298
1632 mußte ber neugewaͤhlte Wladislav IV. manches in seinen
164 pactis conventis versprechen, wozu der Vater noch nicht verpflichtet
worden. Alljährlich sollte ein neues, zweites Viertel
des Ertrags der königlichen Domanial-Güter zur Erhaltung
des stehenden Militärs und besonders zum Unterhalt der Artillerie
ausgesetzt werden; bloß die königlichen Tafelgüter blieben
von dieser Abgabefrei. Ucberdieß sollte der Münz-Ertrag künftighin
nicht mehr dem K König, sondern der Republik zugehören.
So kann man wohl leicht bei jedem neuen König sagen,
wie viel er habe nachgeben, wic viel aufopfern müssen; aber
man fragt umsonst, ob denn nicht auch einmal in diesen
pactis conventis für das Allgemeine der Nation gesorgt worden?
und ob sich die paciseirenden nie erinnert, daß auch
ausser dem Adel Millionen von Menschen in Polen seyen,
deren besserer Wohlstand befördert, und deren politische Existenz
mehr gesichert werden sollte? Weder für den Bürgersiand
ist je darinn gesorgt worden, noch für den Zustand auch
nur der Krondomanial-Bauern, denn auch bei letzterem konnte
der Adel leicht verlieren, weil gewöhnlich er allein die Pachtungen
der Krondomainen genoß.
E. Wassenbergil Gesta Vladislai IV. P. I. II. Ed. IIda. Gedani.
1643. 4.
E. Wassenbergil Carcer gallicus Jo. Cas., Poloniarum Succiacqdue
Principis. Gedani. 1644. 4.
Der Bruder des Kbn. Joh. Casimir wollte 1638. auf einem
Genunesischen Schiff nach Spanien gehen, landete in der Provence,
ward dort als verdächtig und Spanischgesinnt gefangen
genommen, und erst endlich 1640. wieder losgelassen.
C. Ogerü (Secr. des Französ. Gesandten, Gr. von Avaur) Ephemerides
sive iter Danico Suedico Polonicum (1631..35)
Daris. 1056. 8.
13. Daher blieb aber auch der National-Zustand ganze
Regierungen hindurch, wie wirklich der Fall während. dieser