Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Fünfundvierzigster Jahrgang. 1917. (45)

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IV  Am  Bestimmungsorte  wird  die  Nachnahmesendung  dem  Empfänger  vorgezeigt  und  gegen
den  Nachnahmebetrag  ausgehändigt.

An  Sonntagen  und  allgemeinen  Feiertagen  werden  nur  Nachnahmesendungen  mit  dem  Vermerk
  „Durch  Eilboten“  oder  „Postlagernd“  und  auch  diese  nur  zum  ersten  Mal  (VI)  vorgezeigt.

V  Der  eingezogene  Betrag  wird  dem  Absender  nach  Abzug  der  Postanweisungsgebühr  durch
Postanweisung  (§  20)  übermittelt.  Auf  dem  Abschnitt  der  Postanweisung  ist  die  Nachnahmesendung
zu  bezeichnen.  Ist  ein  Vordruck  mit  anhängender  Zahlkarte  oder  eine  Nachnahme-Zahlkarte  mit
Klebeleiste  benutzt  worden,  so  wird  der  eingezogene  Betrag  auf  das  in  der  Zahlkarte  angegebene  Postscheckkonto
  überwiesen.

VI  Wird  die  Einlösung  der  Nachnahme  verweigert,  %  wird  die  Sendung  sofort  zurückgeschickt,
wenn  sie  nicht  zunächst  als  unbestellbar  zu  melden  ist  (I+  4

Auf  Verlangen  wird  dem  Empfänger  eine  10.  00  Einlösungsfrist  gewährt,  die  vom
Tage  nach  dem  Eingang  an  rechnet.  Sonntage  und  allgemeine  Feiertage,  an  denen  die  Nachnahmesendung
  bestimmungsgemäß  nicht  vorgezeigt  worden  ist,  zählen  dabei  nicht  mit.  Wird  die  Sendung
bis  zum  letzten  Tage  der  Frist  nicht  eingelöst,  so  wird  sie  an  diesem  Tage  nochmals  vorgezeigt  und,
wenn  die  Einlösung  verweigert  wird,  sofort  zurückgesandt.  Bleibt  die  Vorzeigung  oder  der  Versuch
aus  einem  anderen  Grund  erfolglos,  so  wird  die  Sendung  noch  bis  zum  Schluß  der  Postschalterstunden
zur  Einlösung  bereitgehalten.
Die  Einlösungsfrist  ist  ausgeschlossen,  wenn  die  Aufschrift  (bei  Paketen  auch  die  Nachnahme-Paketkarte)
  den  Vermerk  „Sofort  zurück“  oder  eine  ähnliche  Angabe  enthält.
achnahmesendungen  mit  dem  Vermerk  „Postlagernd“  werden  7  Tage  lang  vom  Tage  nach
dem  Eingang  zur  Verfügung  des  Empfängers  gehalten,  wenn  er  nicht  vorher  die  Annahme  verweigert.
Bei  Nachsendung  (5  44)  wird  die  Einlösungsfrist  von  7  Tagen  für  jeden  neuen  Bestimmungsort
besonders  berechnet.
VII  Der  Absender  kann  unter  den  Bedingungen  des  3  33  die  Nachnahme  nachträglich  streichen
oder  ändern  lassen.
virr  Ist  eine  Nachnahmesendung  ohne  ordnungsmäßige  Einziehung  des  Nachnahmebetrags  ausgehändigt
  worden,  so  ersetzt  die  Post  dem  Absender,  vorbehaltlich  der  Abtretung  seines  Anspruchs
gegen  den  Empfänger,  bei  Einschreib=  und  Wertsendungen  sowie  bei  gewöhnlichen  Paketen  den  unmittelbaren
  Schaden  bis  zum  Betrage  der  Nachnahme.  *!
1X  Für  Nachnahmesendungen  werden  erhoben:
1.  das  Porto  und  die  Reichsabgabe  für  gleichartige  Sendungen  ohne  Nachnahme,  beie
Einschreib=  und  Wertsendungen  auch  die  Einschreib=  und  die  Versicherungsgebühr;
2.  eine  Vorzeigegebühr  von  10  Pf.;
3.  für  die  Übermittlung  des  eingezogenen  Betrags  die  Postanweisungsgebühr  nach  §  20,  U.
oder  die  Zahlkartengebühr  nach  dem  Postscheckgesetz  §  5  Ziffer
Die  Vorzeigegebühr  (2)  wird  zugleich  mit  dem  Porto  usw.  erhoben;  sie  ist  7#  zu  entrichten,  wenn
die  Sendung  nicht  eingelöst  wird.  Die  Postanweisungsgebühr  (3)  wird  von  dem  eingezogenen  Betrag
abgezogen,  die  Zahlkartengebühr  vom  Postscheckkonto  abgebucht  (Postscheckgesetz  §  5  und  Postscheckordnung
  #§  10,  1).
Postanweisungen.
§  20.  a)  Gewöhnliche  Postanweisungen.
1  Geldbeträge  bis  800  41  einschließlich  können  durch  Postanweisung  übermittelt  werden.
11  Postanweisungen  sind  freizumachen.  Die  Gebühr  beträgt:

bis  5  einschließlich  ......  10  Pf.,

über  5.  110  20  -,

100  =  200  -......  30-,

-  200  -"  400  *  ——  40  -

*  400  -  600  *  —  50  -,
600  800-  -  60  -

Bei  Postanweisungen  mit  anhängender  Karte  zur  Empfangsbestätigung  ist  auch  die  Karte,  nach  der
Gebühr  für  Postkarten,  freizumachen.