Inhaltsverzeichnis : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Sechster Band. (6)

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In  Oppeln  wurden  die  bisherigen  Holzhülsen  durch  einfache  Blechhülsen  und  Blechschiebekästchen
  vertauscht.  Diese  sind  haltbarer  als  die  Holzhülsen.

In  Halle  a./S.  erfolgte  die  Versendung  in  der  bisherigen  Weise.  Bei  6  Sendungen
wurden  die  Lymphebehälter  während  des  Transportes  auf  der  Post  zertrümmert.

In  Hannover  geschah  die  Versendung  wie  bisher.  Beschädigungen  während  des
Transportes  wurden  nicht  gemeldet.

In  München  geschah  die  Versendung  in  Pappschachteln,  zwischen  deren  Holzleisten
die  im  Gebrauch  befindlichen  2  Gläsersorten  mit  ausgezogener  Spitze  —  zu  je  50  und
100  Portionen  —  eingebettet  sind.  Die  Schachteln  können  bis  zu  600  Portionen  Lymphe  aufnehmen.
  Sie  werden  als  doppelter  Brief  befördert,  dessen  Aufschrift  den  Inhalt  deutlich
erkennen  läßt.

In  Karlsruhe  wurde  der  Impfstoff  zur  Versendung  theils  in  feine  Capillarröhrchen
zu  1  Portion,  theils  in  ½  und  1  Gramm-Gläschen  zu  50  und  100  Portionen  gefüllt,
diese  in  Holzbüchsen  oder  einfache  Holzröhren  geschoben  und  in  Briefumschlag  unter  Beifügung
  einer  Gebrauchsanweisung  mit  Zählkarte  zur  Post  gegeben.  Obgleich  die  Holzbüchsen
  rc.  stark  sind,  ist  ein  Zertrümmern  auf  der  Post  wiederholt  vorgekommen.

In  Darmstadt  wurde  die  Lymphe  in  Cylindergläschen  zu  10,  20,  50,  100  und
200  Portionen  abgegeben.  Die  100  Portionen-Gläschen  fassen  1  cem  Lymphe.  Bei  der
Abgabe  kleiner  Portionen  findet  eine  gewisse  Verschwendung  insofern  statt,  als  unter  10
Portionen  nicht  geliefert  werden  und  auch  dem  Verlangen  nach  1  bis  2  Portionen  durch
ein  10  Portionen  =  Gläschen  entsprochen  wird.  Der  Kork  trägt  die  Nummer  der  Lymphe
und  ist  mit  Paraffinwachs  abgedichtet.  Die  Cylinder-Gläschen,  an  einem  Ende  geschlossen,
am  andern  mit  Kork  oder  Watte  verstopft,  wurden  in  starken  Briefumschlägen  zur  Post
gegeben.  Jeder  Sendung  wurde  die  Gebrauchsanweisung  und  eine  Postkarte  mit  Vordruck
für  die  Mittheilung  über  die  Wirksamkeit  der  Lymphe  angeschlossen.  Beschädigungen  der
Gläschen  sind  im  Berichtsjahre  nicht  vorgekommen.

In  Weimar  wurden  2  Sorten  vierkantiger,  zweitheiliger  Büchsen  aus  leichtem
Pappel=  oder  Weidenholz  verwandt,  deren  Innenseite  eine  ausgefräste  Rinne  zur  Aufnahme
der  Capillaren  hat;  eine  kürzere  dickere  Holzröhre  nimmt  je  1  Grammglas  Lymphe  auf.
Die  gefüllten  Röhren  wurden  mit  Papier  umklebt,  auf  dem  eine  kurze  Gebrauchsanweisung,
Ursprung  der  Lymphe,  Tag  der  Versendung,  Menge  des  Inhalts  angegeben  waren.  Die
gefrästen  vierkantigen  Holzbüchsen  oder  Holzkästchen  sind  nicht  theurer  als  die  runden  gebohrten
  Holzröhren;  sie  sind  widerstandsfähig  gegenüber  dem  Stempel  des  Postbeamten
Ein  Rohr  nebst  Begleitkarte  und  Briefumschlag  wiegt  nicht  ganz  15  g.

Beigabe  von  Zählkarten.

Ueber  die  Beigabe  von  Zählkarten  zu  den  Impfstoffsendungen  enthalten  die  Berichte
im  Wesentlichen  Angaben  derselben  Art,  wie  sie  in  früheren  Jahren  an  dieser  Stelle  wiedergegeben
  wurden.  Am  vollzähligsten  erstatteten  die  öffentlichen  Impfärzte  die  Erfolgsanzeigen;
  doch  läßt  auch  bei  ihnen  die  Zahl  der  zurückgegebenen  Zählkarten  sehr  zu  wünschen
übrig,  außerdem  erfolgte  die  Rückgabe  mitunter  sehr  verspätet  und  theilweise  erst  nach  erfolgter
Mahnung.  Am  häufigsten  unterließen  wiederum  die  Privatärzte  die  Berichterstattung.  Es
ist  durchaus  erwünscht,  daß  die  Impfärzte  den  Erfolg  von  überschickter  Lymphe  möglichst
bald  melden,  da  es  von  äußerster  Wichtigkeit  für  den  geregelten  Fortgang  der  öffentlichen
Impfungen  ist,  schwach  gewordenen  Impfstoff  baldigst  zurückstellen  zu  können.