Volltext : Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1912. (53)

Das  Beuil  Keich  und  seiut  eiugelurn  Elier.  (April  16.)  103

bewilligte  2½  Millionen  Mark  für  die  Jahrhundertfeier  der  Befreiungskriege
  in  Breslau.

16.  April.  (Reichstag.)  Beratung  über  den  Etat  des
Reichseisenbahnamis.  Die  Befugnisse  des  Reichs  in  der  Eisenbahnpolitik.


Präsident  des  Reichseisenbahnamts  Wackerzapp:  Es  ist  zuzugeben,
daß  das  Amt  nicht  die  Bedeutung  erlangt  hat,  die  man  von  ihm  uriprünglich
  erwartet  hat.  Daran  ist  der  geringe  Personalbestand  des  Amees  schuld.
Trotdem  ist  die  Tangen  des  Amtes  bod  erheblich  umfangreicher,  als  nach
außen  hin  in  Erscheinung  tritt.  So  ist  es  auch  mit  seiner  Täriglein  in  dem
sogenannten  internationalen  Verkehr,  den  urnuea  Berriebseinrichtungen,
die  das  Reichseisenbahnamt  geschaffen  hat,  sie  treten  nach  ausien  wenig  in
Erscheinung.  Seine  Anregungen  und  Aufgaben  werden  ichließlich  nur  bekannt
  durch  die  ausführenden  Erlaise  der  einzelstaatlichen  Verwaltungen.
Dazu  gchören  u.  a.  die  gemeinsamen  Verwallungs-  und  Betriebordnungen,
die  Bestimmungen  über  Ruhezeiten.  Sie  beruhen  auch  auf  Vorarbeiten,
die  das  Reichseisenbahnamt  ausgeführt  hat.  Donk  ihnen  ist  das  wichtigste
ziel,  eine  Erwite  inteinicen  in  den  meisten  deutschen  Staaten  verzieln
worden.  Es  ist  aber  auch  nicht  zu  vergessen,  daß  wir  neben  den  Sigatsbahnen
  noch  mehr  als  100  Privalbohnen  mit  über  1000  Kilometern  Strecken.
änge  in  Deutschland  haben,  von  den  Aleinbahnen  gonz  abgesehen.  Die
Entwicklung  des  Else#bahmoten  machte  eine  Forkbildung  d#%  Eisenbahn--dienstes
  und  unansgesetzte  Aenderungen  der  üifenpanovdnungn.  r.
Eine  volle  Betriebsgemeinschait  wäre  gewiß  wünschenswert.  Es  sichen  ihr
heute  aber  außer  andern  nicht  blost  verfaisungsrechtliche  Bedenken,  lun
kuse  die  Emwicklung  emgegen.  Der  vreußicch-  hrificche  ginenbne

sich  für  Heisen  durchaus  nicht  nachteilig  erwirien.  Der  Vorwurf  der
Feroinn.  der  gegen  Preußen  Frboben  wurde,  ist  geradezu  haltlos.  Dinichtlich
  der  Gepäckabfertigung  ist  in  Bern  ein  vorlänügee  Uebereinkommen
geschaffen  worden.  Die  botreifenden  Forsenisten  werden  auf  einzelnen
Stationen  bereits  gehandhabt.  Wenn  lie  sich  währen,  würden  sie  all
emein  in  Rraft  geietzi  werden.  Die  Frage  einer  ——  der  Lieferungsrist
  ist  geprü###t  und  verneint  worden.  Eine  Ermäßigung  der  Nebengebühren
wird  erwogen.  Ein  Entwurf  über  die  Haftung  der  Eisenbahnen  liegt  den
Bundesregierungen  vor.  Die  Ruherzeit  und  Dienstzeit  der  Beamten  und
Arbeiter  bedar:  keiner  reichsgeseblichen  Negelung.  Ein  reichsgcseutiches
Vorgeben  in  dieser  Beliehung  liegt  weder  im  Interesse  der  Betriebslücherheit
der  Beam  Ic  habe  schon  im  vorigen  Jahre  nochgewiesen,  daß
unrichtig  4  oß  die  Leute  übrrankirengt  find  und  daß  die  Betriebssicherheit
  dadurch  geiöhrdet  ist.  Es  liegt  keine  Belastung  vor.  Nun  weist
man  auf  Petitionen  und  Aeusierungen  der  Beamten  hin.  Solche  Erklärungen
  der  Beamten  sind  mit  Vorsicht  auigunehmen,  weil  sie  einieitig  sind.
LVon  einer  Ueberbürdung  ist  keine  Rede.  Die  gesundheitlichen  Verhältnüse
des  Perionals  sind  durchaus  normal,  durch  eine  Verlürzung  der  Dienstdauer
würde  keine  Beilerung  er  zielt  werden.  Eine  geiebliche  Regelung  wäre  durchaus
  nicht  zweckmäßig.  Härten  bei  den  Vorichrisien  werden  hebrüft.  und
beieitigt.  Es  sind  im  Frühiahr  ie  #l  Erleichterungen  zugunsten  des  Personals
getrofien  worden.  Wenn  die  Arbeitszeit  der  Vramten  nur  um  eine  Siunde
töäglich  verturnt  würde,  jo  würde  das  jährlich  15  Millionen  Kosten  vernriachen.
len  Betrebungen  auf  Forderung  des  Einhritsgedankens  bringen

wir  des  Interei#  entgegen.  Aber  es  darf  nicht  ausier  acht  gelasse
werden,  daß  es  eine  weilgrheude  Einhrichichtei  im  deutichen  Cisenwacheurzen