thumbs : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

haben  wollen;  sie  werden  das  der  anderen  Seite  mit—
teilen,  zugleich  müssen  wir  durch  gewandte  Unterhändler
die  Russen  bearbeiten.

Es  ist  fast  sicher  anzunehmen,  daß  der  Westen  ablehnt,
dagegen  steht  zu  hoffen,  daß  Rußland  dann  für  sich  den
Frieden  sucht.  In  dem  Fall  haben  wir  eine  Situation
geschaffen,  die  England,  das  schon  unter  der  U.  Boot—
nof  stöhnk,  zweifelhaft  stimmen  wird,  ob  es  und  seine
Verbündeken  noch  weiker  kämpfen  sollen  oder  in  absehbarer
  Zeit  in  Unkerhandlung  mit  uns  eintreken  müssen.

Sollke  jedoch  Rußland  nichk  nachgeben,  so  können
wir  dann  vor  unser  Volk  hinkreten  und  sagen:  Wir
haben  alles  gekan,  den  Frieden  herbeizuführen.  Die
Gegner  —  das  ist  nunmehr  bewiesen  —  wollen  uns  aber
vernichken,  also  müssen  wir  den  letzten  Nerv  anspannen,
ihren  Plan  zu  vereikeln.  —  Vielleicht  bringk  ein  solches
Handeln  uns  ungeahnke  Hilfe  aus  unserem  Volke  heraus.
Unker  allen  Umständen  ist  es  daher  unsere  Pflicht,  auf
einen  nichk  zu  fernen  Frieden  hinzuarbeiken,  denn  haben
die  U-Booke  innerhalb  der  nächsten  Monate  England
nicht  zur  Einsicht  gebrachk,  so  nützk  ihr  ferneres  Wirken
nicht  mehr  in  dem  gleichen  Maß  wie  zuvor.

Die  Nok  wird  bei  uns  steigen,  die  Auffüllung  der
INannschafksreserven  bei  uns  von  Tag  zu  Tag  schwieriger
  werden.

Die  Lebenskraft  unseres  Volkes  wird  durch  weitere
blutige  Verluste  sich  mindern,  im  Innern  können  Streiks
und  Aufstände  kommen,  ein  Brachliegen  der  Munitionserzeugung
  kann  uns  wehrlos  machen.  Die  finanzielle
Belastung  des  Reiches  wird  ins  Riesenhafte  wachsen,
die  Bundesgenossen  werden  möglichenfalls  ihren  Frieden

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