Es blieb nichts übeig, als nun zu tun, was schon vor spätestene elner Woche
bätte geschehen müssen und damals ohne stärkeren Felndesdruck hätte geschehen
können: auch der durch dle Frühjahraoffensive erkämpfte Bogen mußte gerdumt
werden. Schrittwesse, unter harten Kämpfen und unvermeldlichen schweren
Verlusten, zumal an Materlal. Die Engländer allein haben am 8. und 9. August
24 000 Gefangene und 300 Geschütze als Beute gemeldet. Leider fiel auch olel
wertvolles Aktenmaterial in die Hände des Feindes. Es gab lhm klaren Einöllck
in die ganze Schwierigkeit unserer Lage, vor allem unserer Ersatzverhältnsse.
Zunächst war es nötig, auch die nicht angegrlsfene Front südlich der Ardre
zurückzunehmen und Montdidier zu rdumen. Zum Glück schien auch die Angriffökraft
des Feindes für den Augenbllck erschöpft. Ein Vorstoß der Franzosen
südlich Montdidler traf nur noch Nachhuten. Bel den Rückzugskämpfen
blelten sich die Truppen besser als am ersten Tage. Es gelang an den beiden
folgenden Tagen, eine dünne, aber widerstandeofäbige durchgebende Verteldigungelinle
zu bilden. Ludendeff fand Zeit sich zu besinnen — die unausweichlichen
Folgen des ungeahnt furchtbaren Schlchsalsschlages durchzudenken.
Schlimm, weit schlimmer noch als das taktische Ergebnie der Niederlage
schmetterten die Berichte in selne Scele, die er von den zur Front entsandten
Generalstabeffizieren über die lnnere Verfassung der Truppe erbielt:
Ich hörte von * glänzender Tapferkeit, aber auch von Handlun er. die #ch,
ich 2 es offen aussprechen, in der de n Armee nicht für möglich gehalten habe:
#ee —1 chaften V— tn * Abteilungen 7 er ·
aben! ner u und zog angr worde von zurüchk
ruppen - un Seosengraifen zugerufen, Worte die auch vaia
noch fallen seiltene Die Offiziere hateen 5n6 Ilen e teinen Einstuß mehr, sie
lleßen sich mitrelßen.“
Z.
Das war schon nicht mehr der Anfang vom Ende — das war das Ende selbst.
Es fragte sich mur, ob noch genügender Zeitgewinn erkämpft werden könne, um
die endgültige Katastropbe so weit Hinauszuschieben, daß die unvermeldlichen
Entschlüsse in verhältnismäßlger Ruhe und Wücde in die Tat umgesetzt werden
könnten.
Blitzartig war die Erkenntnis über Ludendorff gekommen:
Der Krieg war verloren.
Das gute deutsche Schwert? Nein, es war wirklich nicht mehr gut. Der
Blindeste mußte es nun erkennen. Das Kampfinstrument — Ludendreff bekannte
es nun sich selber — war nicht mehr vollwertig. Den Mahnabhmen der
Obersten Heeresleitung war „die sichere Grundlage entzogen“.
#lKrriegführen nahm damit, wie ich mich demels ausdrückte, den Charakter
eines Woeseil. Hosardspieles an, das ich lmmer für verderblich ebogen
dabe. Das Schicksal des deutschen Volles war mir für- ein Glücksspiel zu boch.
Krüeg war zu beendigen.“
Der Heeresberlcht vom 8. August meldete lakonisch und oielsagend, daß
der Feind sadlich der Somme auf breiter Front eingebrochen sel. Diese Schrekkenskunde
drachte der Heimat die Panik. Alcht minder den Verbündeten. Der
deutsche Militärbevollmächtigte im K. u. K. Hauptquartier rief Ludendorff
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