden

  des  lun  den  —
los  mit  sich  sort.  Wie  ein  Träumender  legte

„Nich't  jent.  nicht  jent!
in  aller  Gemachlichteit
z#r“

 

Werner  an  der  Seite  des  elfrig  schwatzenden

den  Weg  zu  lemem  Hotel  zurück.

t.  1.  mas  joner  iprach;  die  letzten,
tigen  Worie  Isabellas  llangen
ir  im  Ore  nach,  und  dazwischen
giandte  er  eine  andere  jugendfrische  Stimme
zu  vernehmen.  die  ihm  mahnend  zurief:  „Auch
Rosemte’ten  lönnen  eine  unzerreißbare  Fessel
sein.  Kein  redlicher  Mann  lann  zwei  feindlichen
  Parteirn  gleich  zeitig  dienen.“

norte
zär  5/  „an
ihm  noch  inm

     

12.  Kapitel.

Genen  Morgen  irst  hatte  Rodewaldt  den
stundenlann  vert#er#ich  ersehmen  Schlummer  gefunden,
  einen  umnhigen  Schlummer  mit  wirren

 

Träumen,  die  keineczmegs  fuß  und  wonnig  gewesen
  waren,  obaleich  Isabella  del  Vasco  in
scdem  von  ibnen  eine  bedeutiame  Nolle  ge-#vernier

  als  sonst  erwachte  er  mit
Kopi  und  schweren  Gliedern.
Eine  dumpie  M#dr  ateit  wolkte  ihn  an  das
Lazer  icsieln,  aber  ##  schürtelte  sie  energisch"
ab,  um  sich,  wie  er  hoffte,  durch  einen  Spaziergang
  in  der  frischen  Morgenlust  von  den  üblen
Nacwirkungen  der  ruhelnsen  Nacht  zu  befreien.
Stine  Toiiene  war  rasch  beendek,  und
lungelte  nach  dem  Pellner,  der  ihm  das  Frühstuck
  zu  bringen  pilegte.  Der  junge  Mensch
ersmien  sofoel,  aber  die  Platte  mit  dem  Kaffee
und  dem  #is  seen  Gebäck  war  nicht  das  einzige,
was  er  bracht
„Schon  vor  einer  halben  Stunde  ist  veler
Brief  für  Sie  abgegeben  worden,  Senno
sarte  er  mit  jenem  vielsagenden,  veuiraulich
dreisten  Lacheln,  das  Hotelbedienstete  anzuneinnen
  pücten,  wenn  sie  sih  zu  halben  Mitwissern
  einer  zartlen  Angelegenheit  gemacht
alauben.  „ine  niedliche  lleine  Chola  (sarbiae

spiem  hatte.
benommenem

 

In  Polen  und  Westgalizien  keine  Veränderung.
  Ein  Nachtangriff  der  Russen  an  der  unteren
  Nida  scheiterte  im  wirkungsvollsten  Feuer
der  eigenen  Stellungen.

Die  Besatzung  von  Przemysl.

Wien,  2.  April.  Ueber  den  Fall  von  Przemusl
  wird  noch  gemeldet:  Die  Besatzung  der
Festung  zog  unter  Trommelwirbel  und  Trompetenschall,
  die  Offiziere  mit  Degen,  mit  aufgerollten
  Fahnen  ins  vussische  Lager,  entsprechend
  den  Vereinbarun,  gen,  daß  ihr  militärische
Ebren  erwiesen  werden.  Der  russische  Stab  mit
dem  Kommandanten  an  der  Spitze  erwiderte
den  militärischen  Gruß.  (3.)

Die  Schlacht  in  den  Karpathen.

Wien,  2.  April.  Die  „N.  Fr.  Pr.“  meldet
aus  dem  Kriegspresseguartier:  Le  Kampf
an  der  etwa  70  Kilometer  breiten  Mitte  der
Karpathenfront  zwischen  dem  Lupfower  und  dem
U#zsoker  Paß,  gegen  den  die  Russen  seit  Tagen
anstürmen,  verlangt  übermenschliche  Anstrengungen
  von  unseren  Truppen.  Die  Höhen  auf
dem  nördlichen  Abfall  der  Karpathen,  die  sie,
durch  beispiellose  Ungunst  der  Witterung  behin-1I

  dert,  in  langem  Ringen  erobert  haben,  sind  nun

das  Ziel  der  russischen  Angrifse,  die  dem  Feinde
den  Weg  zum  Hauptrücken  des  Karpathenwalles,
  von  dem  wir  ihn  Ende  Januar  und
Anfang  Februar  vertrieben,  bahnen  sollen.  Noch
geigen  die  Russen  kein  Erlahmen  der  Kraft  in
diesen  wechselvollen  Kämpfen:  hier  setzen  sie
offenbar  siets  neue  Reserven  ein,  während  der
östliche  Flügel  schon  seit  längerer  Zeit  passiv
bleidt  und  der  Angriffseifer  des  westlichen  Flügels
  in  der  Dullasenle  offenbar  im  Erkalten
legriffen  ist.“  (3Z.)
Der  „Teufelsrachen'“  der  Karpathen.
Wien,  2.  April.  In  Maria-  Theresiopol
gelang  en  kür  sich  den  Oesterreichern,  einen  russicken
  Flieher.  man  spricht  von  einem  Fürsten,
gesangen  zu  nehmen,  der  sich  über  die  lkolossalen
  Schwierigleiten  über  die  Karpathenflüge
änseerte.  Er  sagie:  Wir  haben  32  Flieger  gebabt,
  die  sämtliche  in  Frankreich  ausgebildet
nurden,  heute  ist  kein  einziger  mehr  davon  im
Dienst.  Es  herrschen  über  den  Karpathen  entsohliche
  Luftströmungen,  die  an  uns  die  größten
Anforderungen  stellen.  Es  ist  nur  in  einzelnen
Fällen  möglich,  die  Karpathen  zu  überfliegen.
Keiner  unserer  Flieger  ist  imstande,  diesen  Teuselsrachen
  zu  überfliegen.  (J.)

Die  Kämpfe  in  der  Bukowina.

Budapest,  2.  April.  Der  „Pester  Lloyd“
meldet  aus  Czernowitz:  Der  Neuschnee  verschlimmert
  die  Wegverhältnisse  im  Operationsgebiet.
  Die  österreichisch-ungarischen  Truppen
überwinden  die  Schwierigkeiten  ausgczeichnet
und  haben  in  dem  fünftägigen  Ringen  nordöstlich
  von  Czernowitz  einen  beträchtlichen  Raumgewinn
  erzielt.  (3.

Die  Lage  in  Serbien.

Mailand,  2.  April.  Aus  Nisch  wird  gemeldet:
  Die  Epidemien  rissen  grohe  Lücken  in
die  Armec  besonders  der  Typhus.  Die  alten
Jahrgänge  bis  zu  60  Jahren  sind  ebenfalls
einberusen  worden.  Bisher  sind  63  Aerzte,  darunter
  viele  Ausländer,  den  Epidemien  zum
Opfer  gefallen,  darunter  25  junge  Mediziner.
Die  Verluste  im  serbischen  Heere  sind  über
25  00  Tote  und  60  000  Verwundete.  Die  Lage
der  Zivilbevölkerung  ist  geradezu  verzweifelt.

Wmme  67  hat  unn  gebra-bt.“

Mit  rascher  Bewegunn  uUreckte  Werner  seine
Hand  1½  dem  Ar#esck  aus,  das  sein  Interesse
  um  so  mehr  errepen  mucte,  als  es,  wie
er  sofort  erkanm  haue,  von  der  nämlichen  Form
und  Farbe  war  mie  der  Billett,  das  ihm  am
Tage  seiner  Ankunft  bei  der  Rücklehr  von  dem
ersten  Spaziergange  dare:  Buenos  Aires  zugestect
  worden  war.  inch  die  Handschrift  der
Adresse  zeigte  die:  eiten  selnen,  doch  charaktervollen
  Züge,  die  ihn  dimals  verhindert  hatten,
die  Unde  stand  liche  Warnung  wie  den  ersten
besten  wertlosen  Papiersetzen  zu  zerreißen.  Er
war  gestannt,  den  Inhalt  dieser  zweiten  Zuschrit
  kennen  zu  lernen,  aber  er  konnte  sich
nicht  entschließen,  den  Verschluß  des  Umschlages
u  losen,  solange  der  neugierig  zaudernde
ellner  im  „Zimmer  war.  Erst  als  sich  der  teilnehmende
  Uüngling  mißvergnügten  Antlitzes  zurückgezogen
  hatte,  entfallete  Werner  das  Blatt,
und  ein  Ausruf  der  Ueberraschung  kam  von
seinen  Lippen,  als  er  einen  Blick  auf  die  Unterschrift
  geworfen  hatte.  Denn  der  Gedanke,  daß
jene  unbekannte  Warnertn  und  seine  in  Don
Manuels  wonnene  gehelmnlsvolle
Freundin  Conchita  Seselle  Terion  sein  könnten,

war  ia  booher  niemale  gekommen.
Und  doch  durste  er  nicht  Loran  azweiseln
denn  das  Brleschen,  das  so  Überzeugend  die
Handschrift  des  ersten  Billetts  aufwies,  lautete:

mnor!

Schneler  ann  ich  es  vermutet  oder  ge-—
  ist  der  Tag  gekommen,  an  dem  i
er  Hilse  “  aufrichtigen  Freundes  bedarf.

Erwarten  SlI  heute  vormitta  7  neun

Uhr  auf  dem  Cimenterio  de

dem  Grabmal  des  Präsidenten  ##bd  4.

Es  herrschen  Not  und  Hunger,  die  durch  die
Hilfe  der  Bundesgenossen  nicht  im  geringsten
gemildert  werden.  Hilfe  erhält  blob  das  Militär,
  und  zwar  Brot  aus  Rußland  und  Munition
aus  Frankresch.  Dabei  herrscht  vollständige  Arbeitslosigkeit,
  nur  im  Waffenarsenal  in  Kragujevac
  und  im  Eisenbahnarsenal  in  Nisch  wird
gearbeitet,  und  zwar  Tag  und  Nacht.  All  diesem
  Elend  steht  die  Regierung  hilflos  gegenüber.
  Sie  erwartet  Instruktionen  von  Rußland
und  materielle  Unterstützung  von  Frankreich.

Cetinje  im  Fliegerbombardement.
Paris,  2.  April.  Das  Generalkonsulat  von
Montenegro  teilt  mit:  Oesterreichische  Flugzeuge
  überfliegen  fortgesetzt  Celinje  und  werfen
Bomben.  Gestern  mitternacht  warf  ein  feindlicher
  Flieger  sieben  Bomben,  welche  mitten  in
der  Stadt  in  der  Nähe  des  kronprinzlichen  Palastes
  niederfielen  und  vier  Personen  verletzten
und  mehrere  Häuser  beschädigten.  (3.)
1  ·

Der  Kampf  um  die  Dardanellen.

Aus  Tenedos  ausgewiesen.

Rom,  2.  April.  Die  „Tribuna“  meldet  aus
Athen:  Die  Kriegskorrespondenten  auf  Tenedos
  wurden  von  den  Verbündeten  aufgefordert,
die  Insel  zu  verlassen.  Als  Ulrsache  dieser  Aufsorderung
  werden  große  Truppentransporte  für
die  Dardanellenaktion  genannt,  deren  Geheimhaltung
  den  Verbündeten  durch  die  Anwesenheit
  der  Kriegskorrespondent  nicht  gewährleistet
erscheint.  (3.)

Die  russische  Flotte  vor  dem  Bosporus.


Rotterdam,  2.  April.  „Daily  Telegraph“
  meldet  aus  Petersburg:  Aus  guter

Quelle  verlautet,  daß  die  russische  Flotte  die
weitere  Beschießung  des  Bosporus  unterbrochen
Int.  Die  Ursache  liege  in  der  schlechten  Witterung.
  Sobald  sich  das  Wetter  günstiger  gestallet
  haben  werde,  werde  die  russische  Flotte
die  Beschießung  wieder  aufnehmen.  Die  Auf-Labe
  der  russischen  Flotte  bestehe  darin,  die
bürkische  Flotte  zu  gen  die  schützende  Meerenge
  zu  verlassen.  (3.)

die  #  ##eschen  Veriuss#sten
Verlustliste  Nr.  169.

Die  Verlustliste  Nr.  169  enthält  zunächst  den
Auszug  aus  den  Sonderverlustlisten  des  Deutschen
  Heeres  (Unermittelt  te)  Nr.  2  und  3  von

.t,  in  Kriegsgefangenschoft,  im  Lazarett  oder  auf
lem  Schlachtselde  verstorbenen  Angehörigen  des

Deutschen  Heeres,  über  die  zuverlässige  Persozbangaben
  sehlen“.  Wir  machen  auf  diese  Liste,

welche  an  der  Expedilion  des  „Rosenheimer  Anriger“

  bereils  angeschlagen  ist,  besonders  auffrsn


l  Inf.-Reg.  München:  Infanterist  Michael
clina  aus  Höhenrain,  leicht  verwundet;  Res.

Foh.  Stockerer  aus  Grub,  leicht  verwundet.

2.  Inf.-Neg.  München:  Wehrmann  Lorenz
.  üter  aus  Drößling,  verwundet,  gestorben  am
.  Februar  1915.

1  Inf.-Neg.  Nr.  16:  Gefr.  Joh.  Steer
aus  Puch,  gefallen;  Inf.  Jos.  Mangstl  aus
Vassen,  gefallen;  Unteroff.  Nlatthias  Greger
aus  Stephanslirchen,  schwer  verwundet;  Inf.
Ant.  Führsicht  aus  Winkl,  leicht  verwundet;

Inf.  Joh.  .  Georg  aus  Anning,  leicht  verwundelt:

Unf.  Karl  Stadinger  aus  Hos,  leicht  verwundet;

Inf.  Franz  Adelsberger  aus  Rieding,  gesallen.

wir  uns  kürzlich  nach  unserem,  aeinsn
Spaziergange  trennten.  Es  ist  Wichtiges,  was
ich  Ihnen  mitzuteilen  habe  —  kwt  freilich
vor  allem  für  mich,  aber  ein  wenig  vielleicht
auch  für  Sie.  Wenn  Sie  indes  verhindert  sind,
zu  kommen,  oder  wenn  Ihre  Gesinnung  sich
Frandert  hat,  so  bedarf  es  keiner  besonderen
achricht.  Ich  werde  eine  Stunde  lang  auf
Sle  warten.  Conchita.“

 

Werner  überzeugte  sich  9  seiner  Veruhi,
gung  durch  einen  Blick  auf  die  Uhr,  daß
noch  früh  genug  sel,  dlie  für  die  Miainen,
Luas,  angegebene  Zelt  pünktlich  innezuhalten,
und  er  zögerte  nichs,  si  t  auf  den  Weg
machen.  Es  sehlten  fünf  Minuten  an  neun
hr,  als  er  den  Friedhof  erreichte;  schon  von
weitem  aber  gewahrte  er  die  dunkle,  weibliche
Gestalt  neben  der  dem  Elngange  gegenüber.
liegenden  Grabkapelle.  Conchita  war  ulson  uoch
früher  zur  Stelle  gewesen  er  —
ein  Beweis  dafür,  wieviel  "  an  deesete  Zu
lommenkunst  gelegen  war.
ing  ihm  denn  auchse  um  Elnige  Sbrtte
entgegen  und  bot  ihm  die  Hand.  „Ich  dan
Ihnen,  daß  Sie  gekommen  sind  Sennor  —
ich  danke  Ihnen  von  canzem  Herzen.“
„Dazu  haben  Sie  nicht  die  geringste  Verantassung,
  Sennorita!  War  es  denn  nicht
o  zwischen  uns  verabredet?  Und  haben  Sie
an  meinem  Erscheinen  gezwelfelt  7“  ,

WIIMIU