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gewehr, 7) leichte Herstellung in Massen. Für den
arabiner, die Waffe der Kavallerie und einiger
Spezialtruppen, gelten im allgemeinen dieselben
forderungen. Nur bedingt die notwendige geri
Länge des Laufes eine schwächere balllstische Leistung.
Die Hauptteile des Gewehres find Lauf, Vifiereinrichtung,
Verschluß., Mehrladevorrichtung und Schaft.
Der Lauf hat den Zweck, dem Geschoß die Richtung
und die nötige Drehung zur Erhaltung seiner
Stabilität zu geben. in Herstellungsmaterial ist
bester Stahl mit den Eigenschaften zäh, fest bei ausiebiger
Dehnung. Durch Zusatz von Nickel, Kobalt,
olfram, Chrom u. a. ist der heutige Gewehrstahl von
außerordentlicher Güte (Festigkeit 7— 8000 kalqem,
Elastizitätsgrenze —5000 kg'ocm, Dehnung 18—25
Proz.). Der Stahlstab wird geschmirdel. ewalzt, gebohrt,
gezogen, abgedreht und gerichtet. * Fertigseellung
des Laufes in der Massenherstellung sind beim
schen Armeegewehr 1/98 67 verschiedenartige Bearbeitungen
notwendig (geschmiedeter Laufstab 2500
, fertiger Lauf 1286 g). Entsprechend dem nach der
dung zu abnehmenden Gasdruck nimmt auch die
Wandstärke des Laufes ab. Zwecks
besserer Einlagerung in den Schaft
ist der Lauf mit mehreren Absätzen
versehen, die auch beim Heißwerden
demselben eine weitergehende
Rusbehnung gestatten. heoretisch
müßte der Lauf so lang sein,
daß die treibende Kraft an der
Mündung gleich Null ist, um die
Gesamtmasse der Pulvergase auszunutzen.
Aus Gründen der Handlichkeit
muß jedoch diese Forderung
fallen gelassen werden. Im allgemeinen beträgt die
Länge eines Infanteriegewehrlaufes 700—800 mm.
die eines Karabiners 430—490 mm. Die Bohrung
des Laufes, die „Seelee, besteht aus dem glatten
Patronenlager und dem zylindrisch gehaltenen "
zogenen Teil. Das Patronenlager paßt sich den Abmessungen
der Patronenhülse an. Der gezogene
Teil faßt eine Anzahl von Lüger (Textfig. 1), die
dem Geschoß eine gesicherte Führung geben sollen.
Die Drehung der Züge oder der Drall“ (rechts und
links) ist mit Ausnahme vom italienischen Armeeewehr,
das Progressivdrall (zunehmenden Drallwinel)
besitzt, bonstant. Die Drehung der Züge wird in
Winkeln oder Längen ausgedrückt: Drallwinkel ist der
Winkel, den die Führungskante eines Feldes mit einer
in der Seelenwand gedachten, der Seelenachse gleich.
laufenden Linie bildet. Die Drallänge ist die Länge,
welche angibt, wie lang der gezogene Teil sein müßte,
wenn die Züge in ihm gerade eine volle Umdrehung
emacht hätten. Die Stärke des Dralls ist meist erahrungsgemäß
festgestellt, wie überhaupt die Drallverhältnisse
noch wenig geklärt sind. Aus Gründen
einer bequemen Herstellung werden meist vier Züge
geschnitten, seltener 3, 5, 6 und 7. Die Tiefe der Züge
beträgt 0,1—0,2 mmr, ihre Breite 2,3—4,5 mm. Die
Art der Züge bei verschiedenen Militärgewehren geht
aus den Textfiguren 2—4 hervor. Welches als das
beste Zugsystem angesprochen werden kann, läßt sich
nicht sagen. Deutschland bevorzugt den rechtwinkligen
Zug mit oben abgerundeten Ecken. Gemessen wird
die Seelenweite des Laufes oder das Kaliber zwischen
wwe gegenüberliegenden Feldern; es schwankt zwichen
6 und 8 mm. Einige Kaliberstufen sind aus der
Tabelle auf S. 284 zu ersehen. Um dem Geschoß den
Fig- 1. Laufquer--schnitt.
a Zug, d Feld.
ere teil verbunden. Einigen Waffen ist
III. Technik und Kriegführung
Eintritt in den gezogenen Teil zu erleichtern und den
Kückstoß beruhzönbelerrn. sind der gezogene Teil und
das Patronenlager durch einen —
zur
Laufmaterials umd zu ihrer leichteren Handhabung
ein Laufmantel oder ein Handschug ausgelegt.
Die Bisiereinrichtung, aus Bisier und Korn
t I. Fig. 1—6) bestehend, gibt dem Lauf einen
ehöhun für bestimmte Schußweiten. Um
die Fehler des Schützen einzuengen, find lange Bifierlinien
vorzuziehen (600—700 mm). Man unterscheidet
Rahmen-, Treppen-, Rahmen--Treppen-,
Kurven-, Quadranten- und Fernrohrvisiere.
tere find militärischerseits erst während des Krieges
auf beiden Seiten in die Erscheinung getreten. Auf
englischen Gewehren angebrachte Zielfernrohre amerikanischen
Ursprungs find etwa 18cmlang, habensechsfache
Vergröß und etwa 7 cm Augenabstand:
als en vient en auf Glasplatte eingeritztes
Kreuz. Fernerhin ist eine Horizontallinie eingeritzt,
die auf 1000 Yards die Mannshöhe von 1.758 m angibt.
Die Skala geht bis 3000 Yards. Anforderunen
an ein Visier sind: Einfachheit im Einstellen und
eies Gesichtsfeld.
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Fis. 2 Onterreich. Fis. 2. Danemark. Fe. 4. Nußland.
Fi. 2—4. gugprofile.
Der Berschluß, auch kurz das Schloß genannt,
bildet den rückwärtigen Abschluß der Seele, dient
als Stoßboden, besorgt das Spannen, Abfeuern und
wirft die abgeschossene Patronenhülse heraus. Fast
allgemein ist der Zylinderdrehverschluß in Anwendung
(eine in einer Hülse bewegliche Kammer, in
deren Bohrung Schlagbolzen mit Feder eingelagert
find), der durch Seitwärts= und Rückwärtsbewegung
betätigt wird. Vereinzelte Staaten führen den Geradezugverschluß
(Tafel 1, Fig. 7), einen Verschlußzylinder,
der sich schraubenartig durch Rückbewegung
des Kammergriffs in einem anderen Hohlzylinder bewegt.
Hierdurch ist zwar der Ladegriff vereinfacht,
aber es sind auch hiermit einige Nachteile mit in Kauf
enommen, wie ungünstige Hebelverhältnisse beim
ern derabgeschossenen Patronenhülse, Vorkommen
von selbstlätigem Offnen des Verschlusses usw. Von
besonderer Bedeutung beim Verschluß ist die Verriegelung,
seine saugende Festlegung, um den Stoß
der Pulvergase auszuhalten und den rückwärtigen
gasdichten Abschluß der Waffe zu gewährleisten. Es
geschieht dies in der Weise (Tafel VI, Fig. 1), daß
durch eine Drehbewegung des Verschlußsystems Warzen
am Verschlußzylinder in Ausschnitte der Kammerhülse
gelegt werden. Günstig ist die Warzenanordnung
möglichst weit vorn, und zwar je eine auf jeder
Seite, wodurch die Treffähigkeit der Waffe ganz
bedeutend erhöht wird. Eine gute und feste Verriegelung
ist die Vorbedingung für eine Gleichmäßigkeit
der Schußleistung. Sämtliche neuzeitlichen Verschlußeinrichtungen
sind Selbstspanner, d. h. durch
Vor= oder Rückwärtsbewegung des Schlosses erfolgt
die Spannung des Verschlusses bei möglichst geringer
Kraftentfaltung seitens des Schützen.