Metadata : Geschichte der Deutschen Frauenwelt. Zweiter Band. (2)

Die  Hexen.  137

Idee  handelt.  Kein  anderes  Metiv  hat  jeder  Zeit  die
Menschen  zu  wahnsinnigerer  Wuth  entflammt  als  der
Zwist  und  Streit  um  ihre  Götter.  Hier  haben  sich  mit
der  höchsten  Begeisterung,  welche  das  Menschenherz
schwellen  kann,  die  gemeinsten  Triebe,  die  schrecklichsten
Leidenschaften  gemischt  und  in  einem.  Ocean  von  Blut  ist
der  Purpurmantel  der  Religion  gefärbt  worden.

Was  aber  immer  menschlicher  Wahn  und  menschlicher
Fanatismus  unbewußt  oder  bewußt  gesündigt,  das
gräuelhafteste  haben  sie  doch  im  Hexenglauben  und  im
Hexenproceß  zuwegegebracht.  Blödsinn  und  Wahnwitz,

außgelassnen  wütigen  Teuffelsheer,  1591).  Cäsarius  Heisterbachensis,
  Dialogus  miraculorum,  ed.  Strange  1851.  Weier,
De  praestigiis  daemonum,  1577.  Lercheimer,  Christlich  Bedencken
von  Zauberey,  1593.  Del  Rio,  Disquisit.  magicar.  libr.  VI,
1679.  Anhorn,  Magiologia,  1674,  Spee,  Cautio  criminalis
seu  de  processu  contra  sagas  liber.  Edit.  III,  1631.  Becker,
Die  bezauberte  Welt,  1691.  Thomasius,  De  crimine  magiae
dissertatio,  1701.  Ferner  die  bekannten  Sammelwerke  von  Hauber
(Bibliotheka  magica,  1741)  und  Horst  (Dämonomagie,  1818).
Von  den  zahlreichen  Monographieen,  Aktenveröffentlichungen  u.  s.  w.
abgesehen,  ist  der  Gegenstand  im  ganzen  neuerer  Zeit  in  Deutschland
  behandelt  worden  von  Grimm  (Deutsche  Mythologie,  3.  A.
S.  983  fg.),  Soldan  (Geschichte  der  Hexenprozesse,  1843),  Ennemoser
  (Gesch.  d.  Magie,  1844,  S.  756  fg.),  Schindler  (Der
Aberglaube  d.  Mittelalters,  bes.  S.  208  fg.),  Köppen  (Hexen  und
Hexenprozesse,  Wigand's  Vierteljahrsschr.  1844,  II,  1  fg.),  Roskoff
(Geschichte  des  Teufels,  1869,  II,  206  fg.),  Scherr  (Deutsche  Kulturu.
  Sittengeschichte,  7.  Aufl.  1879,  S.  358—  387).  Darstellungen  wie
die  von  Görres  in  seiner  Christlichen  Mystik  zu  Verdunkelungszwecken
  gegebene  haben  selbstverständlich  keinen  historischen  Werth.