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rich wird bewobnet und besessen Henisch; in einer
Formel diu vorgenanten gueter niessen, besitzen und
besetzen (selbst bewohnen oder verpachten) Boos Urk.
B. v. Aarau 53 (v. 1338); daher besessen burger (augesessener)
Magdeb. Fr. 2, 5, 3; taglöner der nirgend besessen
ist Sir. 37, 14. 4) hieraus erwachsend, als Eigentum
inne haben, die heute vorwiegende Bed. (von bloßem
haben unterschicden: er besitzt dich nicht, er hat dich
nur Goethe Künstl. Erdenw.); ursprünglich von liegenden
Gütern: haus oder stad das er besessen hat 3. Mos. 25,
33; erbteil besitzen 4. Mos. 36, 8; und so noch häuser,
guter, Lländereien u. s. w. besitzen; dann auch von anderem:
da er grozen hort besaz Nib. 453, 4; (Fremdnge)
solt jr zu eigen haben, und solt sie besitzen
3. Mos. 25, 46; vermögen, geld, kostbarkeiten, möbeln,
bueher, ein schlagfertiges heer (Treitschke 1, 521) besitzen;
von inneren Gütern, Eigenschaften u. ähnl.: er
besitzt kein herz, keine liebe, keinen guten charakter;
leute die mein ganzes vertrauen besaszen; nie mannes
herze ein wip besaz s5 rebte gar gewalticlich Lichtenstein
20, 14; die seligkeit zu besitzen 1. Thess. 5, 9; den
kunsten, die er auf einen so hohen grad besasz Gocthe
Benv. Cell., Vorr.; man musz tief in eine kunst oder
eine wissenschaft gedrungen sein, um die anfangsgrunde
wohl zu besitzen Ram. Nefse; die die rechten eigenschaften
besitzen Häusser d. G. 37, 155; wir besitzen
keine werke uber diesen zweig der wissenschaft; mit
sächl. Subji.: anschlege die mein herz besessen haben
Hiob 17, 11; der rechte ring besitzt die wunderkraft
Besitzer — besonder.
Lessing Nath. 3, 7; refl. sich besitzen, sich in der Gewalt
haben: hier galts, sich zu besitzen Wieland Idr.
5, 13; nicmand besasz sich mehr als diese frau Goethe
Wahlverw. 1, 10; Part. die besitzende klasse, die Wohlbabenden;
die besitzenden sollen den armen beistehen.
5) intrans. besitzen — sest sitzen, bleiben, im Mhd. häufig,
nur noch im 16. Jh. blieben wie die tollen Fritzen
bisz an den abent da besitzen BWaldis Es. 4, 90. —
Besitzer, m. früher nach besitzen 1, besitzer des gerichts,
jetzt beisitzer; sonst nach besitzen 4, Eigentümer,
bossessor besitzer Dies.; besitzer des hauses Henisch;
ihren rechtmäszigen besitzern Schiller 7, 238; jetzt
auch er ist besitzer ciner schönen tochter. — Besiczung, I.
das Besitzen: geben das land zu ewiger besitzung 1. Mos.
17,5, wofür heute besit. während besitzung fast gänzlich
auf die Bed. eines besessenen Grundstücks eingeschränkt
ist: sein gutchen war nach und vach eine ansehnliche
besitzung geworden Wieland Danischm. 40; seine
besitzungen in Schlesien und andern provinzen.
Besohlen, mit Sohlen versehen: strumpfe und schuhe
wieder besolen Stieler; neu beschlte stiefeln. — besolden,
mit Sold versehen, regelmäßig bezahlen (srüher
auch mit Umlant besölden, den sold guben Maaler##:
truppen, beamtc, arbeiter, spione; kerl, wie viel teufel
besoldest du? Schiller Fiesko 3, 4: die besoldeten ..
buralisten Treitschke 1, 272.— Besoldung, k. das Besolden
und das dazu gegebene: besoldung der truppen,
beamten; seine besoldung empfüngen; ein soldat der
seine besoldung hat Simpl. 3, 17.— besonder, 1) für
ich bestchend, vom Allgemeinen getrennt; als attributives
dj. erst im späteren Mhd. aus einem vorher vorhandenen
Adverb besunder gleicher Bed. (vgl. sonder) heransgebildet:
besunder dienesmanne Elis. 4870; später häufig:
ein besonder gelubde 3. Mos. 27, 2; an einen besondern
ort 1. Macc. 4, 46; einen besonderen haufen 5, 17; besondere
wege wählen Goethe nat. Tocht. 4, 4; davon.
würe ein besonderes buch zu schreiben; diese leute
haben ihre besonderen rechte; Subst. hier liegt noch
ctwas besonderes für dich u. a. 2) vom allgemeinen
sich abhebend, hervorstechend, die in neuerer Spr. sast
gewöhnlichere Bed.: ein furnemer o. besunüerer
Dies.; besondere wahlthat, tugend, licbe, schönheit
Steinbach; namentlich als Subst.: das ist etwas
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ganz besonderes; es war nichts besonderes zu ihm;
schon bei Luther der herr wird ein besonderes thun
2. Mos. 9, 4; auch — ungewöhnlich, eigenartig: in diesem
ganz besonderen falle; hier liegen besondere umstände
var; ironisch: das ist ja ein ganz besonderer mensch.
Als Formel ins besondere, oft zusammengerückt geschrichen,
— zumal, vor anderem: euch aber insbesondere,
schriftsteller meines vaterlands Schiller 5,2.—
besonders, Adverb, in den Bedeutungen von besonder;
1) seorsum besunders Dief.; man irug jm besonders
auf 1. Mos. 43, 32; hielten im felde besonders 1. Chron.
20, 9; füret sie auf einen hohen berg besonders Mare.
9,2; einen besonders anreden, nehmen u. a. 2) steigernd,
namentlich in neuerer Spr. die weisze larbe schickt
sich besonders vor gott Steinbach; vor Adj.: das ist
besonders schön; gut ist er (der Kuchen), besonders gut
Ifsland Jäger 4, 4; veraltet titelhast in Briesen: meinem
besonders hochgechrten herrn; als Bindewort: ich
freue mich uber dein wolscin, besonders aber uber
deinen fleisz Adelung (dafür im 17. Ih. besondern
Simpl. 4, 322).— besonnen, mit Sonnenschein verschen:
besonnen, an der sonnen tröchnen Maaler; später
nur Dichterwort: bahn, die nie ein strahl besonnte
Blumaner:, 123; die besonnten hugel Schiller
Kl. d. Ceres; ihrer mild besonnten finr Uhland 14.
— besonnen, Part., vgl. unter besinnen. — beforgen,
mit Sorge umgeben, abd. bisorgen, mhd. bosorgen, in
zwiesachem Sinne, 1) Fürsorge tragen, Erforderliches
anordnen und ins Werk setzen: curore Pisorgen ahd.
Gloss. 2, 631; dispensare besorghen Dief.; procrare
besorgen ebd.; in der hochd. Schriftspr. im 16. 17. Ih.
(nicht im Niederdentschen) vor der folgenden Bed. zurückgetreten,
im 18. wicder vorkommend: ein geschöfte,
das hauswesen besorgen, das frauenzimmer besorgt das
essen Steinbach; wirtschaft, kuche, stall, vieh, landbau
besorgen; stille das feld zu besorgen Goethe
Herm. u. Dor.; wölfe besorgten die finanzen Schiller
Fiesko 2, 8; ferner aufträge; eines geschüfte Treitschke
, 363; einem einen briel zur post; „haben Sie besorgt,
was ich auftrug?“ es ist alles besorgt; kranke, die
kinder, güste besorgen; dasz man ihn auskleide, trockne,
besorge Goethe Wanderj. 2, 5; spottend: der ist besorgt
und aufgehoben Schiller Eisenh.; mit abhäng.
Satze: sogleich besorgte man, dasz die wunde verbunden
wurde Werke 4, 220; besorgt sein, in älterer
Spr. mit jemand oder etwas (Elis. 3530), jetzt kur einen
oder etwas; fur die wirtschaft, für sein glück besorgt
sein Adelung. 2) Sorge, Angst um etwas Kommendes
haben, ahd. noch nicht bezeugt, mhd. vielfach vorhanden;
refl., sich eines dinges: besorgen sie sieh keines schadens
Weish. 14, 29; der hunger des jr euch besorget Jer.
42, 16; müsz sich allzeit seins lebens und göts vor
straszenreubern besorgen Wickram Nachb. 39°; noch
bei Lefsing: der sich des schlimmsten besorgte Dram.
29; mit kur oder abhäng. Satz: weil er sich fur des
Antiochi son besorget 2. Macc. 9, 29; darfestu dich
nicht besorgen, das er dich tödte Sir. 9, 18; besorgte
ich mich, er sei etwan auf eine rache bedacht Simpl.
2, 207; absolut: er besorget sich Luc. 9, 7; trans., etwas
besorgen: besorgt das lombardisch gist Garg. 78; das
war das schlimmste, was ich besorgte Lessing Gal. 2,6;
verrat, ein ungluck, hindernisse, krankheiten u. a. besorgen;
ein rüekfall ist zu besorgen; die nichts besorgenden
herzen Wieland Amad. 14,5; dafür abhäng.
Satz: dieweil er aber besorget, Jonathas würde es wehren
I. Macc. 12, 40; ich besorge sehr, dast Lessing
Litt. Brief 332; mit für: man besorgte fur sein leben
Schiller 2, 390; absolut: das es nicht geschehen ist,
wie wir besorgten Tob. 8,17; besorgt sein: dar umbe
Aftirding nicht ein wenig besorgit was Ködiz 10, 22;
wir waren wegen deiner gesundheit sehr besorgt; einen
besorgt machen Lessing Samps. 4, 3; Part. adjectivisch:
besonders — beforgen.