Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1913. (47)

—  463

von  den  Behörden  des  einen  vertragschließenden
  Teiles  ausgehen  und  für
eine  im  Gebiete  des  anderen  Teiles  befindliche
  Person  bestimmt  sind,  auf  einen
Antrag,  der  vom  Konsul  des  ersuchenden
  Teiles  an  die  von  dem  ersuchten
Teile  zu  bezeichnende  Behörde  gerichtet
wird.  Der  Antrag  hat  die  Behörde,
von  der  das  übermittelte  Schriftstück
ausgeht,  den  Namen  sowie  die  Stellung
der  Parteien,  die  Adresse  des  Empfängers
  und  die  Art  des  in  Rede  stehenden
  Schriftstücks  anzugeben  und  muß
in  der  Sprache  des  ersuchten  Teiles  abgefaßt
  sein.

Die  Behörde,  an  die  der  Antrag  gerichtet
  war,  hat  dem  Konsul  die  Urkunde
  zu  übersenden,  welche  die  Zustellung
nachweist  oder  den  die  Zustellung  hindernden
  Umstand  ergibt.  Im  Falle  ihrer
örtlichen  Unzuständigkeit  hat  sie  den  Antrag
  von  Amts  wegen  an  die  zuständige
Behörde  abzugeben  und  den  Konsul  hiervon
  unverzüglich  zu  benachrichtigen.

Artikel  8.

Für  die  Zustellung  hat  die  zuständige
Behörde  des  ersuchten  Teiles  Sorge  zu
tragen.  Diese  Behörde  kann  sich,  abgesehen
  von  dem  im  Abs.  2  vorgesehenen
Falle,  darauf  beschränken,  die  Zustellung
durch  Übergabe  des  Schriftstücks  an  den
Empfänger  zu  bewirken,  sofern  er  zur
Annahme  bereit  ist.

Wird  das  zuzustellende  Schriftstück  von
einer  Übersetzung  in  die  Sprache  des  ersuchten
  Teiles  begleitet,  die  durch  einen
diplomatischen  oder  konsularischen  Vertreter
  des  ersuchenden  Teiles  oder  einen
beeidigten  Dolmetscher  des  ersuchten

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