Art nimmt sie einen gewaltigen Aufschwung. Ueber
die literarische Tätigkeit dieser Periode werden wir
im nächsten Abschnitt. ($ 13) sprechen; deshalb
können wir uns hier darauf beschränken, die zunehmende
Verwendung der deutschen Sprache an
Stelle der lateinischen in öffentlichen und privaten
Urkunden zu betrachten.
Während der ganzen Dauer der althochdeutschen
Periode und auch zu Beginn der mittelhochdeutschen
Zeit ist die Sprache der Urkunden ausschliesslich
lateinisch, wie sie die Schreiber in den
Kanzleien der fränkischen und deutschen Könige
aus römischer Zeit übernommen hatten. . Als aber
die deutsche Sprache immer mehr zum Mittel des
schriftlichen Verkehrs ausgebildet wurde, als sie
die Sprache der nationalen Dichtung und Geschichtsschreibung
geworden war, da kam das, Deutsche
auch als Sprache der Gesetze und Urkunden zu
seinem Recht. Zwar sind uns schon aus altdeutscher
Zeit Bruchstücke einer deutschen Uebertragung der
Gesetze der salischen Franken erhalten, doch erst
aus unserer Periode stammt das erste vollständige
deutsche Gesetzbuch, der Sachsenspiegel des Eyke
von Repgow in niederdeutscher Sprache (ctwa 1230),
der das Vorbild für die oberdeutschen Gesetzessamm-Jungen,
den Schwaben- und Deutschenspiegel wurde.
In den dreissiger Jahren des dreizehnten Jahrhunderts
beginnen auch vereinzelt die ersten deutschen Urkunden
aus der kaiserlichen Kanzlei zu erscheinen;
1235 wird der von Friedrich II. in Mainz verkündete
Landfriede ins Deutsche übersetzt, aus dem Jahre
1238 stammt die erste uns erhaltene deutsche Original-Urkunde,
ein Schiedsspruch zwischen Albrecht
IV. und Rudolf Ill. von Habsburg. Um die Mitte
Das
Deutsche
in den
Urkunden,
..