Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Zehnter Jahrgang. 1882. (10)

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g.  Dem  Prober  soll  eine  Einrichtung  (Pendelzeiger,  Wasserwaage)  beigegeben  sein,  vermittelst  deren
die  horizontale  Lage  seiner  Fußebene  kontrolirt,  und  durch  welche  hinreichend  verbürgt  werden  kann,  daß  das
Petroleumgefäß  bei  seiner  Füllung,  und  überhaupt  der  Prober  bei  seinen  Anwendungen  dieselbe  Lage  zu
einer  wagerechten  Ebene  hat,  wie  bei  der  amtlichen  Prüfung.

h.  An  dem  Prober  oder  in  dem  zu  seinem  Transport  dienenden  Umschlußkasten  soll  eine  Vorkehrung
getroffen  sein,  vermittelst  deren  während  des  Probens  durch  eine  vorgestellte  Glasplatte  der  Athem  des  Beobachters
  von  der  Zündungsflamme  abgehalten  werden  kann.

8.  3.

1.  Die  nähere  Untersuchung,  ob  ein  auf  Grund  von  §.  2  zur  amtlichen  Prüfung  zugelassener
Petroleumprober  die  entsprechende  Beglaubigung  empfangen  darf,  erstreckt  sich

a)  zt  die  Einhaltung  der  in  der  Bekanntmachung  vom  20.  April  1882  vorgeschriebenen  Abmessungen;



b)  auf  die  Einhaltung  des  für  die  Leistung  des  Triebwerkes  vorgeschriebenen  Zeitverlaufs;

I)  auf  die  Vorschriftsmäßigkeit  der  Einrichtungen  und  die  Richtigkeit  der  Angaben  der  zu  dem  Prober

gehörigen  Thermometer;

4)  auf  die  Richtigkeit  der  von  dem  Prober  angezeigten  Entflammungspunkte;

e)  auf  die  Richtigkeit  der  Angaben  des  eventuell  dem  Prober  beigegebenen  Metallbarometers.

2.  a.  Die  unter  lo  vorgeschriebene  Prüfung  der  Thermometer  soll  in  Betracht  der  kurz  nach  ihrer
Anfertigung  besonders  starken  Veränderlichkeit  ihrer  Angaben  nicht  früher  als  vier  Wochen  nach  ihrer  Einlieferung
  in  Angriff  genommen  werden.  Es  ist  jedoch  gestattet,  die  Thermometer  früher  einzuliefern  als  die
Petroleumprober,  für  welche  sie  bestimmt  sind.

b.  Die  unter  14  vorgeschriebene  Prüfung  soll  nicht  vor  Beendigung  der  unter  1a,  b,  c  angegebenen
  Prüfungen  vorgenommen  werden.  Sie  unterbleibt  überhaupt,  sobald  bei  jenen  Prüfungen  sich  Abweichungen
  ergeben  haben,  welche  nach  §.  4  unzulässig  sind.

8.  4.

Die  Beglaubigung  eines  Petroleumprobers  darf  nur  dann  erfolgen,  wenn  die  nach  den  Vestimmungen
des  §.  3  ausgeführten  Prüfungen  ergeben  haben,  daß  derselbe  den  folgenden  zahlenmäßigen  Vorschriften
  genügt.

1.  Bei  denjenigen  Abmessungen  des  Probers,  für  welche  in  der  Bekanntmachung  vom  20.  April  d.  IJ.
bestimmte  Zahlenwerthe  vorgeschrieben  sind,  dürfen  sich  im  Zuviel  oder  im  Zuwenig  keine  stärkeren  als  die
nachstehend  angegebenen  Abweichungen  vorfinden:

a)  bei  der  Materialstärke  (Wandstärke)  aller  Metalltheiee..  0))  mm,
b)  bei  der  Mündungsweite  der  Dochttüllel  ·  0,2-c)betdenAbmessungenderOeffnungender
  Deckelplatte  und  der  entsprechenden  Durchbrechungen

  des  Drehschiebers  0,

L  1#

d)  bei  dem  Abstande  der  Spitze  der  Füllungsmarke  vom  oberen  Rande  des  Petroleumgefäßes  0,
e)  bei  dem  Abstande  des  tiefstliegenden  Punktes  der  Innenkante  der  Tüllenmündung  von
der  oberen  Fläche  der  Deckelplatte,  gemessen  bei  der  größten  durch  den  Drehschieber

zu  bewirkenden  Neigung  der  Lampe  0  „
f)  bei  der  Materialstärke  (Wandstärke)  der  Ebonittheile  .  —
g)  bei  allen  unter  a  bis  k  nicht  aufgeführten  Abmessungen  des  Gesäsdeser  und  des  Drehschiebers

  sowie  aller  mit  diesen  fest  verbundenen  Theile  1,0  „

h)  bei  dem  Abstande  der  Mitte  der  Kugel  des  Thermometers  t  vom  Ende  seines  Ansatzrohres,
  sowie  bei  dem  Abstand  der  Mitte  derselben  Kugel  von  der  unteren  Fläche  der
Deckelplatte  (der  vorschriftsmäßige  Werth  des  letzteren  Abstandes  berechnet  sich  aus  den
in  der  Bekanntmachung  vom  20.  April  d.  J.  angegebenen  Abmessungen  und  der  daselbst
  angegebenen  Neigung  des  betreffenden  Ansatzrohres  zu  32  mm)  .  .  Lo
i)  bei  allen  anderen  unter  a  bis  h  nicht  aufgeführten  Abmessungen.  .  ..  .  20  4

2.  Der  Zeitverlauf  der  Bewegung  des  Drehschiebers  durch  das  Triebwerk  darf  von  dem  vorgeschrie  benen
Werthe  im  Zuviel  oder  im  Zuwenig  nicht  mehr  als  0,2  Zeitsekunden  abweichen.

3.  Die  Skalen  der  Thermometer,  deren  Striche  zu  beiden  Seiten  der  Quecksilberröhre  in  nicht  unterbrochenem
  Zuge  sichtbar  sein  sollen,  dürfen  keine  derartigen  Theilungsfehler  zeigen,  daß  benachbarte  Skalen-