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Sinnengenuß, m. Genuß den die erregten Sinne gewähren.
— Sinneulust, k. Lust von den erregten Sinnen
ausgehend. — Sinnenrausch, zreiz, m. Rausch, Reiz
durch erregte Sinne. — Sinnentäuschung, k. Täuschung
durch Sinne hervorgerufen. — Sinnenwahn, m. Wahn
der Sinne: sinnenwahn band meinen sinn Müllner
Schuld 4, 3. — Sinnenwelt, k. Welt soweit sie in die
Sinne fällt, Erscheinungswelt. — Sinnesänderung, k.
Auderung des Sinnes, Wollens. — Sinnesart, (. Art
zu denken, zu wollen und zu streben: das gleichgewicht
ibrer durchaus friedfertigen sinnesart CF Meyer
Jenatsch 2600. — Sinnesgenosse, m. Gleichgesinnter:
der herr vorredner und seine sinnesgenossen Bismarck
Ned. 4, 11. — Sinneswechsel, m. Wechsel des Sinnes,
Wollens, Anschauens. — Sinnesweise, f. Weise des
Sinnes, Wollens, Anschauens: die strenge sinnesweise
Leinrichs II1. Ranke Werke 1, 17. — Einneswerkzeng,
n. deutscher Ausdruck für Organ (in Bezug auf
den Körper), von Campe in der Form sinnwerkzeug
vorgeschlagen. — sinnfällig, neuer Ausdruck für in die
sinne kallend, oben sinn 3. — Siungedicht, u. Verdeutschung
von Epigramm durch Zesen. — sinnlos,
ohne Sinn, Besinnung, Verstand; von Menschen: sinnlos,
cmens Stieler; bin wie sioplosz, stumm und
taub Königsb. Dichterkr. 102; in verschiedener Einschränkung
der Bed.: sie ist sinnlos (ohnmächtig)
Hv Kleist Schroffenst. 5, 1: ich war sinnlos, wenn
ich das gesagt Müllner Schuld 4, 3; habe sich der
sinnlose mit blinder wuth in die vwalle des andern
geworken C F Meyer Jenatsch 161; angst [licsz mich
so sinnlos schwatzen Grabbe 1, 200; von Dingen:
sinnlose wörter, ein sinnloser ausdruck, satz Adelung;
lösung cines sinnlosen räthsels Freytag Erinn. 92.
Dazu: Sinnlosigleit, s. — sinnreich, reich an Sinn,
Verstand, mhd. sinveriche; von Personen, klug, verständig:
swelch sinne richer man Hartmann 2. Büchl.
21; das ja die alten sinnreicher sein denn die jungen
Luther 4, 1915; eines gesitteten und sinnreichen
volkes Wieland Ag. 3, 2; auf den besondern Fall bezogen:
wir sind sinnreich, uns zu quälen Brockes
2, 372; so sind viele (Herren) so sinnrcich, dasz sie
von ihm (dem Hofmeister) alle wissenschaften. fordern
Rabener 3, 11; eios war zu dem vergnugen des
andern sinnreich Gellert 4, 428; gott als der kunstund
sinnreiche schöpfer ull der wunderbaren dinge
Keller Werke 1, 64; von Dingen, Klugbeit, Verstand
erweckend oder anzeigend: Lyäus lehret bessre lieder:
nichts ist so sinnreich, als der wein lUz 1, 60; sinnreiche
reden, sprüchc, einfülle; sinnreich! . sehr
sinnreich Schiller 5, 166. — Einnspruch, m. besonderen,
nachdrücklichen oder tieseren Sinn gewährender
Spruch; Spruch als Aufschrift eines Sinnbildes. —
sinnverwandt, dem Sinn, der Bedeutung nach verwandt:
sinnverwandte ausdrucke, wörter. — sinnverwirrt, im
Sinn, Bewußtsein, Denken verwirrt. — finnvoll, voll
Emn, bedeutungsvoll, zuerst bei Campe als neues
Wort: mit sinnvoller hingebung Ranke Werke 1, 274;
durch festes ceremaniell, sinnvollen brauch eingehegt
Freytag Bild. 1, 18.
Siunen, 1) Gedanken anhaltend auf etwas richten,
nachdenken, erdenken; hoch= und niederd. Wort, abd.
als sinnan noch in der sinnlichen Bed. des Gebens, sich
wohin Wendens (vgl. einn), mhd. mud. als einnen.
fries. als sinna in den abgeleiteten heutigen Begriff
übergegangen, entstanden wohl aus vorgeschichtlichem
sindnan, (iner Wurzel mit ahd. sind, gals- sins, altsächs.
altengl. si5, altnord. sinnr. Weg, Gang; urverwandt
zu irisch sct Weg und zu dem schon abstract gewordenen
lat. scutire fühlen; starkes Verbum, mit dem
Prät. mhd. zann, sunnen, Part. gesunnen. Formen die
sich im 17.Sb. zu er sann und sonne, Part. gesonnen
(Stieler)], seit dem 18. zu sann, Plur. sannen, Part.
Sinnengenuß — sinnen.
sinnen. 622
gesonnen veräudert haben; Conj. älter sönne: söonen dic
magnatcn auf edte, grosze thaten Göckingk 3, 125;
später sä#une: uls sänne sie darüber nach Heyse Par.
1, 3; dazu seit dem Mhd. schwache Formen, Prät.
sinnete, die sich auch im älteren Nhd. halten: ich sinnte,
du sinntest, er sinntc Stieler; sioneten sie im nach
Schild ürger A 4, und im Part. geeinnt bis jetzt dauern.
Fügung absolut: scharf sinnen, ecerrim cogita--cione
versare Stieler; wer nicht schürfer sinnt als
siebt Günther 123; zu brüten und zu sinnco Schiller
Wallenst. Tod 1, 1; mit einsachem Acc., besonders in
dichterischer Spr.: wenn der pock was sinnt nod tieht
Sandrub 3; nun aber hatt ich was zu sinnen Eichendorff
Taugen. 25; sinnt ihr bünder nur und fesseln?
Arndt 419; sinnst du auch nichts gefäbrliches?
Schiller Tell 3, 1; was er sinnt, ist schrecken Uhland
400; wano wird man rwieder susze lieder sinnen?
Strachwitz Ged. 70; mit dem Nebenbegriff der Hofsnung:
wir . sinnen ach! ein frohes wicderschn
Voß 6, 14; in erweiterter Fügung, mit Angabe der
Wirkung: sich bhalbtot sinnen; ich wurde mich zu
schanden sinnen Lessing ant. Briese 3; unpersönlich:
es sinnt sich gut im kahne Geibel 2, 56; mit abhängigem
Satze: er sinnt, wic er das erreichen könne;
vgl. mhd., hier zugleich mit Gen.: des wurdin si
sinnen, wi si mit listin herbin si mochtin vorterbin
Jeroschin 11654; mit Präpositionen, gewöhnlich auf:
nuf eine list, was neues, seine erhaltung, mittel, der
stadt verderben sinnen Steinbach; sinnt er still aul
unerhörte that Goethe Iphig. 1, 3; doch auch: swer
näch éren sinne Wigal. 1, 20; (wie ich) um mich her
nach einer gattin sann Goethe nat. Tocht. 4,2; uber
die innerlichkeiten des menschen . . fortwährend zu
sinnen und zu spinnea ital. Reife III; wolten si ze
#röuden sionen Walther 98, 4; schweizerisch an einen.
etwas, in der Bed. von denken le: ich sinne noch
immer daran, wie du gesagt hast, auf kleinen gutehen
schlage man den zins nicht heraus JGotthelf Uli
d. Kn. 236; (er) sann — wahrlich nicht an das hardarische
müdchen, sondern an den römischen classiker
CF Meyer Nov. 1, 238; Inf. als Subst.: umsonst,
dasz trocknes sinnen hier dic heilgen zeichen dir erklärt
Goethe Faust I; ihr stand indesz all ihr sinnen
und trachten nach der fremde Ranke Päpste 3, 97;
mein sinnen schwand Geibel 1, 177; im Part. der
Gegenwart: ein sinnender wandersmann Arndt 112;
von Körperteilen, die ein Sinnen erkennen lassen:
sinnende stirne, augen; mit sinnendem haupt sasz der
kaiser da Schiller Graf v. Habsburg; Part. der Vergangenheit,
in starker Form, namentlich in der Verbindung
gesonnen sein: (Strick) womit er den dieb.
aufzuhüngen gesonnen ist Schiller Fiesko 4, 13; ich
bin nicht gesonnen, in meiner dicner schuld zu stehn.
Karl. 3, 10; in schwacher Form, die sich ost geradezu
als partizipiale Ableitung vom Subst. sinn (mhd. gesinnet
— mit Sinn, Geist, Gedanken begabt) erweist:
so ist er gesinnet, eic animatus esk Stieler; gut,
wohl, friedlich, freundlich, feindlich, schlecht. böse gesinnt,
bisweilen auch zusammengerückt geschrieken; er
ist liberal, con:crvativ, rachkal gesinnt; mit präpositionaler
Bestimmung: llephaistos, auf die erbeit gesinnt
Goetbe Achill. 94; mit persönlichem Dat. oder
entsprechendem Ersatz: lange war er feindlich mir gesinnt
Schiller Wallenst. Tod 1, 1; wie ich ru dir
gesinnt bin, fuhlst du nicht Goethe Tasso 2, 4; wio
bist noch gegen mich gesiont? Bürger venorc; vio
ich für ihn gesinnt bin, weisz der fürs“ Schiller
Picc. 4, 7; mit Inf., durch 2#u vermittelt: wie er nicht
gesinnt sei, ihm vachzugeben Goethe W. Meister 1, 19.
2) reflerives schwaches sinnen, in älterer Spr., feinen
Sinn gestalten, einrichten: so hiesz es doch: viel köpte,
vich sinne, weil sich jeder kopf nach seinem glucke