Volltext : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Siebzehnter Jahrgang. 1889. (17)

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Die  Tafel  weist  in  der  ersten  Längsspalte  die  wahren  Stärken  bis  100  Prozent  nach,  und  zwar  bis  zu
10  Prozent  nach  ganzen,  bis  zu  05  Prozent  nach  halben  und  weiter  aufwärts  nach  Fünftelprozenten.  Die  erste
Ouerzeile  enthält  die  Gewichte  von  1  bis  9  ktg.  Dort,  wo  eine  Spalte  und  eine  Zeile  sich  kreuzen,  findet
man  die  zu  der  wahren  Stärke  der  ersten  Spalte  und  dem  Gewichte  der  ersten  Zeile  gehörige  Litermenge
  Branntweins  (nicht  reinen  Alkohols).  Ist  das  Nettogewicht  größer  als  9  kg,  so  wird  durch
entsprechendes  Versetzen  des  Kommas  in  der  in  der  Tafel  nachgewiesenen  Literzahl  nach  rechts  die  Zahl
der  Liter  für  die  Zehner,  Hunderte  u.  s.  w.  an  Kilogramm  ermittelt  und  für  das  Gesammtgewicht  durch
Addiren  des  Ergebnisses  dieser  Ermittelungen  die  Gesammtliterzahl  gefunden.  Beträgt  z.  B.  die  wahre
Stärke  des  Branntweins  77,/  Prozent  und  dessen  Nettogewicht  935  kg,  so  findet  man  aus  der  Tafel
zunächst  die  Literzahl  für

900  kg  mit  1  055,7  Liter;  ferner  für
30  „  35,165  =  und  für
5  „.  5,664  „  so  daß  sich  also  für

935  ks  zusammen  1  096,6198  Liter  oder,  da  Bruchtheile  von  einem  halben
Liter  und  darüber  auf  ein  ganzes  Liter  abzurunden  sind,  1  097  Liter  Branntwein  (nicht  reinen  Alkohols)  ergeben.

2.  Abfertigung  nicht  vollständig  gefüllter  Gebinde,  soweit  die  Normaltars  Auwendung  finden  soll.

g.  16.

Wird  ein  nicht  vollständig  gefülltes  Gebinde,  d.  h.  ein  solches,  bei  welchem  die  Tiefe  der  Leere
am  Spund  mehr  als  6  em  beträgt,  zur  Abfertigung  gestellt,  ohne  daß  die  Targermittelung  durch  Verwiegung
  des  leeren  Gebindes  oder  durch  Anrechnung  der  aichamtlichen  Tara  erfolgen  kann  und  ist  der
Waarendisponent  auch  mit  einer  Auffüllung  mit  Wasser  nicht  einverstanden,  so  ist  das  Gebinde  zuvörderst
  nach  seiner  Länge,  Spundtiefe  und  Bodentiefe  mittelst  des  sogenannten  Längen=  und  Höhenmessers
—  vergl.  §.  10  der  Conradischen  „Anleitung  zur  Bestimmung  des  Literinhalts  der  Brennerei=  und
Brauereigeräthe  durch  Vermessung  derselben  auf  trockenem  Wege  nebst  Tabellen  zur  Feithellung  des
Literinhalts  cylindrischer  Räume“  —  zu  vermessen  und  ist  hierauf,  wie  in  der  obigen  Anleitung  angegeben,
  sein  gesammter  Rauminhalt  unter  Benutzung  der  zu  der  Anleitung  gehörigen  Tabellen  zu  bestimmen.
  Alsdann  wird  aus  der  scheinbaren  Stärke  und  der  Temperatur  des  in  Gebinden  enthaltenen
Branntweins  dessen  wahre  Stärke  festgestellt.  "

Das  weitere  Verfahren  geschieht  mit  Hülfe  der  „Tafel  7  zur  Ermittelung  des  Gewichts  von
1  Liter  Branntwein.“  Die  Tafel  beziehungsweise  jede  Halbtafel  derselben  enthält  in  der  ersten  Längsspalte
  die  Temperaturen:

von  0  bis  +  25  Grad  Celsius  für  wahre  Stärken  bis  9  Prozent,
-  0  -430  2-  -  -  -  2  -  19,  -
—  5  -  4  30  --  -  -  -  29,5

u  n

·  —12  J  30  .-  -  von  30  Prozent  und  darüber,
und  zwar  nach  ganzen  Graden  für  die  wahren  Stärken  bis  zu  65  Prozent  und  nach  ganzen  und
halben  Graden  für  die  höheren  Stärken.  Die  erste  Querzeile  weist  die  wahren  Stärken  bis  99,,  Prozent
nach,  und  zwar  bis  zu  10  Prozent  nach  ganzen,  bis  zu  65  Prozent  nach  halben  und  weiter  aufwärts
  nach  Fünftelprozenten.  Dort,  wo  eine  Spalte  und  eine  Fee  sich  kreuzen,  findet  man  das  zu  der
Temperatur  der  ersten  Spalte  und  der  wahren  Stärke  der  ersten  Zeile  gehörige  Gewicht  eines  Liter
Branntweins.

Durch  Multiplikation  des  in  Tafel  7  angegebenen  Gewichts  von  1  Liter  Branntwein  bei  der
für  den  vorliegenden  Branntwein  ermittelten  Temperatur  und  wahren  Stärke  mit  der  ermittelten  Litermenge
  des  Rauminhalts  des  Gebindes  ist  sodann  das  Nettogewicht  des  letzteren,  wie  solches  sich  in
vollständig  befülltem  Zustande  ergeben  würde,  zu  berechnen.  Hierauf  ist  mittelst  Tafel  3  sestzustellen,
welcher  Normaltarasatz  dem  bercchrelen  Nettogewicht  entspricht.

Dieser  Tarasatz  ist  von  dem  durch  Verwiegung  ermittelten  wahren  Bruttogewicht  abzuziehen;
der  verbleibende  Rest  ist  das  Nettogewicht  des  in  dem  Fasse  wirklich  vorhandenen  Branntweins.  Aus
diesem  wird  mit  Hülfe  der  Tafel  2  die  Litermenge  reinen  Alkohols  festgestellt.

Wird  z.  B.  der  Gesammtrauminhalt  eines  mit  Branntwein  nicht  vollständig  gefüllten  Fasses,
dessen  wirkliches  Bruttogewicht  zu  440  kg  festgestellt  wird,  im  Wege  der  trockenen  Vermessung  zu
489  Liter,  die  Temperatur  des  Branntweins  im  Faß  zu  —  2,  Grad  und  seine  wahre  Stärke  zu  80,6