Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1900. (28)

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2.  Medizinal-Wesen.

Bekanntmachung,
betreffend  die  ärztlichen  Prüfungsvorschriften.

Auf  Grund  der  Bestimmungen  im  §.  29  der  Gewerbeordnung  für  das  Deutsche  Reich  hat  der
Bundesrath  beschlossen,
den  Reichskanzler  zu  ermächtigen,  in  Uebereinstimmung  mit  der  zuständigen  Landes-Centralbehörde
  bei  reichsangehörigen  weiblichen  Personen,  die  vor  dem  Sommersemester  1899  sich
dem  medizinischen  Studium  an  einer  Universität  außerhalb  des  Deutschen  Reichs  gewidmet
haben,  behufs  Zulassung  zu  den  ärztlichen  Prüfungen
1.  die  Vorlegung  des  Zeugnisses  der  Reise  von  einem  humanistischen  Gymnasium  mit  Rücksicht
  auf  ein  ausländisches  Reifezeugniß  zu  erlassen;
2.  das  medizinische  Universitätsstudium,  welches  sie  nach  einer  im  Auslande  bestandenen
Prüfung  vor  dem  Wintersemester  1900/1901  zurückgelegt  haben,  auf  die  im  §.  4  Abs.  4
Ziffer  3  der  Bekanntmachung  über  die  ärztliche  Prüfung  vom  2.  Juni  1883  (Central-Blatt
  S.  191)  erforderten  vier  Halbjahre  medizinischen  Universitätsstudiums  anzurechnen.
Berlin,  den  26.  Juli  1900.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:  Rothe.



3.  Zoll-  und  Steuer-Wesen.

Der  Bundesrath  hat  in  seiner  Sitzung  vom  28.  Juni  d.  J.  beschlossen,
die  Ausführungsbestimmungen  zu  dem  Gesetze,  betreffend  die  Vergütung  des  Kakaozolls  bei
der  Ausfuhr  von  Kakaowaaren,  vom  22.  April  1892  (Central-Blatt  1896  S.  378)  werden
dahin  erweitert,  daß
1.  im  §.  1  hinter  dem  zweiten  Absatze  die  Worte:
„d)  Haferkakao,  welcher  mindestens  33 1/3  Prozent  Kakaomasse  enthält",
2.  hinter  dem  dritten  Absatze  die  Worte:
„d)  für  100  kg  Haferkakao  12,40  M.“  und
3.  im  §.  9  als  vorletzter  Absatz  die  Worte:
„Die  Bestimmung  über  Art  und  Umfang  der  bezüglich  des  Haferkakaos  vorzunehmenden
  Untersuchungen  bleibt  bis  auf  Weiteres  den  obersten  Landes-Finanzbehörden
  vorbehalten.“
hinzugefügt  werden.
Berlin,  den  26.  Juli  1900.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:  v.  Fischer.



4.  Konsulat  -  Wesen.

Dem  mit  der  Vertretung  des  beurlaubten  Kaiserlichen  General-Konsuls  in  Athen  beauftragten  Legationssekretär,
  Freiherrn  von  Griesinger  in  Athen,  ist  auf  Grund  des  §.  1  des  Gesetzes  vom  4.  Mai  1870
für  den  Amtsbezirk  des  General-Konsulats  und  für  die  Dauer  der  Vertretung  die  Ermächtigung  ertheilt
worden,  bürgerlich  gültige  Eheschließungen  von  Reichsangehörigen  vorzunehmen  und  die  Geburten,
Heirathen  und  Sterbefälle  von  solchen  zu  beurkunden.



Den  Konsul  für  Paraguay  in  Berlin  Georg  Hartwich  ist  Namens  des  Reichs  das  Exequatur  ertheilt
worden.



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