Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1900. (28)

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den Geldbetrag nicht  abholen  läßt,  so  können  die  Gegenstände  zum  Besten  der  Post-Unterstützungskasse
verkauft oder verwendet,      Briefe  und  die  zum  Verkaufe  nicht  geeigneten  werthlosen  Gegenstände  aber  vernichtet 
  werden.   V  Ist der  Absender  auch  mit  Hülfe  der  Ober-Postdirektion  nicht  zu  ermitteln,  so  werden  gewöhnliche
  Briefsendungen  und  die  zum  Verkaufe  nicht  geeigneten  werthlosen  Gegenstände  nach  Verlauf
von  drei  Monaten,  vom  Tage  ihres  Einganges  bei  der  Ober-Postdirektion  gerechnet,  vernichtet.
Dagegen  ist   1) bei  Einschreibsendungen,  bei  Briefen  mit  Werthangabe  oder  bei  Briefen,  in  denen  sich
bei  der  Eröffnung  Gegenstände  von  Werth  vorgefunden  haben,  ohne  daß  dieser  angegeben
worden  war,  sowie  bei  Postanweisungen,
2)  bei  Packeten  mit  oder  ohne  Werthangabe
der  Absender  öffentlich  aufzufordern,  innerhalb  vier  Wochen  die  unbestellbaren  Gegenstände  in  Empfang
zu  nehmen.  Die  zu  erlassende  öffentliche  Aufforderung,  die  eine  genaue  Bezeichnung  der  Gegenstände
unter  Angabe  des  Aufgabe-  und  Bestimmungsorts,  der  Person  des  Empfängers  und  des  Tages  der
Einlieferung  enthalten  muß,  wird  durch  Aushang  im  Schaltervorraume  der  Aufgabe-Postanstalt  und
durch  einmalige  Einrückung  in  ein  dazu  geeignetes  amtliches  Blatt  bekannt  gemacht.

VI.  Inzwischen  lagern  die  Sendungen  auf  Gefahr  des  Absenders.  Sachen,  die  dem  Verderb  ausgesetzt
  sind,  können  sofort  verkauft  werden.
VII.  Bleibt  die  öffentliche  Aufforderung  ohne  Erfolg,  so  werden  die  Sendungen  oder  Geldbeträge
zum  Besten  der  Post-Unterstützungskasse  verkauft  oder  verwendet,  Briefe  und  zur  Veräußerung  2c.  nicht

geeignete  sonstige  Gegenstände  aber  vernichtet.

§.  47.

I  Die  Gebühr  für  den  Erlaß  eines  Laufschreibens  wegen  einer  zur  Post  gelieferten  Sendung
beträgt  20  Pf.

II  Für  Laufschreiben  wegen  gewöhnlicher  Briefsendungen  soll  diese  Gebühr  erst  nachträglich  und
nur  in  denjenigen  Fällen  erhoben  werden,  in  welchen  die  richtige  Aushändigung  der  Sendung  an  den
Empfänger  festgestellt  wird.

III  Für  Laufschreiben  wegen  anderer  Sendungen  ist  die  Gebühr  im  voraus  zu  entrichten;  die
Erstattung  erfolgt,  wenn  sich  ergiebt,  daß  die  Nachfrage  durch  Verschulden  der  Post  herbeigeführt  worden  ist.

IV  Für  Laufschreiben,  die  portofreie  Sendungen  betreffen,  wird  eine  Gebühr  nicht  erhoben.

§.  48.

Laufschreiben

wegen  Postsendungen.


Wenn  bei  verspäteter  Bestellung  einer  Zeitung  der  Bezieher  die  Nachlieferung  der  für  die  Bezugszeit  Nachlieferung

bereits  erschienenen  Nummern  wünscht,  so  ist  für  das  an  die  Zeitungsverlags-Postanstalt  wegen  der
Nachlieferung  abzulassende  besondere  Bestellschreiben  das  Porto  von  10  Pf.  zu  entrichten.  Das  gleiche
Porto  wird  erhoben,  wenn  Bezieher  von  Zeitungen  die  nochmalige  Lieferung  einzelner  ihnen  fehlender
Nummern  der  Zeitung  verlangen.

§.  49.

I  Die  Freimarken  sowie  die  gestempelten  Kartenbriefe,  Postkarten  und  Postanweisungen  werden  zu
dem  Nennwerthe  des  Stempels  an  das  Publikum  abgelassen.  

lI  Außer  bei  den  Postanstalten,  den  Posthülfstellen  und  amtlichen  Verkaufstellen  können  Postwerthzeichen
  in  kleineren  Mengen  auch  von  den  bestellenden  Boten  bei  ihren  Bestellgängen  bezogen  werden.
Die  bestellenden  Boten  nehmen  ferner,  wenn  ihr  Vorrath  nicht  ausreicht,  Bestellungen  auf  Werthzeichen
an.  Die  Landbriefträger  haben  diese  Bestellungen  nebst  den  ihnen  dafür  übergebenen  Baarbeträgen  in
ihr  Annahmebuch  (§.  29  IV)  einzutragen.  Der  Auftraggeber  kann  sich  von  der  erfolgten  Eintragung  in
das  Annahmebuch  überzeugen  oder  diese  selbst  bewirken.  
III  Die  Anstalt,  in  welcher  die  Postwerthzeichen  hergestellt  werden,  übernimmt  die  Abstempelung  von
Kartenbriefen  und  Postkarten  sowie  von  Briefumschlägen,  Streifbändern  und  offenen,  zur  Versendung  als
Drucksachen  bestimmten  Karten  mit,  dem  Freimarkenstempel  für  das  Publikum  unter  den  bei  jeder  Postanftalt
zu  erfragenden  näheren  Bedingungen.      

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von Zeitungen.

Verkauf von
Postwerthzeichen.