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Schon ehe der König ankam, hatte die Schlacht begonnen.
Liwerr einer bewaldeten Anhöhe zur rechten Hand hörte man seit
Stunden Schlag auf Schlag Kanonenschüsse fallen und Gewehrfeuer
knattern. Doch konnte der König den Kampf selbst nicht sehen, da
das Dorf Bazeilles, wo der Kampf entbrannt war, im Tale versteckt
lag; wohl aber erkannte er an den aufsteigenden Wolken weißen
Fwergenmfes die Stellen, wo gefochten wurde. Dort, wußte er,
atten die tapfern Bayern unter ihrem General von der Tann noch
vor Sonnenaufgang im dichtesten Nebel den Feind überfallen. Sie
bezwangen ihn aber nur langsam. Von 9 Uhr an aber konnte der
König den Kampf selber beobachten, der jetzt an einem neuen Punkte
begann. Bei dem Dorfe St. Menges, das elwa eine Meile nach
Norden entfernt war, sah er gözech iene kleinen weißen Rauchballen,
die allemal nach dem Schusse vor der Mündung des Geschützrohres
aufsteigen, erst einen, dann zwei, dann mehrere, dann eine
ununterbrochene Folge, bis das Dörschen in der Rauchmasse verschwand.
Dort mußten die Hessen und Thüringer fechten, die der
König erwartete; bald unterschied er auch die dunkeln Züge seines
eigenen Fußvolks und an den roten Hosen die Reihen der Feinde,
die sich jenen entgegenwarfen. Er sah wohl, daß gefochten wurde,
konnte aber während mehrerer Stunden nicht erkennen, ob die Seinigen
vorwärts drangen oder weichen mußten. Aber gegen Mittag
waren rings um die Stadt deutsche Geschütze aufgefahren. Soweit
das Auge reichte, stiegen die weißen Nauchballen auf, und so heftig
wurde geschossen, daß man nicht mehr das Krachen einzelner Schüsse
unterschied, sondern ununterbrochen der Donner über das Feld rollte
und die Luft erschütterte. Jetzt sah der König, wie die Seinen in
ein Dorf eindrangen, das der Festung schon nahe war, die Frauzosen
dagegen in aufgelösten Haufen zu den schützenden Wällen zurückeilten.
Noch gaben diese aber den Kampf nicht verloren; plöglich
brachen ihre Reiter in langen Linien aus der Stadt und jagten über
einen flachen spöbenrüken gerade auf die hinansteigenden Deutschen
zu. Deutlich sah sie der König, als sie herausritten; bald freilich
verhüllten sie Staub und Pulverdampf, nur Wassen blitzten noch im
Sonnenschein auf, und die Schimmel der französischen Gardekürassiere
leuchteten aus der grauen Wolke hervor. Nach wenigen Minuten
sah er die Reiter zurückeilen, wieder vorstürmen, abermals
weichen und so noch ein drittes Mal anreiten und fliehen. Als
Staub und Pulverdampf sich erhoben, war das Feld mit gefallenen
Reitern wie besät.
Da erkannte der König, daß der Feind seine lehte Kraft verbraucht
hatte und geschlagen war. Er sandte ein Telegramm an die
Königin Augusta, um ihr und allen, die in der Heimat voll Spannung
auf Nachricht warteten, den Sieg zu melden. Um aber der
Schlacht selber nun rasch ein Ziel zu setzen und den Feind zu zwingen,
die Waffen zu strecken, befahl er den Bayern, die mit ihren