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Wir erklären uns bereit, für die Pflanzzeit 1909
beste Caravonicasaat „Thomatis“ der Qualitäten Wool,
Sil und Alpacca unter folgenden Bedingungen abzu-
geben:
1. die Abgabe der Saat erfolgt kostenlos loko Hafen-
ort der Kolonien:
der Saatabnehmer verpflichtet sich, der Baumwoll=
Centrale G. m. b. H. jährlich 10 Pf. (zehn
Pfennig) für den ertragliefernden Vaumr zu be-
zahlen. Erster Zahlungstermin 31. Dezember 1909.
Die Zahlungsverpflichtung besteht solange als
der einzelne Euh einen Ertrag liefert, aber nicht
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bei Lels 100o sen der Verkäufer dafür ein,
daß der neue Eigentümer die Verpflichtungen er-
ült. E. der Verkäufer gegen die Baumwoll-Cen-
rale
. der Saabnehmer verpflichtet sich ferner zur Ver-
hütung von Degenerationen und zur Erzielung
eines gleichmäßigen hochwertigen Produktes, die
gewonnene Absaat zu vernichten und auf keinen
Fall zu veräußern oder sonst in den Verkehr zu
bringen. auch nicht zur Aussaat außerhalb der
Kolon
Crftlluongsor:. ist Berlin.
Bei dem Interesse, welches diese neue Saat
fortgesetzt in Anspruch nimmt, werden die folgen-
den gutachtlichen Außerungen wiedergegeben:
Die Ostafrikanische Eilenkahngesellchait be-
richtet uns am 28. Oktober:
„Wir haben bisher nur urne Versuche mit Cara-
vonica gemacht, die allerdings nach Angaben unseres
landwirtschaftlichen Kommissars bisher recht gut aus-
gefallen sind. Da die Versuche noch nicht abgeschlossen
sind, haben wir noch Feinen abschließenden Bericht er-
halten. Von gelegentlichen Bemerkungen in allgemeinen
Berichten können wir Ihnen das Folgende mitteilen:
„ÜNber die Caravonica kann ich nur gutes be-
„richien. Trotz der Trockenheit und der Stürme
Chat sie immer noch ein frisches Aussehen, und
„habe ich bei vollentwickelten Pflanzen 300 bis 400
-Hruchulopsein pro Pflanze gezählt. Besonders
—Silt ist sehr gesund und zeigt gute Wolle, 40 bis
mm Stapel: Alpacca scheint den Insekten mehr
v6# nnnsh zu sein, während die daneben stehende
„Silk ## fast frei von Insekten hält.
Die Pflanzen haben sich trotz der dieejährigen
„Trockenzein gut entwickelt und scheinen sehr hart
„zu sein. Silk hat allerdings etwas gekräuselte
„Blätter, doch dürfte dies der eigentümliche
„Charakter der Sorte sein. da sie sich trotzdem gut
„weiter entwickelt. Die Form, Blätter und Blüten
sind ähnlich der ägyptischen Baumwolle; nur ist
„die Caravonica stärker und astreicher.“
Wir gehen jetzt daran, die Versuche in etwas
größerem Umfan he fortausetzen und werden Ihnen
s. Zt. gern Mitteilung von dem Ergebnis zukommen
lassen.“
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1
Ot
# 1
Aus den Berichten über die Entwicklung der
Pflanzung der Baumwollschule Panganja in
den letzten Monaten ist bemerkenswert:
Die Baumwollstauden haben sich gut ent-
wickelt und es kann voraussichtlich mit einer
Ernte von 75 000 Pfund Rohbaumwolle gerechnet
werden. Die Ernte wird voraussichtlich Mitte
September beginnen und Mitte Dezember beendet
sein. Das Vieh ist gesund und befindet sich in
einem guten Futterzustand. Zur Unterbringung
der Schüler und Arbeiter ist die Errichtung von
Arbeiterwohnungen erforderlich geworden.
Nach den bisherigen Erfahrungen hat sich für
die Gebiete am oberen Rufidji, wo sich die Baum-
wollschule Panganja befindet, als die günstigste
Pflanzzeit der Monat März herausgestellt. Die
hinsichtlich der besten Pflanzweite angestellten
Versuche haben ergeben, daß ein Abstand von
1: 1 m zwischen den Reihen und 60 ecm in den
Reihen zu empfehlen ist. Schädlinge wurden in
diesem Jahre bisher nicht beobachtet. Die auf
einigen eingeborenen Pflanzungen aufgetretenen
weißen Ameisen wurden erfolgreich dadurch be-
kämpft, daß um die bedrohten Felder eine kleine
Aschenschicht gelegt wurde, ein Versuch, der sich
recht gut bewährt hat. Um ganz sicher zu gehen,
empfiehlt es sich, zwischen die Asche etwas Pariser-
grün zu mischen.
Neuerdings erhalten auch deutsche Landwirte
auf der Baumwoll-Versuchspflanzung Panganja
Gelegenheit, sich in der Baumwollkultur auszu-
bilden; so hat der Leiter der Baumwollpflanzung
von Conrad Scholtz, Hamburg, einen mehr-
monatlichen Lehrkursus dort durchgemacht. Einem
anderen Interessenten hat das Komitee kürzlich
die Genehmigung zum Studium der Baumwoll=
kultur auf der Versuchspflanzung erteilt.
Allgemeines Interesse verdienen die Reise-
berichte des Beamten des Komitees, Landwirt
Migdalski, über Ost= und West-Usambara
und der Bericht des Herrn v. Palm über seine
Bereisung der südlichen Küstengebiete.
Usambara.
Der Stand der Baumwollpflanzungen in Usambara.
insbesondere im Luengera-Tal war recht gut und die
bisherige Entwicklung sehr gesund. Auch an der
ganzen Usambarabahnstrecke, wo Baumwoll-Neupflan-
zungen vorhanden waren, war der derzeitige Stand
gut. Migdalski hält die Böden am Fuße der lUsam-
bara-Berge und im Luengera-Tal für Abassi vorzüglich
geeigne und stellt diese Boden den Kilossaböden gleich.
e Ostafrikanische Pilanzungsgesellschait hatte in
Matchien 70 ha und in Quata 100 ha Baumwolle in
Zwischenkultur mit Rautichur gepflanzt. Die Baum-
wolle stand recht gut. enso die Kulturen der
Pflanzer v. Levinski und v. Willisen in Magoma
und 65 ha des Pflanzers Grothmann in Makuynni.
Der Stand der Baumwolle des Pastor Klewe (etwa
40 ha) war ebenfalls gut.
Die Baumwollpflanzung des Pflanzers Eismann
in Hale, der 100 ha angebaut hat, bezeichnet Migdalski
als mustergültig, den dortigen Boden als erstklassig.
Der Pflanzer Zwillich hat in der Nähe von Niussi
15 ha, der Pflanger Rau 35 bis 40 ha und der
Pflanzer v. Leckow etwa 40 ha mit Baumwolle be-
stellt, deren Stand nichts zu wünschen übrig ließ.
Einen erfreulichen Anblick gewährte auch die Pflanzung
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