Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen auf das Jahr 1908. (92)

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8  56.

Bei  der  Schätzung  des  Einkommens  aus  Handel  und  selbständigem  Gewerbe—
betriebe  der  Aktiengesellschaften,  Kommanditgesellschaften  auf  Aktien,  Erwerbs=  und
Wirtschaftsgenossenschaften,  Berggewerkschaften  und  Gesellschaften  mit  beschränkter
Haftung,  sowie  Konsumvereine  (§  4  Ziffer  5)  sind  auch  die  Uiberschüsse  als  steuerpflichtiges
  Einkommen  zu  rechnen,  welche  als  Zinsen  oder  Gewinnanteile,  gleichviel
unter  welcher  Benennung,  unter  die  Mitglieder  verteilt,  oder  zur  Bildung  von
Reservefonds,  zur  Erweiterung  der  Anlagen  oder  zur  Schuldentilgung  verwendet
werden.

Anstalten  und  Personenvereine  anderer  Art,  ingleichen  Stiftungen,  welche  mit
dem  Rechte  des  Vermögenserwerbs  ausgestattet  sind  (namentlich  auch  Sparkassen),
sind  mit  dem  Reinertrage  ihres  gewerblichen  Betriebs  oder  ihres  sonst  werbend  angelegten
  Vermögens  zu  schätzen.

Juristische  Personen  und  Gesellschaften  der  vorgedachten  Arten,  welche  ihren
Sitz  außerhalb  des  Großherzogtums  haben,  sind  mit  demjenigen  Einkommen  zu
schätzen,  welches  aus  dem  von  ihnen  im  Großherzogtume  betriebenen  Gewerbe
herrührt.

§  56.

Bei  der  Schätzung  der  Besitzer  oder  Nutzuießer  von  Grundstücken,  welche  sie
selbst  bearbeiten  oder  bewirtschaften,  ist  hinsichtlich  der  Arbeitsrente  —  des  Feldgewerbes
  —  anzunehmen,  als  ob  sie  die  auf  diese  Grundstücke  verwendete  Tätigkeit
  um  Lohn  verrichten.  Der  so  angenommene  Lohn  ist  zu  Gelde  zu  veranschlagen,
  und  ist  die  Schätzungssumme  hiernach  zu  bemessen.

Wenn  und  soweit  ein  solcher  Grundbesitzer  oder  Nutznießer  bei  der  Bearbeitung
seiner  Grundstücke  nicht  selbst  die  Hand  anlegt,  sondern  dieselben  durch  Lohnarbeiter
und  besondere  Verwalter  bewirtschaften  läßt,  und  hierbei  nur  die  allgemeine  Oberaufsicht
  über  die  Bewirtschaftung  führt,  so  ist  derselbe  insoweit  mit  dem  Betrage
zu  schätzen,  mit  welchem  diese  Aufsichtsführung  zu  veranschlagen  ist,  wenn  sie  der
Bewirtschaftung  fremder  Grundstücke  gewidmet  würde.

§  57.
Das  Einkommen  aus  dem  Betriebe  der  Landwirtschaft  auf  erpachteten
Grundstücken  ist  in  gleicher  Weise  wie  beim  Landwirtschaftsbetriebe  auf  eigenen
Grundstücken  zu  veranschlagen,  demnach  das  Einkommen  aus  Grund  und  Boden