Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1820. (11)

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3)  auf  ein  Reitpferd  für  jeden  Lieutenant  der  Landwehrkavallerie,  wenn
derselbe  sich  solches  außer  der  Uebungszeit  hält,
erstrecken  und  in  Anwendung  gebracht  werden  soll.
Berlin,  den  5ten  Januar  1820.

Friedrich  Wilhelm.

An
die  Ministerien  des  Innern,  des  Krieges
und  der  Finanzen.

 

(No.  586.)  Deklaration  des  K.  155.  der  Joll=  und  Verbrauchssteuer-Ordnung  vom  2bsten
Mai  1818  rc.  2c.,  betresfend  die  Provokation  auf  rechtliches  Gehör  in  Defraudbations-Fdllen.
  De  dato  den  20sten  Januar  1820.

Wir  Friedrich  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden,  König  von
Preußen  2c.  7.

Zur  Lösung  mehrerer  Zweifel,  welche  sich  über  den  Sinn  und  die  Anwendung
  des  §.  155.  der  Zoll=  und  Verbrauchssteuer-Ordnung  vom  Lösten
Mai  1818.,  so  wie  des  F.  93.  der  Ordnung  zu  dem  Stenergesetz  vom  Sten
Februar  1819.,  ergeben  haben,  verordnen  Wir,  nach  erfordertem  Gutachten
Unseres  Staatsraths,  wie  folge:

g.  1.

Wir  erklaren  hierdurch  den  §.  155.  der  Joll=  und  Verbrauchssteuer-Ordnung
  vom  26sten  Mai  1818.,  imgleichen  den  §.  93.  der  Ordnung  zu  dem
Steuergesetz  vom  Zten  Februar  1819.  dahin,  daß  die  Befugnitß  des  Angeschuldigten,
  auf  förmliches  rechtliches  Gehör  und  Erkenntniß  anzutragen,
nicht  blos  während  der  von  den  Verwaltungs-Behörden  geführten  Untersuchung,
  sondern  auch  in  den  ersten  zehen  Tagen  nach  der  Eröffnung  des  von
einer  solchen  Behörde  abgefaßten  Resoluts,  Statt  finden  soll.

§.  2.

Die  Befugniß  der  Verwaltungs-Behörden,  in  Steuersachen  Strafresolute
abzufassen,  soll  hinfort  auf  diejenigen  Fälle  eingeschränkt  seyn,  in  welchen
nach  Vorschrift  der  Gesetze  auf  Geldstrafe  oder  Konfiskation  zu  erkennen  ist.
Dagegen  soll  in  allen  Fällen,  in  welchen  auf  Gefängniß-,  Zuchthaus=  oder
Festungsstrafe  unmittelbar  nach  Vorschrift  der  Gesetze  zu  erkennen  ist,  die
Untersuchung  und  die  Abfassung  des  Erkenntnisses  sogleich  den  ordentlichen
Gerichten  überlassen  werden.

K.  3.