Metadaten : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Einundzwanzigster Jahrgang. 1893. (21)

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                                      2.  Militär-Wesen.

 

—  Auf  Ihren  Bericht  vom  11.  November  d.  J.  will  Ich  die  anliegenden  Aenderungen  der  Deutschen
Wehrordnung  vom  22.  November  1888  hierdurch  genehmigen.

Neues  Palais,  den  20.  November  1893.
                                              Wilhelm.

                             Graf  v.  Caprivi.
  An  den  Reichskanzler.

                                           Aenderungen

                                                     der

                      Deutschen  Wehrordnung  vom  22.  November  1888

in  Ausführung  des  Gesetzes  vom  3.  August  1893  (Reichs-Gesetzbl.  S.  233),  betreffend  die
Friedenspräsenzstärke  des  Deutschen  Heeres.

Die  Wehrordnung  vom  22.  November  1888  wird  geändert,  wie  folgt:

                                                    §.  2.
Ziffer  21  lautet:  ·

„für  Sachsen-Coburg  und  Gotha  der  Vorstand  der  Abtheilung  B  des  Herzoglich  sächsischen  Staatsministeriums
  zu  Gotha“,
Ziffer  31  lautet:

„Für  Sachsen-Coburg  und  Gotha  der  Chef  des  Departements  I  des  Herzoglich  sächsischen
Staatsministeriums  zu  Gotha“.
                                                    §.  6

An  die  Stelle  der  Ziffern  3  und  4  treten  folgende  Bestimmungen:

„3.  Während  der  Dauer  der  Dienstpflicht  im  stehenden  Heere  sind  die  Mannschaften  der  Kavallerie  und
der  reitenden  Feldartillerie  die  ersten  drei,  alle  übrigen  Mannschaften  die  ersten  zwei  Jahre  zum
ununterbrochenen  Dienst  bei  den  Fahnen  verpflichtet.

Insoweit  Mannschaften,  welche  nach  zweijährigem  aktiven  Dienst  im  Herbst  1893  hätten  zur
Entlassung  kommen  müssen,  für  das  dritte  Dienstjahr  zurückbehalten,  oder  während  desselben  einberufen

  worden  sind,  zählt  diese  Zurückbehaltung  oder  Einberufung  für  eine  Uebung.
G.  v.  3.  8.  93.  Art.  Ill.

4.  Im  Falle  nothwendiger  Verstärkungen  können  auf  Anordnung  des  Kaisers  die  nach  den  Bestimmungen
der  Ziffer  3  zu  entlassenden  Mannschaften  im  aktiven  Dienst  zurückbehalten  werden.  Eine  solche
Zurückbehaltung  zählt  für  eine  Uebung.

G.  v.  3.  8.  98.  Art.  II.  §.  1.
5.  Nach  abgeleistetem  aktiven  Dienst  werden  die  Mannschaften  zur  Reserve  beurlaubt.“

                                              §.  12.
Ziffer  2  lautet:

„2.  Die  Verpflichtung  zum  Dienst  in  der  Landwehr  ersten  Aufgebots  ist  von  fünfjähriger  Dauer.
v.  11.  2.  88  Art.  II.  §.  2.  ç
Mannschaften  der  Kavallerie  und  der  reitenden  Feldartillerie,  welche  im  stehenden  Heere  drei
Jahre  aktiv  gedient  haben  und  nach  dem  1.  Oktober  1893  zur  Entlassung  gekommen  sind,  dienen  in
der  Landwehr  ersten  Aufgebots  nur  drei  Jahre.
G.  v.  3.  8.  93.  Art.  II.  §.  3.  »  «
Die  Bestimmung  des  zweiten  Absatzes  gilt  auch  für  Mannschaften  der  Kavallerie,  welche  sich
freiwillig  zu  einer  vierjährigen  aktiven  Dienstzeit  verpflichtet  und  diese  Verpflichtung  erfüllt  haben.
G.  v.  11.  2.  88.  Art.  II.  §.  2.“