So konnte es kommen, daß die 5. Armee, statt ohne Schwertstreich eine
strategische Aufgabe von unerhörter Bedeutung zu lösen, sich mit dreien ihrer
Korps auf zwei französische Hivisionen stürzte, denen ihre ausgezeichnete Stellung
eine hartnäckige Verteidlgung gestattete. Das Maastal hat am 25. und
24. August eine heroische Anstrengung der Sachsen gesehen und viel kostbare#s
deutsches Blut getrunken. Die O. H.L. hatte ihre tief ln Feindesland vorgedrungenen
Armeen sich selder und ihrer naturgemäß beschränkten Kenntnis
der Lage überlassen. So endete die dreiteilige Riesenschlacht westlich und
südlich Namur zwar mit einem taktischen Siege der deutschen Waffen, aber mit
einem bitteren Fiasko für die deutsche Strategie.
13.
An den glelchen Tagen, in denen der deutsche linke Flügel in den Vogesen
und in Lothringen, der Leitung der O. H. L. entglitten, die französischen Armeen
des rechten Flügels über die Landeegrenzen zurückwarf, der deutsche rechte
Flügel aber die Engländer und Franzosen nach belderseite rühmlich durchgefochtener
Schlacht zwar geschwächt, doch keineswege vernichtet in südwestlicher Nüchtung
entweichen ließ, tobte um Zentrum noch eine deltte Doppelschlocht.
Die 4. französische Armee, vom General de Langle de Cary geführt, hatte
auf breiter Front zwischen Sedan und Montmédy den Südwestrand des Ardennenwaldes
erstiegen, das tief eingeschnittene Tal des Semole überschritten
und bewegte sich nun beschleunigten Marsches quer über die Hochfläche des
Ardennenplateaus in ungefähr nordöstlicher Richtung vorwärts. So prallte
sie am 22. August auf der ganzen Front mit der gleichfalle die Nummer 4 tragenden
Armee des württembergischen Thronfolgers zusammen. Diese war
durch ein von der 5. Armee zur Verfügung gestelltes Korpe verstärkt und umfaßte
fünf Armeekorps, während die französische nur vier Korps enthielt. Westlich
und nordwestlich Neufchäteau, auf einer geraden Linie von Gedinne bis
Tintigny, trafen die Angriffsbewegungen beider Armeen frontal aufeinander.
Zu gleicher Zeit und Schulter an Schulter mit der 4. deutschen Armee
fechtend, trat weiter füdsstlich die Armee des Deutschen Kronprinzen, die 5.,
ins Gefecht mit der französischen 3.
Beide deutsche Armeen trafen im Dormarsch auf starke feindliche Kräfte,
überwanden ihre hartnäckige Gegenwehr und zwangen sie im Laufe des 22. und
23. August in reiner Frontalschlacht zum Rückzug. Der Doppelsieg von Neufchsteau
und Longwy dedeutet einen perrlichen Erfolg der deutschen Waffen,
genau wie die Schlachten in den Reichslanden und westlich der Maas. Hier
aber, in den Ardennen, wo ungefähr gleiche Kräfte elnander gegenüberstanden,
kom ein Versuch der UÜberflügelung für die beteiligten Armeen selder ũberhaupt
nicht in Frage, um so weniger, als die französische 3. Armee auf ihrem Rückzug
sofort zu ihrer Rechten Anlehnung an den starken Eckpfeller von Verdun
fand. Von hier aue unternahm sie auch bel ihrem Rückzug einen Flankenstoß
gegen die nachdrängende Kronprinzenarmee, der aber zum Scheitern gebracht
wurde. Oie in den Arbennen geschlagenen beiden französischen Armeen fanden
alsbald an der Magslinie zwischen Charleville und Verdun einen starken Rückbalt,
in dessen Schutze sie sich zu neuem Widerstand ordnen konnten.
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