Full text : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuss Jüngerer Linie. Achtundwanzigster Band. 1912. (28)

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wie  z.  B.  von  Milchkannen,  verwandt  werden,  wenn  der  Dampf  unter
Druck  ausströmt  und  aus  der  Ausströmungsöffnung  unmiktelbar  in  die
Gesäße  hineingeleitet  wird.  Der  Innenraum  der  Gefäße  ist  dem  strömenden
  Dampfe  auszusetzen,  worauf  noch  ein  sorgfältiges  Andämpfen  der
Bügel=  und  Dichtungsringe  und  der  Außenwand,  letzteres  namentlich  bei

Holzgefäßen,  zu  erfolgen  hat.

.  Auskochen  in  Wasser  oder  3prozentiger  Soda=  oder  Seifenlösung  (ogl.
§*  5  Nr.  8).  Die  Flüssigkeit  muß  kalt  aufgesetzt  werden,  die  Gegenstände
vollständig  bedecken  und  vom  Augenblicke  des  Kochens  ab  mindestens  eine
Vierkelstunde  lang  im  Sieden  gehalten  werden.  Die  Kochgefäße  müssen
bedeckt  sein.

Bei  Melkeimern,  Milchaufbewahrungs=  und  Milchtransportgefäßen
kann  an  Stelle  des  in  vorstehender  Weise  auszuführenden  Auskochene  treten:

a)  das  Einlegen  der  Gefäße  in  kochend  heißes  Wasser  oder  kochend
heiße  Sodalssung  oder  dünne  Kalkmilch  für  die  Dauer  von  mindestens
  2  Minuten  derart,  daß  alle  Teile  der  Gefäße  von  der  Flüssigkeit
  bedeckt  sind;

b)  das  gründliche  Abbürsten  der  Außen=  und  Innenfläche  der  Gefäße
nebst  Griffen,  Deckeln  und  anderen  Verschlußvorrichtungen  mit  kochend
heißem  Wasser  oder  kochend  heißer  Sodalösung  oder  dünner  Kalkmilch.

.  Gründliches  Ansengen  und  Ausglühen  im  Feuer  oder  in  einer
geeigneten  Flamme.

12.  Verbrennen.

()  Die  unter  Nr.  4  bis  7  angeführten  Desinfektionsmittel  sind  möglichst
heiß  zu  verwenden.

(3)  Nach  näherer  Anordnung  der  Landesregierung  dürfen  außer  den  genannten
auch  andere,  in  bezug  auf  ihre  desinfizierende  Wirksamkeit  und  praktische  Brauchbarkeit
  erprobte  Mittel  und  Arten  des  Verfahrens  angewandt  werden.

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2.  Auswahl  und  Art  der  Berwendung  der  Desinsektionemittel.

*5  „12.

Die  Auswahl  und  Art  der  Verwendung  der  Desinfektionsmittel  (§  11)  hat
sich  im  allgemeinen  nach  dem  Grade  der  Widerstandsfähigkeit  sowie  der  Verschleppbarkeit
  des  Ansteckungsstoffs  der  Seuche  durch  Zwischenträger  und  nach  den  besonderen
  Verhältuissen  des  Falles  zu  richten.

8  13.

Bei  Viehseuchen,  deren  Austeckungsstoff  leicht  zerstörbar  ist  und  im  wesentlichen
  durch  die  erkrankten  Tiere  verschleppt  wird,  genügt  die  Reinigung  mit  nachfolgender
  Tünchung  der  Stalldecken,  Wände,  Pfosten.  Pfeiler,  Standscheiden,  Türen,
des  Fußbodens  nebst  Jaucherinnen  und  der  Gerätschaften  mit  dünner  Kalk=  oder
Chlorkalkmilch.  Eisenteile  sind  mit  verdünntem  Kresolwasser  oder  mit  Karbolsäurelösung
  zu  bepinseln.  Das  gleiche  Verfahren  kann  bei  Holz=  und  Steinteilen  sowie

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