Heinrichs friebliche Thätigkeit in Sachsen, u. s. w. 253
Widukind bei dem Ausbruch des innern Kampfes in Sachsen den 116°.
gegen Heinrich den Löwen verbündeten Fürsten angeschlossen und in
schamlosester Weise gewüthet.) Er wußte daher sehr wohl, daß
nach dem Friedenschluß seiner nichts Gutes warten würde: entschieden
erklärte er daher, auf die zu Bamberg verabredeten Bedingungen
nicht eingehen zu können, und weigerte sich, die Waffen niederzmlegen.
Ihm gegenüber also mußte der Friede durch neue Kämpfe
hergestellt werden, — bei dem Muthe der Verzweiflung, mit dem
der tollkühne Ritter sich wehrte, kein leichtes Stück Arbeit. Heinrich
schloß ihn in seiner starken Bergfestung Dasenburg ein. Aber durch
ihre hohe Lage so wie die nach allen Seiten hin steil abfallenden
Felswände war das Raubnest trefflich geschützt, und die Belagerungsmaschinen,
mit denen der Herzog seine Mauern bearbeiten
wollte, blieben ganz wirkungslos. Schließlich sah sich Heinrich daher,
wollte er nicht unverrichteter Sache wieder abziehen, genöthigt,
seine Zuflucht zu ganz außerordentlichen Mitteln zu nehmen. Aus
dem benachbarten Goslar, das schon damals durch seine großen
Bergwerke im Rammelsberge hoch berühmt war, ließ er Bergleute
kommen, welche den Berg unterminieren mußten. Dabei stießen dieselben
auf den Brunnen, welcher den Vertheidigern ihr Trinkwasser
lieferte: dieser wurde abgeleitet, und so der Muth Widukinds und
der Seinen schließlich durch die Qualen des Durstes gebrochen.
Widukind mußte sich und sein Schloß dem Herzog überliefern.)
Auf dem Bamberger Reichstage traten übrigens gleich nach der
Beilegung der so verderblichen sächsischen Fehde die großen Angelegenheiten
des Reichs bedeutungsvoll in den Vordergrund. Dort wurde
1) Helm. II, 11: Cum autem omnis
bellorum moios autore Deo rediret
in serenam pacis quietem, Wedekindus
de Dasenburg recusavit pacem,
duam locuti sunt principes. Hic enim
ab adolescentia sun ad malum strenuus,
semper militine usum ad rapinam
detowerat. Sed ne malum posset,
ducd voläit, ducis refrenatione acrius
tenebatur. Captus enim aliquando et
in vincule conicctus, fdem dederat,
ut de caetero temperaret a rapinis et
staret ad mandatum ducis eincero obsequio.
Sed ille ingruente tempore
belli, Pollicitstionis immomor in ducem
omnibus acrius desaerit.
2) ibid. Cseteris ergo ad pacem
reductis, hunc singularem ferum dux
obscdit in castro Dasenburg. Sed oum
omnem obsidionis et machinarum violentiam
mons altior oluderet, misit
dux et vocavit viros industrios, qui
aggressi rem diffleilem et inauditam,
perfoderunt radicem montis Dasenburg
et intoriora montis collustrantes repererunt
puteuft, unde castellani hau.
riebant aquam. — Dasenburg in nach
Leuckfeld, Antiqq. IIfeld.
in der Gegend von Elbingeroht 3
szen. während die Origg.
III, p. 71 es in die Gegend von Pa-1(
setzen. Für die Lage im Harz
scheint das Herbeirusen der Bergleute
"dem benachbarten Goslar zu
sprechen.