Metadaten : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1881. (47)

—  130  —

Nr.  28.  Verordnung,
die  Publication  einer  Trauordnung  betreffend;
vom  23.  Juni  1881.

8  *  *  ·  ·  ·  ·  ·  rl
Mit  Genehmigung  der  in  Evangelicis  beauftragten  Herren  Staatsminister  wird  nach
erlangter  Zustimmung  der  Landessynode  andurch  die  nachstehende  Trauordnung  zur

—  Nachachtung  bekannt  gemacht.
Dresden,  den  23.  Juni  1881.

Das  evangelisch-lutherische  Landesconsistorium.
Uhde.

Teubner.

Trauordnung.

&  1.  Die  kirchliche  Pflicht  erfordert:

von  jeder  Eheschließung  abzusehen,  für  welche  die  Trauung  von  der  Kirche
versagt  werden  muß,

für  ein  Ehebündniß  die  Trauung  nachzusuchen,

in  die  eheliche  Lebensgemeinschaft  vor  erfolgter  Trauung  nicht  einzutreten,

den  geschlossenen  Ehebund  heilig  zu  halten  und  der  am  Altar  gesprochenen
Worte:

„Was  Gott  zusammen  fügt,  das  soll  der  Mensch  nicht  scheiden“

eingedenk  zu  bleiben.

&#  2.  Die  Trauung  hat  die  nach  dem  bürgerlichen  Recht  erfolgte  Eheschließung  zur

Voraussetzung.

Als  Nachweis  der  letzteren  ist  die  von  dem  Standesbeamten  in  Gemäßheit  §  54
des  Reichsgesetzes  über  die  Beurkundung  des  Personenstandes  und  die  Eheschließung
vom  6.  Februar  1875  (R.  G.  Bl.  S.  23  fg.)  auszustellende  Bescheinigung  beizubringen.

Die  Trauung  soll  der  bürgerlichen  Eheschließung  möglichst  ohne  Verzug  nachfolgen.

A.  Das  Aufgebot.

sa  3.  Der  Trauung  hat  in  der  Regel  ein  zweimaliges  kirchliches  Aufgebot  voranzugehen.