Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Achtunddreißigster Jahrgang. 1910. (38)

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§ 5.

Die  Zählungsformulare  sind  bis  zum  Mittag  des  1.  Dezember  durch  die  Haushaltungsvorstände,
  einzeln  lebenden  Personen,  Vorsteher  der  Anstalten  usw.  (s.  §  2)  oder  durch  geeignete  Vertreter
  nach  dem  Personalstand  an  dem  im  §  1  bezeichneten  Zeitpunkt  auszufüllen.  Der  Zähler  hat
die  Zählungsformulare  an  Ort  und  Stelle  auf  ihre  Vollständigkeit  zu  prüfen  und  die  Ergänzung  von

Lücken  herbeizuführen.
 § 6.

Die  Zählungsformulare  müssen  für  jede  ortsanwesende  Person  folgende  Fragen  beantworten:
1. Vor=  und  Familienname.

2. Stellung  im  Haushalt.

3. Geschlecht.

4. Familienstand.

5. Geburtstag  und  Geburtsjahr.

6. Hauptberuf  (Haupterwerb)  und  Stellung  im  Hauptberufe.

7. Ob  im  aktiven  Dienste  des  deutschen  Heeres  oder  der  deutschen  Marine  stehend.
8. Religionsbekenntnis  (Konfession).

9. Staatsangehörigkeit  (ob  reichsangehörig  oder  welchem  fremden  Staate  angehörig).

Die  Landesregierungen  haben  darauf  zu  achten,  daß  in  den  Zählungsformularen  die  gewöhnlichen
  (Familien-)  Haushaltungen,  die  einzeln  wirtschaftenden  Personen  (Einzelhaushaltungen)  und  die
Anstalten  aller  Art  zum  Zwecke  späterer  Auszählung  nach  Zahl,  Umfang  und  Zusammensetzung  deutlich
unterschieden  werden.

Zu  2.  Hier  ist  aufzuführen:  der  Haushaltungsvorstand  und  von  den  übrigen  Personen  die
Stellung  zu  diesem;  die  Ehefrau,  Kinder  und  sonstige  Verwandte  des  Haushaltungsvorstandes,  Gewerbegehilfen,
  häusliche  und  gewerbliche  Dienstboten  des  Haushaltungsvorstandes  und  sonstige  Wohnungsgenossen.
  Gesellen,  Gehilfen,  Lehrlinge,  die  bei  anderen  Arbeitgebern  in  Arbeit  stehen,  sind  hier  nur
in  ihrer  Beziehung  zum  Haushaltungsvorstand,  also  als  Zimmerabmieter  oder  als  Schlafgänger,  nicht
als  Gesellen  usw.  zu  bezeichnen.

zu  7.  Die  Zählung  des  Militärs  (in  Kasernen,  Quartieren)  erfolgt  wie  die  der  Zivilpersonen
namentlich.

Die  in  der  Nacht  vom  30.  November  zum  1.  Dezember  auf  Wache  befindlichen  Militärpersonen
werden  in  ihren  Quartieren  gezählt.

Für  alle  im  aktiven  Dienste  stehenden  reichsangehörigen  Militärpersonen  des  Heeres  und  der
Marine  mit  Einschluß  der  Militärbeamten  und  ärzte  und  der  auf  bestimmte  Zeit  Beurlaubten  ist  außer
dem  Worte  „aktiv“  der  Truppenteil,  die  Kommando=  oder  Verwaltungsbehörde  usw.  anzugeben.  Unteroffiziervorschüler
  und  Kadetten  gelten  als  nicht  zum  aktiven  Heere  gehörig,  während  Unteroffizierschüler
und  Schiffsjungen  dazu  zu  rechnen  sind.  Die  Gendarmerie  sowie  die  Invalidenkompagnien,  mit  Ausnahme
  der  dazu  gehörigen  aktiven  Offiziere  und  Militärbeamten,  sind  nicht  zum  aktiven  Militär  zu  zählen.

Zu  9.  Reichsausländer  erwerben  die  deutsche  Staatsangehörigkeit  nur  durch  förmliche
Naturalisation,  Frauen  durch  Eheschließung  mit  einem  Inländer;  Kinder  eines  Reichsausländers  sind
nicht  schon  dadurch  deutsche  Reichsangehörige  geworden,  daß  sie  im  Inland  geboren  sind.  Frauen
verlieren  durch  die  Eheschließung  mit  einem  Ausländer  die  deutsche  Staatsangehörigkeit.

§ 7.
Die  Landesregierungen  werden  die  weiteren  Anordnungen  wegen  der  Ausführung  der  Zählung
erlassen.  Sie  werden  darauf  Bedacht  nehmen,  daß  Veranstaltungen,  die  den  Stand  der  Bevölkerung
am  1.  Dezember  wesentlich  verschieben  können,  z.  B.  Jahrmärkte,  Truppenverlegungen,  nicht  stattfinden.

§ 8.

Die  Vornahme  der  Zählung  in  denjenigen  nicht  zum  Reiche  gehörenden  Gebieten,  welche  dem
deutschen  Zollgebiet  angeschlossen  sind,  und  die  rechtzeitige  Mitteilung  der  Ergebnisse  wird  die  nächst—
beteiligte  Landesregierung  (für  das  Großherzogtum  Luxemburg  Preußen,  für  die  österreichischen  Zollanschlüsse
  Bayern)  veranlassen.  Hierbei  genügt  die  Feststellung  der  Zahl  der  ortsanwesenden  Personen
zu  dem  im  §  1  bezeichneten  Zeitpunkt  in  den  betreffenden  Gebieten.

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