§* 139.] Die Hypothekenübernahme: Genehmigung des Gläubigers. 607
wirksam. Der § 416 B. G.B. behandelt nun aber nur den letzteren
Fall, denn er spricht nur von der Genehmigung und diese nachträgliche
Zustimmung wird gesetzlich an bestimmte Voraussetzungen
gebunden. Ueber die bereits vereinbarte Schuldübernahmeerklärung
sich zu erklären, kommt der Gläubiger erst in die Lage, wenn er von
dem Veräußerer ordnungsmäßige Mittheilung erhält.
Die nachträgliche Erklärung des Gläubigers muß innerhalb
der kritischen Frist von 6 Monaten, falls nicht etwa eine
andere Frist vereinbart ist, abgegeben werden. Ist dieselbe
eine ablehnende, so kann diese Verweigerungserklärung nur dem
Veräußerer gegenüber selbst erfolgen, dagegen kann die Genehmigung
sowohl an den Veräußerer wie an den Uebernehmer erklärt
werden, beide sind gleichberechtigte Empfänger. *
Hat der Erwerber die Mittheilung der Genehmigung durch den
Gläubiger empfangen, so muß er den Veräußerer davon benachrichtigen.
Eine schuldhafte Unterlassung dieser Pflicht macht n
schadensers atzverbindlich.
Die Erklärung des Gläubigers ist eine einseitige, enpfanesbedürftigen
Willenserklärung, welche an einebestimmte Form.
nicht gebunden ist; die Genehmigung kann auch stillschweigend
oder durch konkludente Handlung geschehen, sie braucht nicht ausdücklich
zu erfolgen und bedarf namentlich keiner öffentlichen.
Beglaubigung. Grundsätzlich gilt Stillschweigen nicht als Genehmigung
und auch bei der Schuldübernahme im Allgemeinen wird dieser Grundsatz
aufrecht erhalten, Schweigen gilt als Verweigerung der Genehmigung,
wie § 415 Abs. 2 B. G.B. ausdrücklich hervorhebt. Aus Zweckmäßigkeitsgründen
macht das Gesetz für die Uebernahme der Hypothek in
Anrechnung auf den Erwerbspreis eine positive Ausnahme und zieht
aus dem bloßen Stillschweigen des Gläubigers innerhalb der kritischen
Frist nach ordnungsmäßiger Mittheilung den Schluß der Genehmigung.
Konkludente Handlungen, welche die Genehmigung offenbaren,
liegen dann vor, wenn der Glänbiger den Uebernehmer auf Grund des
Uebernahmevertrags persönlich belangt, entweder durch Anstellung der
persönlichen Klage auf Zahlung der Hypothekenforderung oder deren Anmeldung
im Konkurse des Uebernehmers; dagegen wird als Genehmigung
nicht aufzufassen sein die Entgegennahme einer, vom Uebernehmer ge-—.
.
*) Vgl. Planck S. 203 Anm. 1b, abweichend Brettner a. a. O.
S. 794, aber im § 416 ist nur die Vorschrift des § 415, Abs. 2 S. 2 für
anwendbar erklärt.