Full text : Zwang und Freiheit in der Jugendpflege.

nur  bis  zum  Werthe  von  Einhundert  und  Zwanzig  Thalern  Preuß.  Courant
zuruͤckgegangen  werden.  Selbst  wenn  noch  theurere  Pferde  genommen  werden
muͤßten,  vergütigt  die  Staatskasse  doch  nicht  mehr  als  Einhundert  Zwanzig  Thaler
  Preuß.  Courant.

8)  Die  Abschätzungs-Kommission  besteht  aus  drei  sachverständigen  in  gutemm
  NRuf  stehenden  und  zu  diesem  Geschäfte  eigends  vereideten  Taratoren.

9)  Die  Bezahlung  der  Pferde,  nach  ihrem  abgeschätzten  Werthe,  soll
sofort  aus  den  bereitesten  Mitteln  der  Sieaatskassen  erfolgen.

10)  Wir  hegen  zwar  zu  Unseren  getreuen  Unterthanen  das  Pertrauen,
daß  sie,  die  Nothwendigkeit  einer  solchen  die  Sicherheit  des  Vaterlandes  für
den  Fall  eines  Krieges  befördernden  Maaßregel  anerkennend,  keinen  Augenblick
zögern  werden,  sich  derselben  zu  fügen;  da  indessen  die  regelmäßige  und  schleunige
  Gestellung  und  Ablieferung  der  Pferde  von  dem  wichtigsten  Einflusse  auf
die  Mobilmachung  der  Armec  ist,  so  wollen  Wir  hiermit  den  Provinzialbehèrden
die  Mittel  zur  kräftigen  Durchführung  dieser  Anordnungen  in  die  Hand  geben,
und  dieselben  ermächtigen,  nicht  bloß  gegen  diesenigen  Eigenthümer  von  Pferden,
welche  sich  in  deren  Gestellung  säumig  finden  lassen,  eine  polizeiliche  Geldstrafe
von  5  bis  50  Thaler  festzusetzen,  sondern  auch  sofort  alle  Zwangsmaaßregeln
eintreten  zu  lassen,  welche  die  Umflände  und  die  unverzügliche  Erreichung  des
Zwecks  gebieten.  Gegen  die  festzusetzenden  Strafen  soll  keine  Berufung  auf
richterliche  Entscheidung,  sondern  nur  ein  Rekurs  an  die  Oberpräsidenten  der
Provinz  stattfinden.

11)  Die  vorstehenden  Anordmmgen  beziehen  sich  überall  nur  auf  die
Aushebung  der  zum  Bedarf  des  stehenden  Heeres  und  der  Garde-Landwehr
erforderlichen  Pferde.  Hinsichtlich  der  Provinzial-Landwehr  behält  es  aber
bei  der  schon  durch  die  Landwehr-Ordnung  vom  #21sten  November  1815.  begründeten
  Bestimmung  dabin  sein  Bewenden,  daß  jeder  Landwehr-Bataillons-Bezirk
  die  zur  Ausrüsiung  seiner  Landwehr  nöthigen  Pferde  unentgeltlich  beschaffen
  muß.  Den  Beschlussen  der  Kreisstände  bleibt  es  überlassen,  ob  sie  ihre
Kontingente  an  Landwehr-Pferden  durch  Aushebung  in  derselben  Art  wie  für
die  Linie,  oder  im  Wege  des  Ankaufs  beschaffen  wollen.

In  dem  ersten  Falle  bleibt  aber  denjenigen  Eingesessenen,  deren  Pferde
zur  Landwehr  ausgehoben  werden,  dafür  Vergütigung  nach  der  Taxe  zu  gewäbren.


Die  Gesamrtkosten  der  Gestellung  der  Pferde  zur  Ausrüstung  der  Provinzial-Landwehr
  sollen  von  den  Kreisen  in  der  nämlichen  Art  aufgebracht  werden,
  wic  durch  Unsere  Order  vom  17ten  September  1831.  in  Betreff  der
Kosten  der  Gesiellung  der  Pferde  zu  den  Landwehr-Uebungen  festgesetzt  worden  ist.

12)  Die