Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Siebenunddreißigster Jahrgang. 1909. (37)

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Diese  vorläufig  festgesteltten  Bemerkungen  werden  von  den  Senaten  dem  Präsidenten  des
Reichsmilitärgerichts  vorgelegt.  6

Letzterer  überweist  dieselben  einer  Kommission,  bestehend  aus  den  rangältesten  Offizieren,  den
Senatspräsidenten  und  dem  Obermilitäranwalt,  oder  in  deren  Vertretung  den  nächstältesten  Mitgliedern
der  Senate  und  der  Militäranwaltschaft  zur  Nachprüfung  in  bezug  auf  Inhalt  und  Wortlaut.  Die
bezüglichen  Berichterstatter  find  von  der  Kommission  zu  hören.

Bemerkungen,  welche  der  Präsident  des  Reichsmilitärgerichts  für  unvereinbar  hält  mit  den
militärischen  Vorschriften  oder  Grundsätzen,  und  solche,  gegen  welche  von  der  Kommission  Bedenken
mit  Stimmenmehrheit  erhoben  werden,  sind  dem  Plenum  zur  Entscheidung  vorzulegen,  falls  der  bezügliche
  Senat  bei  seiner  abweichenden  Ansicht  bleibt.  Im  Plenum  ist  der  Obermilitäranwalt  mündlich
oder  schriftlich  zu  hören.

Nach  endgültiger  Feststellung  des  Wortlaute  der  Prüfungsbemerkungen  durch  Senats=  oder
Plenarbeschluß  werden  dieselben  von  den  Senaten  zusammengestellt  dem  Präsidenten  des  Reichsmilitärgerichts
  zur  weiteren  Veranlassung  gemäß  §  113  der  Militärstrafgerichtsordnung  eingereicht.

Die  Abstimmungen  finden  unter  Teilnahme  sämtlicher  Mitglieder  statt.  Bei  den  endgültigen
Abstimmungen  der  Senate  und  des  Plenums  gelten  diejenigen  Prüfungsbemerkungen  als  abgelehnt,
hinsichtlich  deren  sich  Stimmengleichheit  ergeben  hat.

Das  Verzeichnis  derjenigen  Behörden  (Kassen),  an  welche  nach  der  vom  Bundesrat  unter  dem
23.  April  1880  beschlossenen  Anweisung  Ersuchen  um  Einziehung  von  Gerichtskosten  zu  richten  sind
(Zentralblatt  für  das  Deutsche  Reich  von  1885  S.  79  ff.),  erfährt  infolge  der  Einrichtung  zweier  neuer

Gerichtskassen  für  den  Bezirk  des  Amtsgerichts  Magdeburg  folgende  weitere  Anderung:
Auf  Seite  109  sind  in  der  letzten  Spalte  an  der  das  Amtsgericht  Magdeburg  betreffenden

Stelle  die  Worte  „Kgl.  Gerichtskasse  in  Magdeburg“  durch  folgende  Eintragung  zu  ersetzen:
Men)  Kgl.  Gerichtskasse  in  Magdeburg--Altstadt,  zuständig  für  die  Stadt  Magdeburg  mit  Ausnahme
  der  zu  b  und  c  erwähnten  Stadtteile,  ferner  für  die  Ortschaften  Biederitz  mit
Forstgutsbezirk  Biederitz,  Cracau,  Prester,  Gutsbezirk  Zipkeleben,  Pechau  mit  Forstgutsbezirk
  Pechan,  Gutsbezirk  Königsborn,  Gübs,  Wahlitz  mit  Gutsbezirk  Wahlitz,  Menz,
Randau  mit  Gutsbezirk  Randau,  Gutsbezirk  Greifenwerder,  Calenberge,  Diesdorf,  Gr.
Ottersleben,  Benneckenbeck,  Kl.  Ottersleben  mit  Gut,  Eichenbarleben  mit  Gutsbezirk
Eichenbarleben,  Irrleben,  Niederdodeleben,  Ochtmersleben,  Mammendorf,  Schnarsleben;
I)  Kal.  Gerichtskasse  in  Magdeburg  Buckau,  zuständig  für  den  Stadtteil  Buckau  und  die
Ortschaften  Beyendorf,  Dodendorf,  Osterweddingen,  Sohlen,  Fermersleben,  Salbke  mit
Gutsbezirk  Salbke,  Forstgutsbezirk  Rreuzhorst,  Lemsdorf,  Westerhüsen;

JP)  Kgl.  Gerichtskasse  in  Magdeburg-Neustadt,  zuständig  für  die  Stadtteile  Neustadt  und
Rotheusee  und  von  der  Altstadt  Magdeburg  diejenigen  Flächen,  welche  nördlich  der
Straßen  Raiser  Otto-,  Ring=  und  Bötticherstraße  bis  zur  Elbe  gelegen  sind,  ferner  für
die  Ortschaften  Groß--Ammensleben  mit  Gutsbezirk  Groß-Ammensleben,  Rlein=  Ammensleben,
  Bleiche,  Barleben,  Dahlenwarsleben,  Gersdorf,  Ebendorf,  (Zutenswegen,  Hermsdorf,
Hohenwarsleben,  Meitendorf,  Olvenstedt.  «

3.  Militär  wesen.
GCekanntmachung.

Dem  Dr.  med.  Eduard  Gaffron  in  Lima  ist  auf  Grund  des  §  42  Ziffer  2  der  Wehrordnung
die  Ermächtigung  erteilt  worden,  Zeugnisse  der  im  §  42  Ziffer  1  àa-c  ebendaselbst  bezeichneten  Art
über  die  Tauglichkeit  derjenigen  militärpflichtigen  Deutschen  auszustellen,  welche  ihren  dauernden
Aufenthalt  in  Peru  haben.

Berlin,  den  23.  März  1909.

Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:  Just.