Metadata : Blätter für Rechtsanwendung. VI. Band (6)

Hastung  des  Dienstherrn  für  den  Dienstboten.  267

quid  enim  domino  imputari  potest.
codun  cjus  debitum  contrahal  in  pobinis,
  del  carpenturius  serrus  in  macello
  ete.“

Würde  also,  wie  im  konkreten  Fall,  von  dem
Dienstboten  die  Schuld  für  Gegenstände  zum  nothwendigen
  Bedarfe  der  Herrschaft  kontrahirt,  so
haftet  diese  um  so  mehr  für  die  dießfalls  erwachsenen
  Ausstände,  wenn  die  gekauften  Objekte  in
die  Wirthschaft  geliefert  wurden.

Der  Beklagte  sucht  nun  die  Sache  so  darzustellen,
  als  habe  er  gegen  Bezahlung  einer  wöchentlichen
  Aversal-Summe  seinem  Koche  die  Beischaffung
  der  benöthigten  Lebensmitiel  auf  eigene  Rechnung
  uberlassen.  Allein  hierin  läge  immerhin  ein
Ausnahmsverhältniß,  wofur  keine  Vermuthung  steht,
und  welches  der  Handlungsweise  eines  Dritten  erst
dann  die  beabsichtige  Richtung  geben  könnte,  wenn
er  auf  irgend  eine,  jedoch  gesetzlich  genügende
Weise  in  Kenntniß  gesetzt  worden  wäre,  daß  der
Dienstherr  eine  von  der  Regel  abweichende  Einrichtung
  getrossen  habe.  —  Daruber  enthalten
aber  die  Akten  keinc  Anzeige.

Erhielt  nun  aber  der  Koch  —  ohne  daß  ein
solches  zur  Kunde  des  Betheiligten  gediehenes  Ausnahmsverhältniß
  bestand  —  nur  das  Geld  zur
Bezahlung  der  Viktualien,  so  war  er  Bevollmächtigter
  des  Beklagten  zur  Berichtigung  dieser  Beträge,
und  haftet  demnach  nur  diesem,  keineswegs  aber
dem  Dritten,  so  wie  auch  dieser  seinen  Regreß  nimmermehr
  an  dem  Koch,  sondern  an  dem  Mandanten,
  dessen  Aufträge  dieser  unerfullt  ließ,  —  LR.
Th.  IV.  Kap.  IX.  §.  5,  Nr.  6  u.  7  —  zu  suchen
hat,  mit  Vorbehalt  der  ibidem  §S.  7,  Nr.  3  dem
Dritten  gleichfalls  gegen  den  Mandatar  in  gewissen
  Fällen  eingeräumten  Anspruche.

Betrachtelt  man  die  Sache  endlich  aus  dem
strafrechtlichen  Standpunkte  einer  Unterschlagung,