58 Naturlehre. IV
Enden des Drahtes sind in zwei Klemmschrauben befestigt, von denen die Leitungs—
drähte ausgehen. Diese führen zu einem Hernsprecher, der an einer andern Stelle
angebracht, aber ebenso eingerichtet ist.
b) Sprechen wir auf einer Station in den Schalltrichter des
Telephons, so wird die Sprechplatte durch die Schallwellen in
Schwingungen versetzt. Die Platte nähert sich dabei dem Stab—
magneten, oder sie entfernt sich von ihm, und zwar in einer
ganz bestimmten Weise, die bei jedem Tone anders ist. Dadurch
werden aber bestimmte Anderungen (Derstärkung, Schwächung)
des Magnetismus und mithin in der Drahtspule Induktionsströme
ie 70 erzeugt, die den magnetischen Schwankungen entsprechen. In fast
— sprechplatte im unmeßbarer Geschwindigkeit eilen die Ströme durch die Leitung zu
Schalltrichter dem Telephon der zweiten Station. Dort umkreisen sie in der
& = Rolle von Nupfer-Öpule den Magneten und erregen in ihm dieselben Kraftänderungen,
auesonen peslen die bei dem Apparate der ersten Station hervorgerufen wurden.
ben Sok, und Sch. mit Infolgedessen zieht der Magnet das Eisenplättchen verschieden stark
ken geikungrerahhten zur an und versetzt es in dieselben Schwingungen, wie sie die Sprechplatte
den sind. auf der ersten Station ausführte. Diese Schwingungen bringen
in der Luft Schallwellen hervor. halten wir also das Uhr an
den Schalltrichter, so vernehmen wir dieselben Laute und Uöne, die in das Telephon
der ersten Station hineingesprochen wurden. — Der „Sprechapparat“ (das CTelephon
auf der ersten Station) verwandelt also die Schallwellen, die die sprechende
Derson erzeugt, in Induktionsströme; der „Hörapparat“ (das Celephon der
zweiten Station) dagegen setzt elektrische Ströme in Schallwellen um.
Durch die Ichwingungen des Eisenplättchens im Telephon werden nur schwache Induktionsströme
hervorgerufen, die auf große Entfernungen nicht wirksam genug sind. Man benutzt deshalb
als Sprechapparat nicht mehr ein Telephon, sondern eine andre Dorrichtung, das Mikrophon,
in dem die Schallwellen sehr starke Itromschwankungen erzeugen. Diese werden meilenweit durch
die Drahtleitung auf das Telephon einer andern Station übertragen, das als Hörapparat dient.
12. Die Dynamomaschine (d. h. Kraftmaschine). a) Durch Dersuche ist festgestellt
worden, daß sehr kräftige Induktionsströme entstehen, wenn ein Elektromagnet
vor den DHolen eines zweiten, ruhenden Elektromagneten schnell kreist, und
wenn die Drahtenden beider miteinander verbunden sind. Eine solche Dorrichtung
nennt man Dynamomaschine. Dem beweglichen Elektromagneten, dem „Ankter“,
gibt man vielfach die Gestalt eines kurzen Sylinders, der deshalb einem Ringe
ähnelt. — Man hat gefunden, daß jedes Stück Eisen eine Spur von Magnetismus
besitzt. Setzt man daher den Anker durch fließendes Wasser, durch eine Dampfmaschine
oder durch eine andre Kraft in Bewegung, so erregt der freilich nur
schwache Magnetismus des ruhenden Elektromagneten zunächst auch nur schwache
Induktionsströme in den Drahtroindungen des Ankers. Da diese mit den Drahtwindungen
des ruhenden Elektromagneten verbunden sind, so umkreisen die Ströme
auch ihn und verstärken infolgedessen seinen Magnetismus. Der verstärkte Magnetismus
erzeugt wieder kräftigere Induktionsströme, und so steigert sich diese Wechselwirkung,
bis die Maschine ihre höchste Leistungsfähigkeit erreicht hat. Dabei wird,
wie wir sehen, die Arbeitskraft, die den Anker dreht, in Elektrizität, d. h. in
elektrische Kraft umgesetzt.