Contents : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1912 (89)

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Dritter  Abschnitt.
Zu  88  66  bis  73  des  Reichsgesetzes  und  Art.  3  bis  25  des  Ausführungsgesetzes.

J.  Entschädigung  für  Biehverkuste.
(§§  66  bis  73  des  Reichsgesetzes  und  Art.  3  bis  19  des  Ausführungsgesetzes.)

8  347.

(1)  Nach  Art.  3  Nr.  3  des  Ausführungsgesetzes  wird  Entschädigung  geleistet,  wenn  festgestellt
  ist,  daß  die  Maul=  und  Klauenseuche  für  sich  allein  oder  in  Verbindung  mit  einer
anderen  ihrer  Art  oder  dem  Grade  nach  nicht  unheilbaren  und  nicht  unbedingt  tödlichen
Krankheit  den  Tod  des  gefallenen  Tieres  verursacht  hat.  Ist  die  andere  Krankheit  dagegen
unheilbar  und  unbedingt  tödlich,  d.  h.  würde  sie  den  Tod  des  Tieres  demnächst  allein  herbeigeführt
  haben,  so  fällt  zwar  die  Entschädigung  nach  Art.  3  Nr.  3  des  Ausführungsgesetzes
weg,  doch  kommt  in  Frage,  ob  der  Fall  nicht  nach  Nr.  4  a.  a.  O.  zu  entschädigen  ist.

(2)  Als  Nachkrankheiten  im  Sinne  des  Art.  3  Nr.  4  des  Ausführungsgesetzes  sind  alle
nicht  nach  Nr.  3  a.  a.  O.  entschädigungspflichtigen  Krankheitsfälle  anzusehen,  die  vom
Ausbruch  der  Maul=  und  Klauenseuche  in  einem  Viehbestande  an  bis  zum  Ablauf  von  4
Wochen  nach  der  Erklärung  des  Erloschenseins  der  Seuche  in  dem  Bestande  zum  Tod  eines
Tieres  führen  oder  als  voraussichtlich  unheilbar  die  Schlachtung  eines  Tieres  gebieten,  es
sei  denn,  daß  durch  das  Gutachten  des  beamteten  Tierarztes  festgestellt  wird,  daß  die
Todesursache  außer  Zusammenhang  mit  der  Maul=  und  Klauenseuche  steht.  Der  ursächliche
  Zusammenhang  einer  vorhandenen  Krankheit  mit  der  Seuche  soll  jedoch  innerhalb
der  festgesetzten  Frist  bis  zur  Feststellung  des  Gegenteils  vermutet  werden.

(6)  Wird  der  Antrag  des  Besitzers  auf  Schlachtung  eines  Tieres  wegen  einer  Nachkrankheit
  vom  beamteten  Tierarzt  für  begründet  erachtet,  so  hat  dieser  von  der  nächsten  Telephonstelle
  aus  die  Genehmigung  des  Oberamts  zur  Tötung  des  Tieres  einzuholen.  Im  Falle
der  Genehmigung  ist  im  unmittelbaren  Anschluß  hieran  die  Schätzung  und  die  Schlachtung
vorzunehmen.