Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Fünfunddreißigster Jahrgang. 1907. (35)

–  20.00„0  —

Muster  1.

 

 

Bezirk  der  Einzusenden  bis  zum  1.  Juni.

Aachmwmeisung

der

auf  die  Zölle  und  Reichssteuern  sowie  die  Ein-,  Aus=  und  Durchfuhrverbote
bezüglichen  Straffälle

für  das  Rechnungsjahr  19

Anleitung.

Die  Gesamtheit  der  Verhandlungen  usw.,  welche  zu  derselben  laufenden  Nummer  der  Strafsachennachweisung  gehören,

gilt  als  je  ein  Straffall.  Jeder  Straffall  kommt  nur  einmal  in  Rechnung.

.  Als  erledigt  werden  alle  endgültig  entschiedenen  Straffälle  angesehen,  auch  wenn  sie  noch  nicht  vollständig  rechnungsmäßig

  abgewickelt  sind.

Wenn  ein  Beschuldigter  in  demselben  Straffalle  zugleich  wegen  Gefällhinterziehung  oder  vorsätzlicher  Verletzung  der

Ein-,  Aus=  oder  Durchfuhrverbote  und  wegen  Ordnungswidrigkeit  bestraft  worden  ist,  so  wird  die  Bestrafung  ausschließlich
  unter  den  Hinterziehungs=  oder  Einschwärzungsfällen  nachgewiesen.

Dagegen  sind  die  Fälle,  in  denen  zwar  ein  Tatbestand  vorliegt,  an  den  das  Gesetz  die  Rechtsvermutung  für
die  Annahme  einer  Hinterziehung  oder  einer  Verletzung  der  Ein-,  Aus=  oder  Durchfuhrverbote  geknüpft  hat,  in  denen
aber  nur  eine  Ordnungsstrafe  festgesetzt  wurde,  nicht  in  den  Spalten  für  Himterziesungen  und  Einschwärzungen
(4  bis  8),  sondern  in  den  Spalten  für  Ordnungswidrigkeiten  (9  und  10)  nachzuweisen.  In  solchen  Fällen  wird
namentlich  auch  der  Betrag  der  Gefälle  in  Spalte  7  nicht  angegeben.

Zum  Vordrucke  der  Spalte  1  Ziffer  1  ist  in  der  Spalte  12  „Bemerkungen“  die  Zahl  der  Fälle  ersichtlich  zu  machen,
in  welchen  nach  §§  146  und  148  des  Vereinsgollgesetzes  geschärfte  Strafen  wegen  Zollhinterziehung  oder  Verletzung
der  Ein-,  Aus=  oder  Durchfuhrverbote  verhängt  worden  sind.  Bei  den  letzteren  sind  die  Straffälle  nach  den  einzelnen
in  Betracht  kommenden  gesetzlichen  Bestimmungen  (St.  G.  B.  §  328;  Rinderpest-,  Viehseuchen-,  Fleischbeschau-,  Süßstoff-,
  Markenschutzgesetz  usw.)  getrennt  nachzuweisen  und  diese  Bestimmungen  in  der  Bemerkungsspalte  anzugeben.

.  Zum  Vordrucke  der  Spalte  1  Ziffer  2  gelten  als  Hinterziehungen  der  Tabaksteuer  die  in  den  §8§  32  bis  39  des  Ge-Febes,

  ut  w.  Juli  1879,  betreffend  die  Besteuerung  des  Tabaks,  vorgesehenen  Übertretungen  (vgl.  jedoch  auch  oben
I#.  2).  „

Zum  Vordrucke  der  Spalte  1  Ziffer  10  sind  die  Bestrafungen  nach  §§  10  bis  15  des  Gesete  vom  3.  Juli  1878,  betreffend
  den  Spielkartenstempel,  mit  der  aus  Nr.  3  Abs.  2  der  gegenwärtigen  Anleitung  sich  ergebenden  Beschränkung
als  Hinterziehungen  anzusehen.  Doch  bleiben  die  Spalten  5  und  6  (Rückfälle)  außer  Betracht.

.  Zum  Vordrucke  der  Spalte  1  Ziffer  11  sind  die  Bestrafungen  wegen  Übertretung  des  Gesetzes  vom  10.  Juni  1869,

etreffend  die  Wechselstempelsteuer,  sämtlich  als  Hinterziehungen  nachzuweisen.  Die  Zahl  der  Bestraften  wird  ausschließlich
  im  Spalte  4  eingetragen.

.  Zum  Vordrucke  der  Spalte  1  Ziffer  12  sind  die  Bestrafungen  nach  58§  2,  8,  22,  24,  30,  40,  48,  61  und  66  des  Reichsstempelgesetzes

  vom  3.  Juni  1906  mit  der  aus  Nr.  3  Abs.  2  der  gegenwärtigen  Anleitung  sich  ergebenden  Beschränkung
als  Hinterziehungen  anzusehen.  Die  Spalten  5  und  6  (Küfälle  kommen  nur  in  Betracht,  wenn  es  sich  um  Verurteilungen
  nach  den  23,  41  und  49  des  Gesetzes  handelt.

.  Zum  Vordrucke  der  Spalte  1  Ziffer  13  sind  die  Bestrafungen  nach  §  49  Abs.  1,  §  50  Abs.  1  des  Erbschaftssteuergesetzes

  vom  3.  Juni  1906  mit  der  aus  Nr.  3  Abs.  2  dieser  Anleitung  sich  ergebenden  Beschränkung  als  Hinterziehungen

anzusehen.  Die  Spalten  5,  6  (Rückfälle)  bleiben  außer  Betracht.
10.

Bezüglich  derjenigen  Steuern,  deren  Verwaltung  nicht  den  Zollbehörden  obliegt,  sind  die  Nachweisungen  von  denjenigen
  Behörden  aufzustellen  und  einzusenden,  welche  im  Verwallungsstrafversahren  als  erstinstanzliche  oder  Direktivbehörden
  gewirkt  haben.