Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Dreißigster Jahrgang. 1902. (30)

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in  natürlichem  Zusammenhange  verbunden  sein.  In  Hälften  zerlegte  Thierkörper  müssen  neben  einander
  verpackt  und  mit  Zeichen  und  Nummern  versehen  sein,  welche  ihre  Zusammengehörigkeit  ohne
Weiteres  erkennen  lassen.

(2)  Bei  Rindvieh,  ausgenommen  Kälber  (vergl.  Abs.  1),  muß  auch  der  Kopf  oder  der  Unterkiefer
mit  den  Kaumuskeln,  bei  Schweinen  auch  der  Kopf  mit  Zunge  und  Kehlkopf  in  natürlichem  Zusammenhange
  mit  den  Körpern  eingeführt  werden;  Gehirn  und  Augen  dürfen  fehlen.  Bei  Rindern  darf  der
*  getrennt  von  dem  Thierkörper  beigebracht  werden,  sofern  er  und  der  Thierkörper  derart  mit  Zeichen
oder  Nummern  versehen  sind,  daß  die  Zusammengehörigkeit  ohne  Weiteres  erkennbar  ist.

G)  Bei  Pferden,  Eseln,  Maulthieren,  Mauleseln  und  anderen  Thieren  des  Einhufergeschlechts
müssen,  außer  den  im  Abs.  1  aufgeführten  Theilen,  Kopf,  Kehlkopf  und  Luftröhre  sowie  die  ganze  Haut
mindestens  an  einer  Stelle  mit  dem  Körper  noch  in  natürlichem  Zusammenhange  verbunden  sein.

8.  7.
(1)  Põlel-  (Salz-)  Fleisch,  ausgenommen  Schinlen,  Speck  und  Daͤrme,  darf  in  das  Zollinland
nur  eingeführt  werden,  wenn  das  Gewicht  der  einzelnen  Stücke  nicht  weniger  als  4  kg  beträgt.
behand  (2)  Geräuchertes  Fleisch,  welches  einem  Pökelverfahren  unterlegen  hat,  ist  als  Pökelfleisch  zu
ehandeln.

.  8.
Das  nachweislich  im  Inlande  bereits  voh  sismaßig  untersuchte  und  nach  dem  Zollauslande
verbrachte  Fleisch  ist  im  Falle  der  Zurückbringung  der  amtlichen  Untersuchung  nicht  unterworfen.

8.  9.
Auf  das  im  kleinen  Grenzverkehre  sowie  im  Meß=  und  Marktverkehre  des  Grenzbezirkes  eingehende
  Fleisch  finden  die  Vorschriften  in  S§.  12,  13  des  Gesetzes  sowie  die  gegenwärtigen  Ausführungsbestimmungen
  Anwendung,  soweit  die  Landesregierungen  nicht  Ausnahmen  zulassen.

.,  10.

(1)  Die  unmittelbare  Durchfuhr  unter  gobimützer  Begleitung  oder  unter  Zollverschluß,  im  Postverkehr
  auch  ohne  diese  Kontrolmittel,  ist  als  Einfuhr  im  Sinne  des  Gesetzes  nicht  zu  betrachten;  das  zur
Durchfuhr  gelangende  Fleisch  unterliegt  nicht  der  amtlichen  Untersuchung.

(2)  Unter  unmittelbarer  Durchfuhr  ist  derienige  Waarendurchgang  zu  verstehen,  der  sich  vollzieht  ohne
eine  längere  Aufenthaltsdauer  im  Inland,  als  durch  die  ordnungsmäßige  Waarenbeförderung  bedingt  ist.
Eine  unmiltelbare  Durchfuhr  liegt  insbesondere  nicht  vor  bei  Aufbewahrung  der  Waaren  in  einem  Zolllager
  unter  amtlichem  Verschlusse.

Grundsätze  für  die  gesundheltliche  Untersuchung  des  in  das  Zollinland  eingehenden  Fleisches.

§.  11.
(1)  Für  die  Untersuchung  des  in  das  Zollinland  eingehenden  Fleisches  ist  als  Beschauer  ein
approbirter  Thierarzt  und  als  desen  Stellvertreter  ein  weiterer  approbirter  Thierarzt  zu  bestellen.  Zur
Ausführung  der  Trichinenschau  und  zur  Unterstützung  bei  der  Finnenschau  können  andere  Personen,  welche
nach  Maßgabe  der  Prüfungsvorschriften  für  Trichinenschauer  genügende  Kenntnisse  nachgewiesen  haben,
bestellt  werden.

(2)  Die  Herrichtung  des  Fleisches  für  die  thierärztliche  Untersuchung  (Herausnahme  der  Eingeweide,
  Loslösen  der  Liesen  [Flohmen,  Lünte,  Schmer,  Wammenfettl.  Zerlegung  der  Schweine  in  Hälflen,
Aufhängen  oder  Auflegen  der  Fleischtheile  im  Untersuchungsraum)  erfolgt  nach  Anweisung  des  Thierarztes,
  und  zwar  soweit  der  Verfügungsberechtigte  nicht  selbst  eine  Hülfskraft  stellt,  gegen  Entrichtung
einer  besonderen  Gebühr  nach  Maßgabe  der  hierüber  ergehenden  Anweisung  durch  die  Beschaustelle.

(6)  Die  chemischen  Untersuchungen  sind  von  einem  besonders  hierzu  verpflichteten  Nahrungsmittel-Chemiker,
  und  nur  wenn  ein  solcher  nicht  zur  Verfügung  steht,  von  einem  in  der  Chemie  hinreichend  erfahrenen
  anderen  Sachverständigen  vorzunehmen.  Die  Vorprüfung  der  Fette  ist  von  dem  Chemiker  oder
dem  Fleischbeschauer  vorzunehmen.  Ausnahmsweise  können  hiermit  andere  Personen,  welche  genügende
Kenntnisse  nachgewiesen  haben,  betraut  werden.